Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2572
  • 18. März 2005, noch kein Kommentar

Wildkatze Ruslana gewann mit "Wild Dances den Eurovision Song Contest 2004 und trat für die Neuwahlen in der Ukraine in den Hungerstreik.

Von Jan Gebauer

"Go, go, go wild dancers!" - so lautet der Urschrei von Ruslana (30). Ihrem Aufruf folgten 2004 Millionen von TV-Zuschauern, die den Eurovision Song Contest verfolgten. Diese voteten die Sängerin, die in ihrem Heimatland Ukraine Superstar-Status genießt, auf Platz Eins - ein europäischer Hit war geboren. In den deutschen Charts reichte es zwar nur für Platz 40, aber trotzdem lud man Ruslana dieses Jahr zur Vorentscheidung ein, bei der sie nochmal ihren knalligen Mix aus ukrainischer Folklore und modernem Dance-Pop zum besten gab.

Auf der Bühne wurde sie wieder von einem ukrainischen Ballett begleitet, das schon 2004 mit ihrer über die Bühne in Istanbul fegte. Derjenige, der das Event verpasst hat, sollte sich eine Mischung aus Xena, Shakira, "Riverdance" und dem Film "Als die Frauen noch Schwänze hatten" vorstellen. Visuell beeindruckt, akustisch laut, jedoch mit hohem Ohrwurm-Charakter: So konnte Ruslana mit ihrer Gefolgschaft auch beim Vorentscheid überzeugen. Die Sängerin verfolgt aber nicht nur ihre musikalische Karriere, sondern setzt auch politische Zeichen. So reihte sie sich nach den Wahlfälschungen in die Demokratiebewegung ein, ihr Hungerstreik für die Opposition machte international Schlagzeilen.

Dass zu einer erfolgreichen Single auch ein Album gehört, liegt auf der Hand. Leider verging ein ganzes Jahr bis "Wild Dances" in die Läden kam. Konsequent setzt sie auf der Veröffentlichung ihren Mix aus Dance-Pop und ethnischen Klängen aus der Ukraine fort. Was allerdings beim Eurovisionshit noch originell war, verpufft auf dem Album all zu oft zur bloßen Staffage.

Die markigen "Yeah-Yeah-Yeah"-Ausrufe von Ruslana und ihrem Background-Chor ziehen sich wie ein roter Faden durch die CD und spätestens ab der Hälfte nerven die Urschreie. Ruslana Lyschytschkos (so ihr voller Name) geknödeltes Englisch und die schwerfälligen Dance-Beats sind ebenfalls Geschmackssache, haben allerdings einen gewissen Unterhaltungswert. Leider wird die zweite Single "Dance With The Wolves" dem ersten internationalen Hit "Wild Dances" nicht gerecht und es dürfte fraglich sein, ob sie damit den soliden Anfangserfolg fortsetzen kann. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich Ruslana in die lange Liste jener Siegerinnen beim Eurovision Song Contest einreiht, die kaum etwas aus ihrem Erfolg machen konnten. Als Beispiele seien Anne-Marie David (Siegerin 1973), Linda Martin (1992) oder Ruslanas baltische Kollegin Marie N genannt, die 2002 für Lettland siegreich war. In ihrer Heimat wird die rassige Ruslana jedoch nicht zuletzt auch wegen ihres politischen Einsatzes sicher ein Star bleiben.

Videostreams:

Clip: "Wild Dances"

Windows Media Player High Quality
Windows Media Player Low Quality
Real Media Player High Quality
Real Media Player Low Quality

18. März 2005