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Mert Matans "Pranks" sind ein Hit auf Youtube


Den Coming-out-Streich eines Youtube-Stars findet nicht jeder lustig.

Mert Matan ist für seine Streiche bekannt, die er gerne auf Youtube veröffentlicht. So fragt der Hamburger öffentlich auf der Straße Mädchen, ob sie ihm einen Kuss geben oder in sein Auto einsteigen wollen, und filmt die Szenen heimlich. Viele der Kurzfilme haben bereits über eine Million Klicks erhalten.

Doch bei seinem am Sonntag veröffentlichten Video, dem "Gay Prank", bleibt vielen das Lachen im Halse stecken: Er erzählt seinem Vater, dass er auf Jungs steht – und Papi fängt an, ihn zu beschimpfen und sogar auf ihn einzuschlagen:

Viele Schwule und Lesben haben wohl genau die gleiche Erfahrung mit ihren Eltern gemacht – außer, dass sie ihnen nicht nach drei Minuten sagen können, dass es sich dabei um einen "Prank" gehandelt hat. Laut einer vergangenes Jahr veröffentlichten rheinland-pfälzischen Studie mussten ein Drittel aller Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender bereits Gewalt wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität über sich ergehen lassen (queer.de berichtete).

Auch die Kommentare unter dem Video geben Anlass zur Sorge: "Ich bin ein sehr tolleranter Mensch und bin gegen Schwule , weil es … EKELHAFT,GEGEN GOTT IST UND UNNORMAL", schreibt etwa ein User namens Noah. Diablo macht es noch kürzer: "#FuckGay #FuckLesbian scheiß homos". "Meins ist das auch nicht mit den Homos, kriege da immer so ein ekel", so ein User, der sich ironischerweise Gan Dalf nennt. Selbst die Gewaltanwendung wird bejubelt, etwa von einer gewissen Angela: "Wenn du scheiße baust kriegst du halt mal was auf den Arsch ja und jetzt?"

Andere zeigten sich dagegen geschockt – und befürchten, dass diese Darstellung einer türkischstämmigen Familie gerade in der augenblicklich aufgeheizten Atmosphäre die Vorurteile nur verstärke: "Sowas geht gar nicht. Das Typische 'Ausländer' Klischee wird voll erfüllt", schreibt ein User.

Auch Mert hat das Video kommentiert: "Ich habe nichts gegen Homosexuelle Menschen, im Gegenteil, jeder lebt sein eigenes Leben." Schön und gut – aber das wirkt nicht ausreichend: Wenn er im Video meint, dass alles nur Spaß war und er "niemals sowas machen" würde, womit er Schwulsein meint, wird damit der Familienfrieden direkt wieder hergestellt. Die homophobe Haltung des Vaters wird offenbar nicht weiter als störend empfunden. Ist doch alles wieder gut… (dk)

Bild: Screenshot / Mert Matan



#1 FelixAnonym
  • 14.03.2016, 12:50h
  • Sowohl dieses schockierende Video selbst als auch einige Kommentare darunter beweisen, dass wir dringend mehr Aufklärung in Schulen und den Medien brauchen.

    Und zwar ganz schnell... Sonst wird das noch ein böses Ende nehmen...
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#2 ursus
#3 Crikkie
  • 14.03.2016, 14:06h
  • Das Video ist jetzt seit 5 Minuten vorbei, aber ich warte immer noch auf den Witz... Kommt der noch? Denn das, was ich bis jetzt da gesehen habe ist eine reine Zurschaustellung homophober Gewalt und nicht im Entferntesten lustig... Von den Kommentaren auf Youtube mal ganz zu schweigen.
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#4 Pascal GoskerAnonym
  • 14.03.2016, 14:37h
  • Dieser homophobe, brutale Vater ist nur eines:
    ein glasklarer Faschist.

    Nur weil das ein Türke ist, ist der keinen Deut besser als ein deutscher Nazi. Das ist halt ein türkischer Nazi.

    Der hält sich vielleicht für besonders maskulin, beweist aber in Wirklichkeit nur, dass er eine Witzfigur ist. Aber das macht solches Pack nicht weniger gefährlich.
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#5 myysteryAnonym
  • 14.03.2016, 14:53h
  • Antwort auf #3 von Crikkie
  • Das Video ist ein Witz, aber ein besonders schlechter.

    Vor allem ist das ernüchternd und macht nachdenklich, wenn sowas im "Blog" neben dem Werbespot von McDonald's in Taiwan zu sehen ist. Solche Videos brauchen wir, um von der Mehrheitsgesellschaft ein wenig Empathie zu erzeugen.

    Dämliche YouTuber, deren ganzes Leben sich einzig um ihre belanglose Selbstdarstellung dreht, braucht kein Mensch. Solche schon gleich gar nicht.
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#6 Homonklin44Profil
  • 14.03.2016, 14:55hTauroa Point
  • Hm ja, seit den Siebzigern hat sich da nur die Verwendung anderer Medien als Schand-Oberfläche verändert. Früher wurde man geschlagen und keiner hat davon erfahren,oder das Warum gehört.
    Vielleicht wegen der Batsch-Augen gewundert,dann hats halt geheißen: der Jung ist ein Dussel, gegen die Stalltür geflogen.

    Heute ist besser geworden,dass einige gegen die Art Ahndung angehen und ein Opfer auch mal anerkennen oder in Schutz nehmen.

    Das gab es früher nicht,da hieß es,geschieht dir Recht so,selbst Schuld wenn du so dummes Zeug redest - bezogen darauf,dass es ein 'Prank' ist.
    Nur wurdst du früher geschlagen,egal ob ernst oder nur ein Scherz. Und für ein 'Outing' auch noch von sämtlichen sozialen Kontakten und der Gemeinde fallen gelassen und geächtet. Verrufen und verteufelt oft inklusive.

    Von daher ist das heute deutlich besser geworden!
    Na ja, wird sich ob der AfD-Ära wohl nochmal zurück ändern...
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#7 LucaAnonym
  • 14.03.2016, 15:06h

  • Was geht nur in Menschen vor, die ihre eigenen Kinder verprügeln, nur weil die lieben?!

    Wie sehr müssen solche Menschen vom Hass zerfressen sein?!
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#8 RalfAnonym
  • 14.03.2016, 16:07h
  • Antwort auf #4 von Pascal Gosker
  • Bitte mal a) die Kirche im Dorf lassen und b) lernen, was überhaupt ein Nazi ist. Der Vater mag homophob sein, aber ist er ein Nazi? Nein - oder hat die sexuelle Orientierung neuerdings etwas mit Rasse zu tun?
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#9 myysteryAnonym
#10 Fascho-WatchAnonym