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  • 13.03.2016, 08:58h           33      Teilen:   |

Bitte um Unterstützung

LGBT-Flüchtlinge rufen zu ihrer ersten CSD-Saison auf

Artikelbild
Queere Refugees und Aktivisten aus dem Ausland beim letztjährigen Cologne Pride im Rahmen des Outreach-Programms des CSD, darunter Javid Nabijew (3.v.l.) aus Aserbaidschan. Der LGBT-Aktivist stellte einen Antrag auf Asyl, nachdem eine Zeitung ihn nach der Verlobung mit seinem Feund öffentlich vorgeführt und geradezu zu Gewalt aufgerufen hatte. (Bild: nb)

Das alte Motto "Marching for those who can't" könnte im Sommer eine neue Aktualität bekommen.

Es sind nur noch wenige Wochen, dann beginnt die aktuelle CSD-Saison. Bis zum Herbst stehen Straßenfeste und Demonstrationen in etlichen Städten an. In diesem Jahr stellt sich nicht nur für viele queere Teenager die bange Frage, ob sie erstmals teilnehmen sollen. Sondern auch für LGBT-Flüchtlinge, die in Deutschland oft zum ersten Mal die Freiheit haben, zu demonstrieren.

Einige von ihnen haben daraus die Idee entwickelt, die Aktion (und Facebook-Seite) "LGBTI Refugees for CSD" zu starten. Geflohen vor Menschenrechtsverfolgungen – "Belästigungen, Festnahmen, Verhören, Folter und Schlägen" – sei man nun in einem Land mit Redefreiheit und Gay Prides und könne und solle dieses Angebot nutzen. "Wir rufen euch alle auf, euch mit uns zu vereinigen und am CSD teilzunehmen. (…) Habt keine Angst davor, sichtbar zu sein. Ihr werdet keinerlei Belästigung begegnen, niemand wird euch schlagen. Denn hier seid ihr sicher."

Eines der größten Probleme bei queeren Flüchtlingen sei noch immer die Angst, sich zu outen, so der Aufruf. "Zusammen mit anderen LGBTQIs werden wir uns stärker fühlen. Wir werden alle dazu aufrufen, ihre Meinung zu äußern und sichtbar zu werden. Mit uns werden andere Flüchtlinge sehen, dass wir keine Angst davor haben, unsere Meinung zu äußern". Das könne ihnen Mut und Zuversicht geben.

Fortsetzung nach Anzeige


Probleme in Herkunftsländern thematisieren

Javid Nabijew ist einer der Initiatoren der Kampagne; der 26-jährige LGBT-Aktivist war vor über einem Jahr vor der Verfolgung in Aserbaidschan geflohen und lebt seitdem in einem Heim in der Nähe von Iserlohn. Im letzten Jahr konnte er erstmals am Cologne Pride teilnehmen.

"Das war so traurig und so schön zugleich", meint Javid. "Ich konnte mit einer aserbaidschanischen Flagge mitlaufen. In Aserbaidschan gibt es diese Gelegenheit nicht: Die Flagge ist für die Menschen so wichtig und sie mit einer Regenbogenflagge zu sehen, wird als Schande eingeschätzt. Und ich fühlte nun Stolz mit dieser Flagge, ich war oft den Tränen nahe." Es sei wichtig, sich an CSDs zu beteiligen: "Ich konnte beim Cologne Pride über die Situation in meinem Land sprechen. Es ist wichtig, die Menschen zu informieren. Für die Gelegenheit bin ich den Organisatoren dankbar."

Neben den oft beglückenden, befreienden Erfahrungen der CSD-Teilnahme gelte es für die Flüchtlinge, wenn sie denn wollen, die Gelegenheit zu nutzen und etwa auf die Lage in den Flüchtlingslagern hinzuweisen, heißt es in dem von Javid verfassten Aufruf. Vor allem sollten die Flüchtlinge auch die Chance wahrnehmen, die "Probleme in unserer Heimat" anzusprechen, die der Bevölkerung oft nicht bekannt seien. "Seid ein Teil von uns. Seid eine Stimme eurer Nation."

Youtube | Flüchtlinge beim CSD in Köln 2015. Auch Javid ist mit dabei, ab 5:40.

Unterstützung gesucht

Mit der Facebook-Seite sollen nun zunächst die auf ganz Deutschland verteilten LGBT-Flüchtlinge erreicht werden. Man wünscht sich eine Vernetzung und Zusammenarbeit mit den Organisationen und Gruppen, die sich um sie kümmern, sowie mit Menschenrechtsorganisationen.

Vor allem erhofft man sich eine Unterstützung durch die einzelnen CSDs. "Unser Team besteht aus Flüchtlingen, daher wären wir finanziell eingeschränkt. Dies wiederum beschränkt unsere Mobilität." Man wünscht sich Einladungen der diversen Pride-Veranstalter und falls nötig Unterstützung bei Reisekosten und Übernachtungen. Auch über einen Stand würde man sich freuen. Allgemein sind Spenden zum Druck von Flyern erwünscht.

"Der CSD in Münster unterstützt unsere Kampagne bereits und lässt uns an dem Pride teilnehmen", so Javid. "Ich rufe alle anderen CSD-Organisatoren auf, sich an unserer Kampagne zu beteiligen. Bitte unterstützt uns, wir haben viel beizutragen und zu erzählen." (nb)

Links zum Thema:
» LGBTI Refugees for CSD
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Tags: flüchtlinge, csd
Schwerpunkte:
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Reaktionen zu "LGBT-Flüchtlinge rufen zu ihrer ersten CSD-Saison auf"


 33 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.03.2016
11:19:49
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von Nico


Neben dem Thema Volle Gleichstellung sollte auch das Thema GLBTI-Flüchtlinge ein Thema bei den diesjährigen CSDs sein.


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#2
13.03.2016
12:41:47


(+5, 7 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


"Habt keine Angst davor, sichtbar zu sein. Ihr werdet keinerlei Belästigung begegnen, niemand wird euch schlagen. Denn hier seid ihr sicher."

Ich hoffe, man sorgt dafür,dass das erfüllt bleibt,und den Leuten, die in ihrer unmittelbaren Not diese Sicherheit bei uns suchen, keine illusionären Vorstellungen gegeben werden.
Auf den CSD wird das kein Problem werden,aber man muss sie über eventuelle landesinnere Gefahrenzonen ebenso realistisch aufklären.

Auch wir 'Langzeitdeutschen' sind nicht überall immer sicher.

Ansonsten finde ich es gut, mit Nationalflaggen zu gehen. Vielleicht gibt das Hoffnung weiter, an jene, die (noch) nicht mitgehen können.


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#3
13.03.2016
20:24:14


(-3, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


@Nico
"Neben dem Thema Volle Gleichstellung sollte auch das Thema GLBTI-Flüchtlinge ein Thema bei den diesjährigen CSDs sein."

NEIN das sollte es auf keinen Fall.

Ich würde dort auch niemals als LGBT-Aktivist hingehen, weil hier linke/grüne Aktivisten wie auch Manfred Bruns derzeit die LGBT-Community SPALTEN !!!

Wer sich für Asyl einsetzen will, sollte bei Amnesty International sich engagieren aber er/sie sollte nicht die LGBT-Community spalten und überfordern, wie es Manfred Bruns macht.

Was habe ich mich doch gefreut, als der GRÜNE Kretschmann entegen dem linken Aktivisten Bruns klar die Westbalkanstaaten als Sichere Herkunftsstaaten durch notwendige Bundesratszustimmung einsortiert hat. Dafür noch einmal ein Dankeschön an Winfried Kretschmann in Stuttgart und KEIN Dank an Manfred Bruns mit seinen unverschämten Stellungnahmen im letzten Herbst, für die er keine Rückendeckung durch die Jahreshauptversmmlung im LSVD hatte.

In Keiner Weise habe ich Interesse daran, wenn Linke Aktivisten hier die LGBT-Community SPALTEN und STREIT und Ärger in die Reihen der LGBT-Bewegung bringen.

EHEÖFFNUNG, REFORM DES ALLGEMEINEN GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ, ENTSCHÄDIGUNG der nach 175 VERURTEILTEN Männer zwischen 1949-1969 und REFORM des AGG stehen weiterhin im ZENTRUM der LGBT-Bewegung !!!

Wer der LGBT-Community die ASYLTHEMATIK aufzwängt, der SPALTET, sorgt für STREIT und schwächt die seit JAHREN im ZENTRUM stehenden Forderungen.

Ich stimme dir daher NICHT zu, Nico.


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#4
13.03.2016
20:41:37


(-2, 6 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


EHEÖFFNUNG, REFORM DES ALLGEMEINEN GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ, ENTSCHÄDIGUNG der nach 175 VERURTEILTEN Männer zwischen 1949-1969 und REFORM des Artikel 3GG stehen weiterhin im ZENTRUM der LGBT-Bewegung und NICHT die Asylthematik !!!

--> So lautet es korrekt.


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#5
13.03.2016
21:04:27


(-2, 8 Votes)

Von TheMum
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


Ich bin auch nicht damit einverstanden, dass das Thema LGBTTIQ immer mit linken Lieblingsthemen verheiratet werden muss, aber dennoch muss ich sagen, dass ich natürlich nichts dagegen habe sämtliche verfolgten LGBTTIQ hier aufzunehmen. Nur die islamisch-homophob-sexistischen Genossen sollen bitte daheim bleiben bzw. sofort rausgeworfen werden, wenn sie sich hier daneben benehmen.

Ich gebe dir aber insoweit wieder recht, dass wir unsere LGBTTIQ Themen nicht verwässern sollten, nur weil die Linksradikalen unter uns unbedingt ihre Ideologie der gesamten Community aufzwingen wollen.


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#6
13.03.2016
22:01:42


(+3, 7 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #5 von TheMum


nur gut zu sehen, wo ihr rechten euch eure legitimationsargumente aus den fingern saugt...
lutscht doch mal an was anderem, vieleicht fällt euch dann ausser euren linkengeschwätz, auch mal was sinnvolles ein.

Bisher nur dumm gelaber !
mehr kann man von rechten eh nicht erwarten!


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#7
13.03.2016
23:06:45


(-3, 9 Votes)

Von TheMum
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von stromboli


Einer Lesbe zu sagen, sie soll doch mal an was anderem Lutschen ist absolut sexistisch und homophob! Da kannst du direkt deinen Salafisten-Freunden die Hand reichen. Gleiches Niveau!

Und auch noch mal für dich, ich bin nicht "rechts". Ich lasse mich nicht in irgendwelche Schubladen stecken. Ich bediene mich meines gesunden Menschenverstandes und bezeichne mich daher als moderat.


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#8
13.03.2016
23:24:44


(+1, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Johannes45


"""Neben dem Thema Volle Gleichstellung sollte auch das Thema GLBTI-Flüchtlinge ein Thema bei den diesjährigen CSDs sein."

NEIN das sollte es auf keinen Fall.""..

Dann wird der CSD-Münster dieses Jahr ohne Deine persönliche Beteiligung auskommen müssen..
Das wird nicht so schlimm werden, wie das im erstem Moment erscheint..

Das ist auch nicht das eigentliche Problem..
Das offenbart sich hier :

""Was habe ich mich doch gefreut, als der GRÜNE Kretschmann entegen dem linken Aktivisten Bruns klar die Westbalkanstaaten als Sichere Herkunftsstaaten durch notwendige Bundesratszustimmung einsortiert hat.""..

Was Du immer noch nicht begriffen hast, ist, das die ERKLÄRUNG eines Staates den Staat selbst keinen Deut besser macht..

Es verlagert nur das Asylverfahren von Deutschland und anderen EU Staaten ohne Außengrenzen auf die EU-Staaten mit Außengrenze..
Diese müssen dann das Verfahren durchführen..
Was keinen einzigen Zuwanderer verhindert, denn erhält der Mensch in Ungarn Asyl, kann er später in alle anderen EU-Länder weiter wandern..

Es verhindert auch keinen einzigen Asyl-Antrag eines Ungarischen oder Slowenischen Bürgers in Deutschland..
Es verhindert auch keinen Asylantrag von Menschen aus Marokko oder Tunesien, denn es verhindert hier nur Anträge von Menschen aus beispielsweise Nigeria, die ÜBER Tunesien in die EU einreisen wollten..

Was in der Folge dazu führt, das LGBTTIQ die aus Nigeria flüchten, in Tunesien "abgefangen" werden, und gar keinen Asylantrag aufgrund der Verfolgung als LGBTTIQ in der EU stellen können, was faktisch Asyl für diese Gruppe VERHINDERT !

DAS macht Deine Haltung asozial, menschenfeindlich, und in Bezug auf LGBTTIQ in höchstem Maße entsolidarisiert, und damit ANTI-LGBTTIQ !

Wer Leute wie Dich in seinen Reihen weiß, braucht keine äußeren Feinde !


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#9
13.03.2016
23:27:43


(0, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Johannes45


""--> So lautet es korrekt.""..

Immer noch nicht korrekt :
""ENTSCHÄDIGUNG der nach 175 VERURTEILTEN Männer zwischen 1949-1969""..

Es geht nicht nur um Entschädigung, sondern um vollumfängliche Rehabilitation inklusive der Angleichung von Renten..
Und dann vergisst Du hier immer noch vorsätzlich die Verurteilten der Jahre 1945 bis 1949 !


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#10
14.03.2016
00:56:42


(-3, 9 Votes)

Von TheMum
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von TheDad


Sind wir wieder mit maximal rechthaberischer Buchkritik beschäftigt, Daddy?


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