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Der LSVD hält sich mit Kritik an seinem ehemaligen Vorstandsmitglied zurück: Volker Beck werde "weiter dringend gebraucht" (Bild: flickr / Metropolico.org / by 2.0)

Der grüne Bundestagsabgeordnete habe "einen Fehler gemacht", meint der Lesben- und Schwulenverband – und kritisiert "Häme und homophobe Hetze".

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland beklagt "Häme und homophobe Hetze" gegen den grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck. In einer am Freitag veröffentlichen Stellungnahme reagierte der Verband auf die am Dienstag von der Polizei bei Beck gefundenen 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelverdächtigen Substanz" – der Kölner Politiker war daraufhin von seinen Fraktionsämtern zurückgetreten (queer.de berichtete).

"Volker Beck gehört zu den prägenden Persönlichkeiten in der Gründungszeit des LSVD und ist langjähriger Mitstreiter im Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz. Darauf sind wir stolz", heißt es in der Erklärung des LSVD-Vorstands. "Seine ebenso dialogorientierte wie unbequeme Politik für Menschenrechte, Eheöffnung und Antidiskriminierung ist richtig. Nun hat er einen Fehler gemacht."

LSVD verurteilt "erschreckend boshafte Kommentare"

Eine sachliche Kritik müsse sich auf den möglichen Gesetzesverstoß konzentrieren, fordert der Lesben- und Schwulenverband: "Widerlich ist die Häme und homophobe Hetze, die nun die Feinde einer offenen Gesellschaft wieder einmal an den Tag legen. Das zeigt erneut, dass für sie menschlicher Respekt ein Fremdwort ist. Wir verurteilen die mitunter erschreckend boshaften Kommentare. Diese sind auch davon motiviert, dass nun so manche eine Politik für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt diskreditieren wollen, gegen die man keine sachlichen Argumente hat."

Der LSVD wünscht Volker Beck "für den Weg, den er nun gehen muss, viel Kraft". Einen kompletten Rückzug aus der Politik lehnt die Bürgerrechtsorganisation ab: "Er wird als wichtige politische Stimme für eine vielfältige Gesellschaft, für die Rechte von Lesben, Schwule, bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen (LSBTI) im Bundestag weiter dringend gebraucht. "

Volker Beck war von 1991 bis 2004 einer der Bundessprecher des (Lesben- und) Schwulenverbands in Deutschland. (mize)

Umfrage zum Artikel

» Ist Volker Becks Rücktritt von allen Fraktionsämtern richtig?
    Ergebnis der Umfrage vom 03.03.2016 bis 02.05.2016


#1 PopeyeAnonym
#2 herve64Profil
  • 05.03.2016, 10:11hMünchen
  • Was geht es eigentlich andere an, wenn jemand Drogen nimmt, erst Recht, wenn es sich dabei um einen Politiker handelt, der grundsätzlich eine liberale Drogenpolitik verfolgte? Ich kann mich da im Gegenzug an einen CSU-Staatssekretär erinnern, der im volltrunkenen Zustand einen anderen Autofahrer bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt hat, dafür auch rechtskräftig verurteilt wurde und später dann von Stoibers Gnaden Verkehrsminister in Bayern wurde, gell, Otto Wiesheu? Oder an einen CSU-Politiker, der wegen Meineids verurteilt wurde und im ersten Kabinett Kohl Innenminister wurde, gell Friedrich Zimmermann, genannt "Old Schwurhand"?
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#3 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 05.03.2016, 10:17h
  • Das sollten sich auch einige Kommentator_innen hier auf queer.de zu Herzen nehmen.

    Menschlicher Respekt und Empathie sind viel wichtiger als Häme, Boshaftigkeit und Hass.
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#4 PinoAnonym
  • 05.03.2016, 10:24h
  • Respekt: Ja. Auf jeden Fall.

    Drogensüchtige sind keine Täter, sondern Opfer.

    Aber das heißt nicht, dass man nicht auch sagen darf, dass Volker Beck nicht nur sich selbst, sondern auch den Grünen und allen LGBTI massiv geschadet hat.

    Das ist nicht vorsätzlich, sondern ein Drogensüchtiger kann halt nicht anders. Aber das ändert auch nichts an den Fakten.

    Natürlich ist es widerlich, wenn jetzt manche Homohasser sagen "Seht wozu dieser 'Lebensstil' führt. Wollen wir das auch noch in Schulen propagieren?" Aber sie werden es nun mal ausschlachten und viele, die bisher unentschieden waren, werden sich davon beeindrucken lassen.

    Ja, Volker Beck hat viel zu Fortschritt beigetragen, vielleicht sogar mehr als alle anderen Politiker. Aber genauso hat er jetzt halt massiven Schaden verursacht. Das mag alles ungewollt sein und ihm selbst am meisten leid tun. Aber der Schaden ist dennoch da.

    Jetzt sollte es vor allem um zwei Dinge gehen:

    1. Volker Beck braucht professionelle Hilfe, um von den Drogen loszukommen. Das muss er aber auch selbst wollen, sonst funktioniert es nicht.

    2. Die homofreundlichen Parteien und insbesondere die Grünen müssen jetzt noch stärker für Homorechte und Aufklärung eintreten. Gerade damit solche Gleichsetzungen der Homohasser sich jetzt nicht im kollektiven Volkswillen festsetzen.
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#5 FinnAnonym
  • 05.03.2016, 10:40h
  • Natürlich hat Volker Beck Respekt verdient.

    Aber man sollte auch nicht den Fehler begehen und jetzt Relativierung betreiben.

    Manche reden ja jetzt davon, dass man eh eine liberalere Drogenpolitik bräuchte. Ja, das stimmt. Aber dabei geht es um weiche Drogen wie Hasch und Marihuana. Aber nicht um Gifte wie Crystal Meth.

    Wer das vermengt, schadet nicht nur dem Einsatz für eine liberale Drogenpolitik, sondern auch allen Betroffenen.
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#6 herve64Profil
  • 05.03.2016, 10:57hMünchen
  • Volker Beck ist von all seinen Ämtern zurück getreten, als er erwischt wurde. Eine Beatrix von Storch hingegen, die menschenverachtend Schusswaffengebrauch auf Flüchtlinge inklusive Frauen und Kinder an der Grenze befürwortet, sitzt im Gegenzug noch immer im Europaparlament.

    Nur mal so als Randbemerkung dazu, wer sich denn nun im politischen Leben integerer verhält.
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#7 NetReaper
  • 05.03.2016, 11:44h
  • Antwort auf #6 von herve64
  • "Volker Beck ist von all seinen Ämtern zurück getreten, als er erwischt wurde. Eine Beatrix von Storch hingegen, die menschenverachtend Schusswaffengebrauch auf Flüchtlinge inklusive Frauen und Kinder an der Grenze befürwortet, sitzt im Gegenzug noch immer im Europaparlament."

    Beide sind von ihren Mandaten(!) nicht zurückgetreten. Volker Beck sitzt immer noch im Bundestag, Beatrix von Storch sitzt immer noch im Europaparlament.

    Nur mal so als Randbemerkung dazu, wer sich denn nun im politischen Leben integerer verhält.
    Die AfD ist genau so verkommen wie die Grünen. Naja, was für eine Erkenntnis.
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#8 NetReaper
#9 schwarzerkater
  • 05.03.2016, 12:11h
  • siehe auch alice schwarzer oder uli hoeneß - jeder der die anderen moralisch immer wieder belehrt, der bekommt auch mehr häme ab, wenn er erwischt wird.
    zumindest ist Beck schneller zurückgetreten und hat, anders als schwarzer oder hoeneß, nicht herumgeeiert.
    und nun kommen auch die kakerlaken wieder ans licht (mushido und dieser schwulenfeinliche katzen-autor), die sich zuvor kaum trauten, Beck verbal anzugreifen.
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#10 NetReaper
  • 05.03.2016, 12:30h
  • Antwort auf #9 von schwarzerkater
  • "siehe auch alice schwarzer oder uli hoeneß - jeder der die anderen moralisch immer wieder belehrt, der bekommt auch mehr häme ab, wenn er erwischt wird."

    Stimmt. Uli Hoeneß kam in den Knast.
    Alice Schwarzer - die feministische Lesbe - kam demonstrativ nicht in den Knast.

    Sie hat noch nicht einmal die hinterzogenen Gelder vollständig zurückgezahlt.
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