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Ehemalige First Lady der USA

Nancy Reagan gestorben


Ronald Reagan war von 1981 bis 1989 US-Präsident und wurde während dieser Zeit von seiner Frau Nancy beraten

Amerika trauert um die ehemalige First Lady. Doch LGBT-Aktivisten verweisen auf ihre fragwürdige Rolle in der Aids-Krise.

Die frühere amerikanische Präsidentengattin Nancy Reagan ist am Sonntag im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles an Herzversagen gestorben. In den US-Medien wurde die Witwe des bereits 2004 verstorbenen Ex-Präsidenten Ronald Reagan nach Bekanntwerden ihres Todes als eine der beliebtesten und erfolgreichsten First Ladys gefeiert. In einem Kommentar auf der Website des konservativen "Fox News Channel" wird sogar darauf verwiesen, dass Ronald Reagan, der von 1981 bis 1989 US-Präsident war, ohne seine Frau nicht den Kalten Krieg "gewonnen" hätte.

Viele LGBT-Aktivisten sehen ihre Rolle jedoch anders und machen sie für hunderttausende HIV-Tote in den USA mitverantwortlich. Als engste Beraterin des Präsidenten habe Nancy ihrem Mann zu einer homophoben Aids-Politik geraten, um in den Achtzigern vom homophoben Zeitgeist zu profitieren, so der Vorwurf. In einem "Vanity Fair"-Artikel aus dem Jahr 1992 wird beispielsweise beschrieben, wie eine Aufforderung von Elizabeth Taylor, sich im Kampf gegen HIV zu engagieren, von Nancy "frostig" aufgenommen worden sei.

Präsident Reagan weigerte sich jahrelang, gegen HIV-Infektionen vorzugehen, die die Schwulencommunity in dieser Zeit dezimierte – und erwähnte etwa das Wort Aids erstmals 1987 in der Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits tausende Amerikaner an der Immunschwächekrankheit gestorben. Noch heute kämpfen die USA mit viel höheren Infektionszahlen als etwa westeuropäische Länder, wofür Aids-Aktivisten insbesondere die Reagans verantwortlich machen.

Kaltherzig gegenüber Rock Hudson


Rock Hudson mit den Reagans (1984)

Aktivisten verweisen insbesondere auf die kaltherzige Reaktion des Ehepaars auf die Aids-Erkrankung des schwulen Schauspielers Rock Hudson, der vor Bekanntwerden seiner Homosexualität und seiner Infektion ein enger Freund der Familie gewesen war. So wurde erst vergangenes Jahr bekannt, dass Rock Hudson kurz vor seinem Tod im Jahr 1985 ein Telegramm an die Reagans geschickt hatte, in dem er sie um Hilfe bat: Französische Mediziner hatten eine neue Aids-Behandlung erprobt, die eigentlich nur für französische Bürger offen stand – und Hudson hoffte, dass ein gutes Wort der Reagans ihm helfen würde. Nancy Reagan antwortete darauf mit einem kalten "Nein". Wenige Woche später war Hudson tot.

Zwar behaupteten Mitarbeiter Reagans, dass das Präsidentenpaar Hudson nicht geholfen habe, weil man keinem Freund einen unfairen Vorteil verschaffen wolle – Aids-Aktivist Peter Staley erklärte aber, diese Aussage sei "eigenartig", weil die Reagans oft Freunden geholfen hätten; er glaubte eher, dass die Homophobie des Ehepaares eine Rolle gespielt habe.

Es gibt aber auch Berichte, wonach Reagan, die wie ihr Mann als Schauspielerin jahrzehntelang im liberalen Hollywood gelebt hatte, nicht so homophob gewesen sein soll, wie viele angenommen haben. So berichtete die "Washington Post", dass Reagan 1984 zugestimmt habe, dass ihr Innenarchitekt Ted Graber zu ihrem 60. Geburtstag mit seinem Partner eine Nacht im Weißen Haus verbringen durfte.

Unterstützte Nancy Reagan am Ende ihres Lebens die Ehe für alle?

Zu Fragen wie LGBT-Rechten hat sich Nancy Reagan nie öffentlich geäußert. Ihre Tochter Patti Davis erklärte aber 2013 mit dem Aktivisten Michelangelo Signorile, dass Reagan angeblich die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben unterstütze – wenn das wahr ist, hat sie es aber nie für nötig befunden, sich dementsprechend öffentlich zu äußern.

Abseits der Aids-Politik ist das bekannteste Vermächtnis von Nancy Reagan ihre Anti-Drogen-Kampagne "Just Say No", während ihr Mann den Drogen den Krieg erklärte und den Verfolgungsdruck auf Dealer und Konsumenten erhöhte. Nach Ansicht der meisten Experten ist diese Taktik gescheitert und hat lediglich dazu geführt, dass die USA heute mehr Gefängnisinsassen haben als alle anderen Länder der Welt inklusive China und Russland und der Drogenkonsum dennoch höher ist als in vergleichbaren Ländern.

Nancy Reagan soll in den nächsten Tagen an der Seite ihres Mannes auf dem Gelände der "Reagan Library" in Simi Valley (60 Kilometer nordwestlich von Los Angeles) neben ihrem Ehemann beigesetzt werden. (dk)



#1 ursus
#2 Ulli_2mecsProfil
#3 finkAnonym
#4 TommiAnonym
#5 Dont_talk_aboutProfil
  • 07.03.2016, 16:51hFrankfurt
  • Als Nachruf auf eine Person, die sicher ihre Verdienste hatte, solche alten Geschichten rauszukramen, die man zudem als Außenstehender überhaupt nicht einschätzen kann, zeugt von einer schlechten Kinderstube
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#6 Lets_talk_aboutAnonym
  • 07.03.2016, 17:01h
  • Antwort auf #5 von Dont_talk_about
  • Werden bei einem Nachruf etwa nicht alte Geschichten rausgekramt?
    Ach komm! Irgendwann ist dieses "man redet nicht drüber" auch mal gut! Rede DU nicht darüber wenn es dir nicht passt, aber lass das mal die anderen.
    Wer alt genug ist, hat die Krise damals in den Medien mitbekommen und kann das sehr wohl einschätzen!
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#7 pöloikuzhgtvfdAnonym
#8 ursus
#9 olfwobAnonym
  • 08.03.2016, 14:32h
  • Antwort auf #5 von Dont_talk_about
  • Keine Ahnung wie alt Du bist, aber wer so wie ich in den schlimmsten Zeiten auf zu vielen Beerdigungen war und zu viele Krankenhausbesuche machen musste, der hat noch gut in Erinnerung wie sehr das Verhalten der Reagans geschadet hat. Also von wegen "schlechte Kinderstube". Und darum :

    Ding Dong! The Witch is dead...
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#10 saltgay_nlProfil
  • 08.03.2016, 18:32hZutphen
  • Nur weil diese olle Schabracke nun tot ist, sollte man sich doch irgendwelche Ehrungen verkneifen. Manche Leute leben einfach zu lange. Nancy Reagan war eine unbedarfte Berufsehefrau, während ihr Mann nur durch Glück und Mut anderer Bürger am 3. Weltkrieg, der ein nuklearer gewesen wäre und die Menschheit ausgelöscht hätte, vorbei schlitterte.

    Mit Donald Trump wird sich dies leider wiederholen. Dieses verantwortungslose Herumspielen mit tödlichen Waffen, einerseits weil die geistige Kapazität nicht ausreicht die Tragweite zu erkennen, andererseits nur um primitive Machtgeilheit zu befriedigen, begleitet nun die amerikanische Außenpolitik und hält die Kriegsgefahr aufrecht.

    Das wiegt um ein Vielfaches schwerer, als die Anti- oder Schwulenpolitik dieses Schauspielerpaares, was nun endlich verwesen darf.

    Mehr gibt es dazu nicht zu melden. Ach ja, die lieben Amerikafreunde hier im Forum. Die deutsche Amerikafreundlichkeit rührt nur aus der Dankbarkeit, dass Opa und Vati nicht an die Wand gestellt wurden, als das tausendjährige Reich in Schutt und Asche lag. Verdient hätten es die vielen Heil-Schreier von damals allemal, die nur ihre Pflicht taten und Kriegsverbrechen vollführten, nebst betriebswirtschaftlich optimaler Ermordung Wehrloser. Dann hätten wir auch wahrscheinlich weniger Pegidisten und "besorgte Bürger", zu letzteren leider auch viele Schwule gehören.
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