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Szene aus "The Real O'Neals": Kenny (Noah Galvin, re.) mit seinem ersten Schwarm Ricky (Garrett Clayton) (Bild: ABC)

Christlich-konservative Aktivisten sind empört über eine von LGBT-Aktivist Dan Savage entwickelte neue Sitcom.

Nicht jeder lacht über die neue amerikanische Sitcom "The Real O'Neals": Die Serie über eine in Chicago lebende irisch-katholische Familie, die Anfang des Monats im Fernsehsender ABC mit durchschnittlichen Quoten gestartet ist, wird von religiösen Organisationen kritisiert. Besonderer Kritikpunkt ist das Coming-out der 16-jährigen Hauptfigur Kenny O'Neal (dargestellt von Noah Galvin).

Die Aktionsgruppe "One Million Moms", die von der homophoben "American Family Association" gesteuert wird, zeigte sich über die Serie empört und hat vergangene Woche eine E-Mail-Kampagne gegen Hauptsponsor Coca-Cola gestartet: "'The Real O'Neals' macht sich über das Christentum lustig und beleidigt den Katholizismus", so die Gruppe auf ihrer Website. Außerdem sei es besonders schlimm, dass schon in der ersten Folge Jesus erscheine, aber nur der schwule Sohn ihn sehen kann. Außerdem beklagte sich die Gruppe über "vulgäre Sprache (z.B. V-gina)" und dass die Sendung vom "antichristlichen Fanatiker Dan Savage" mitproduziert wird.

Die Serie basiert lose auf dem Leben des LGBT-Aktivisten Dan Savage – auch er ist in einer streng katholischen Familie in Chicago aufgewachsen. Savage ist ein beliebter Gegner von christlich-fundamentalistischen Organisationen in den USA, da er sich bereits seit den Neunzigern für LGBT-Rechte einsetzt und einer der schärfsten Kritiker von religiös eingefärbter Homophobie ist. International bekannt ist sein 2010 gestartetes Projekt "It Gets Better", für das er sogar Präsident Barack Obama gewinnen konnte (queer.de berichtete).

Youtube | Trailer für "The Real O'Neals"

"Antichristliche Hasstiraden"


Darsteller Martha Plimpton, Jay R. Ferguson und Noah Galvin (Bild: ABC)

Auch andere christlich-fundamentalistische Aktivisten beklagten sich über die Serie. So heißt im von der Pfingstbewegung herausgegebene Magazin "Charisma", dass die Serie "antichristliche Hasstiraden" zeige. In den ersten beiden Folge gebe es "93 visuelle und verbale Erinnerungen, dass sich diese Sendung über Katholiken lustig macht". Außerdem würden die Protagonisten acht Mal Sünden eingestehen, rechnete das Magazin vor.

Es hatte bereits Proteste gegeben, als ABC die Serie im vergangenen Jahr angekündigt hatte (queer.de berichtete). Damals erklärte Tony Perkins vom "Family Research Council", einer Denkfabrik der religiösen Rechten: "Will ABC wirklich eine Sendung produzieren, die auf einem niederträchtigen Rabauken wie Dan Savage basiert? Repräsentieren Dan Savages Obszönitäten, seine Einschüchterung von Teenagern und seine gewalttätige Rhetorik die Werte von Disney?" Der Disney-Konzern hatte das Network 1996 erworben.

Neben Kennys Coming-out werden in "The Real O'Neals" auch die Eheprobleme der Eltern thematisiert, die von Martha Plimpton und Jay R. Ferguson dargestellt werden. Weitere Figuren sind der 17-jährige Sohn Jimmy O'Neal (Matthew Shively), der an Magersucht leidet, und die 14-jährige Tochter Shannon O'Neal (Bebe Wood), die vom Glauben abgefallen ist. Die Serie zeigt dabei viele klassische Elemente einer Situationskomödie wie eine schnelle Abfolge von Pointen und komischen Momenten, die teilweise auf dem Spannungsverhältnis zwischen der beschützenden Mutter und dem Sohn, der gerade seine Homosexualität entdeckt, beruhen.

Noch ist unklar, ob und wann die Serie in Deutschland ausgestrahlt. Auf ABC wird am Dienstag die vierte Folge gezeigt. (dk)



#1 TheDadProfil
  • 14.03.2016, 16:36hHannover
  • ""Besonderer Kritikpunkt ist das Coming-out der 16-jährigen Hauptfigur Kenny O'Neal (dargestellt von Noah Galvin).""..

    Die Serie ist bestimmt wichtig..
    Sieht man ja an der Reaktion der ""Christlich-konservative Aktivisten""..

    Was aktivieren die denn so ?

    Was mich besonders nervt ist, das solche Figuren wie die der Hauptfigur dann von Darstellern verkörpert werden, die mit dem Alter der Figur nicht mehr zu tun haben..
    Noah Galvin ist 1994 geboren und wird im Mai 22 Jahre alt..

    Wie auch schon bei "Aus der Haut" letzte Woche in der ARD, gedreht 2014, wo die Hauptfigur im Film 17 sein soll, von einem damals 21-Jährigen gespielt wurde..
    Die Darsteller der Klassenkameraden sind sicher auch nicht jünger..

    Das ist mir vor Jahren schon mal in US-Filmen aufgefallen, wo dann Teenager mit Brustfell auftauchen, und sich herausstellt, der Darsteller ist gerade 30 geworden..

    Mit Figuren-nahen Casting hat das dann nur noch wenig zu tun..
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#2 NicoAnonym
  • 14.03.2016, 16:39h

  • Wem es nicht gefällt, der soll es halt nicht gucken. Wird ja niemand gezwungen, das zu gucken.

    Aber was bilden die sich ein, anderen ihren Willen aufzwingen zu wollen...
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#3 schwarzerkater
  • 14.03.2016, 17:07h
  • "Die Aktionsgruppe "One Million Moms", die von der homophoben "American Family Association" gesteuert wird..." - klingt schon irgendwie bedrohlich, denn wer kann was gegen mütter haben? nur schlechte menschen.
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#4 LucaAnonym
  • 14.03.2016, 17:09h

  • Die Religioten wollen Pluralismus und Meinungsfreiheit abschaffen um eine Kirchendiktatur nach mittelalterlichem Vorbild zu erschaffen.

    Das sind Feinde der Demokratie.
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#5 lordon
  • 14.03.2016, 18:10h
  • Bei iTunes ist die Serie in Deutschland schon erhältlich. Und da sie von diesen religiösen Fanatikern so heftig kritisiert wird, habe ich sie mir gleich mal gekauft.
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#6 DummeAntwortAnonym
#7 AsozialeFaschosDAnonym
#8 FelixAnonym
  • 14.03.2016, 18:36h
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    Die Aktionsgruppe "One Million Moms", die von der homophoben "American Family Association" gesteuert wird, zeigte sich über die Serie empört und hat vergangene Woche eine E-Mail-Kampagne gegen Hauptsponsor Coca-Cola gestartet
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    Die angeblichen "One Million Moms" sind in Wirklichkeit nur ein paar Hundert Damen (und nicht mal alle sind tatsächlich Mütter). Deren Selbstbezeichnung ist nur Ausdruck ihres Größenwahns.

    Jedes Unternehmen ist gut beraten, es sich nicht wegen ein paar Hundert Fanatikern mit Millionen von LGBTI und toleranten Kunden zu verscherzen...
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#9 FuchurAnonym
  • 14.03.2016, 18:46h
  • Antwort auf #6 von DummeAntwort

  • Wie wahr. Serienfiguren wie El Bundy und Homer Simpson sind zwar Trottel, aber keine böswilligen Trottel.
    Das kann man von den radikal-religiösen Trotteln, wie den One Million Moms, leider nicht behaupten.
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#10 Homonklin44Profil
  • 15.03.2016, 05:08hTauroa Point
  • Sitcoms sind aufgrund ihrer Stilelemente und der Künstlichkeit nie so mein Ding gewesen, nach 'Family matters' oder 'Golden Girls' war ich damit durch. Die unpassenden Figurenbesetzungen gab es ja auch in Kinofilmen öfter schon. Ich weiß zwar nicht, wie alt genau Michael J. Fox in den 'Back to the future'-Streifen so war,aber vermutlich kein Teenie. Aber bei dem lief das Acting glatt. In den Sitcoms benehmen die sich oft wie im Puppenhäuschen.

    Dass die (radio)aktiven Christen da aufbegehren, war ja klar. Die, welche selbst am meisten diskriminieren und schimpfen, beleidigen und verunglimpfen, müssen sich ja fürchterlich an den Eckstein gepullert vorkommen, wenn man ihnen das in einer serie vorführt und ihre Weltansicht verulkt.

    Deswegen gönne ich der Serie auch den internationalen, größten Erfolg als Nicht-mal-Sitcom-Fan ever!

    1 Million Moms?? "Burn baby burn - burn the mother down!" *träller*
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