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Das Titelbild des "Aufklärungs"-Films "Die verborgenen Wurzeln der modernen Sexualaufklärung" der "Besorgten Eltern". Das Motiv der nach den Kindern greifenden Hand, das auch vom "Stürmer" stammen könnte, findet sich auch auf der gleichnamigen Broschüre, die jetzt an Politiker verschickt wurde.

Die Gruppe versorgt die Politiker mit einer Broschüre, in der u.a. die staatliche "Förderung homosexuellen Verhaltens" beklagt wird.

Von Norbert Blech

Alle Abgeordneten des sächsischen Landtags haben Ende der letzten Woche Post der "Besorgten Eltern" erhalten. Der "moderne Sexualkundeunterricht" an Schulen löse "viele Fragen, aber auch Sorgen aus", heißt es in dem Schreiben, das queer.de vorliegt.

Die "Besorgten Eltern in Sachsen" beklagen darin, dass "neue Bildungspläne" oder "Unterrichtsstunden von externen Sexualpädagogen unter Ausschluss der Lehrerschaft" von vielen Bürgern als "unheilvoll, um nicht zu sagen brandgefährlich" empfunden würden.

Viele Politiker würden die Hintergründe nicht kennen, so das Schreiben, weswegen man diese nun "detailliert" mit der beiliegenden Broschüre samt DVD aufklären wolle. So könnten die Abgeordneten besser beurteilen, ob "das wirklich die Sexualaufklärung ist, die Sie sich für unsere Kinder wünschen". Im Namen vieler "besorgter Eltern" bedanke man sich für die "Investition zum Wohle unserer Kinder und somit für die Zukunft unseres Landes".

Homosexualität als Geburtenkontrolle


Das Schreiben der "Besorgten Eltern" an die Abgeordneten in Sachsen

Um die "Besorgten Eltern", die oft mit der Bewegung "Demo für alle" verwechselt werden, war es seit rund einem Jahr ruhig geworden. Nachdem man noch vollmundig eine regelrechte Deutschland-Tour mit 13 Demonstrationen für 2015 angekündigt hatte, sagte man diese nach einem Gastspiel in Hamburg, das zu einem großen Gegenprotest und kleinen Ausschreitungen am Rande führte (queer.de berichtete), angeblich aus Angst vor Gegengewalt ab.

Online blieb die Truppe aber weiter aktiv, veröffentlichte etwa die 24-seitige Broschüre "Die verborgenen Wurzeln der modernen Sexualaufklärung", die seitdem auch von Aktivisten der Gruppe auf der "Demo für alle" in Stuttgart verteilt und nun an die Abgeordneten verschickt wurde. In ihr werden eine regelrechte sexualpädagogische Weltverschwörung aufgebaut und ihre angeblichen Vorkämpfer vorgestellt, von Magnus Hirschfeld über Simone de Beauvoir bis hin zu Judith Butler (diese fordere "vehement die Abschaffung des Inzesttabus, sowie des Tabus der Homosexualität").

"Die Wurzeln der Gender-Theorie gehen auf Gründer zurück, die in abartigsten sexuellen Praktiken verstrickt waren" und "widernatürlichste und perverseste Überzeugungen veröffentlicht" haben, heißt es in der Broschüre zu den "kriminellen Hintergründen der Gender-Ideologie". In der Auflistung fehlen natürlich auch die generell von Neurechten gescholtenen Wissenschaftler Elisabeth Tuider und Stefan Timmermanns nicht; für die "Besorgten Eltern" fängt die "Ideologie-Gehirnwäsche" aber schon bei der BzgA und pro Familia an. "pro familia zeigt harte Aufklärungsfilme ('Sex we can') unter Ausschluss von Lehrern und Eltern im Schulunterricht!", heißt es etwa. "Warum werden die verantwortlichen Gender-Sexualpädagogen nicht unverzüglich strafrechtlich verfolgt?"

Gender Mainstreaming, das ist die Kern-Theorie der "Besorgten Eltern", sei ein "trojanisches Pferd für eine weltweite Geburtenkontrolle". So gehöre zu dieser "Agenda" die "Förderung homosexuellen Verhaltens, da es dabei nicht zur Empfängnis kommt". Letztlich verfolge "Gender das Ziel, die Entstehung des menschlichen Lebens zu verhindern durch Förderung der Homosexualität, Verhütung und Abtreibung. Wo dies nicht gelingt, wird die Familie als Keimzelle glücklicher Kinder gezielt zerstört."

Aus Russland geförderte Verschwörungspropaganda


Protest der "Besorgten Eltern" 2014 in Frankfurt am Main. Die Demos richten sich weniger gegen LGBT-Rechte wie die "Demo für alle", mehr gegen einen generellen Sexualkundeunterricht

Verantwortlich für die mit allerlei Lügen und Verschwörungstheorien arbeitende Hetzschrift, die sich teilweise auf Veröffentlichungen von Gabriele Kuby stützt, ist Matthias Ebert aus dem nordrhein-westfälischen Sendenhorst, Chef der "Besorgten Eltern". Regional stützt sich seine Bewegung auf sehr unterschiedliche Charaktere – der Verfasser des Schreibens an die Abgeordneten in Sachsen, Jörg Teichert, redete etwa einmal auf einer Kundgebung gegen "Asylmissbrauch" Seite an Seite mit mehreren NPD-Abgeordneten. Auch zu Protesten in Köln kamen Rechtsextreme von "Pro Köln" und der NPD, während auf der Bühne christliche Fundamentalisten zu Wort kamen.

Hauptsächlich wird die Bewegung allerdings von Russlanddeutschen und anderen Personen mit russischsprachigem Hintergrund gestützt. Das russische Staatsfernsehen war bei allen Protesten der "Besorgten Eltern" dabei, um Bilder von deren Einsatz für die "traditionelle Familie" für die Heimat zu produzieren. Bei einer Demo in Dresden, bei der es zu einem großen Gegenprotest kam (queer.de berichtete), sprach Jürgen Elsässer, der Russland-Propagandist des "Compact"-Magazins. Er hatte im Jahr zuvor mit russischer Finanzierung eine "Familien"-Konferenz in Leipzig durchgeführt, an der die Verantwortliche des Homo-"Propaganda"-Gesetzes und eine Vertreterin der französischen Bewegung gegen die Ehe-Öffnung teilnahmen (queer.de berichtete).

Bei den Besorgten Eltern in Bayern gab es zugleich Verbindungen zu einer evangelikalen Freikirche aus der Ukraine. Eine andere auffällige Verbindung besteht zum ebenfalls für Russland Propaganda betreibenden und mit Elsässer verbundenen Schweizer Laienprediger und Verschwörungstheoretiker Ivo Sasek, dessen "klagemauer.tv" die Proteste der "Besorgten Eltern" wie der "Demo für alle" und Sexualaufklärung an sich immer wieder thematisieren.

Nachdem der Jugendableger des Youtube-Kanals Kinder vor einem Coming-out als "manipulierte Identitätsfindung" warnte (queer.de berichtete), bekam die "Sektenfamilie" (Schweizer "Tagesspiegel") immerhin Ärger mit dem deutschen Jugendschutz. Das hielt "klagemauer.tv" nicht davon ab, im Januar diesen Jahres zusammen mit den "Besorgten Eltern" eine fast einstündige Dokumentation auf Youtube hochzuladen. Sie trägt den Titel der Broschüre, "Die verborgenen Wurzeln der modernen Sexualaufklärung", und ist ein reines Propaganda-Machwerk.

Kritik der Schwusos

Oliver Strotzer, Landesvorsitzender der Schwulen und Lesben in der SPD in Sachsen, hofft, dass sich die Politiker davon nicht beeindrucken lassen: "In Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche jederzeit über das Internet an pornografisches Material gelangen können, ist eine von erfahrenen Pädagogen begleitete Aufklärung an Schulen zwingend geboten. Dies geschieht im übrigen immer im Einvernehmen mit Eltern und Lehrern sowie im Sinne des Sächsischen Orientierungsrahmens für Familien- und Sexualerziehung."

Den Besorgten Eltern gehe es darum, "die Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Identität mit Pädophilie zu verknüpfen und so zu diskreditieren", meint der Schwusos-Chef. "Sie bekämpfen eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität diskriminierungsfrei leben können."



#1 RobinAnonym
  • 17.03.2016, 12:37h
  • Sie nennen sich "besorgte Eltern", sind aber in Wirklichkeit dasselbe rechte, braune Pack, das auch Asylantenheime anzündet, etc.

    Die ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse, verdrehen die Fakten, schrecken vor keiner Lüge zurück und schüren unbegründete Ängste. Alles nur, um ihr totalitäres Weltbild durchzudrücken.

    Auf solche ewiggestrigen Fanatiker kann und darf Politik nicht hören.
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#2 Go homeAnonym
  • 17.03.2016, 12:40h
  • "Hauptsächlich wird die Bewegung allerdings von Russlanddeutschen und anderen Personen mit russischsprachigem Hintergrund gestützt."

    Mein Vorschlag:
    wenn es denen hier nicht passt, können die ja gerne nach Russland zurück gehen. Da finden sie genau dieses faschistische Weltbild, das sie jetzt auch in Deutschland verbreiten wollen.
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#3 TimonAnonym
  • 17.03.2016, 12:50h
  • Das sind dieselben Leute, die behaupten, die Bildungspläne sähen vor, dass Schüler Pornos gucken müssen und an Gruppensex-Orgien teilnehmen müssen.

    Mit anderen Worten: das sind geisteskranke, völlig durchgeknallte Spinner, die jeden Bezug zur Realität verloren haben.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 17.03.2016, 12:54h
  • >>>>>>>>>>
    Jörg Teichert, redete etwa einmal auf einer Kundgebung gegen "Asylmissbrauch" Seite an Seite mit mehreren NPD-Abgeordneten.
    <<<<<<<<<<<

    Wer Seite an Seite mit der NPD Kundgebungen abhält, ist nun wirklich niemand, der anderen Ratschläge zu geben hat, wie Schulunterricht auszusehen hat.
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#5 NicoAnonym
  • 17.03.2016, 13:05h

  • Warum wollen die wohl Schüler dumm halten?!

    Alle Faschisten sind immer darauf angewiesen, andere dumm zu halten und Ängste zu schüren. Anders kann deren Fanatismus nicht wirken.
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#6 LucaAnonym
  • 17.03.2016, 13:34h

  • Wenn man mal bedenkt, dass die CDU diese vom Hass zerfressenen Fanatiker auch noch unterstützt...
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#8 LovesternProfil
  • 17.03.2016, 16:51hGreifswald
  • Dieses hinterfotzige "aber die armen Kinder"-Vorgeschiebe geht mir total auf den Keks. Sollen die doch bitte offen zu ihrer Homophobie stehen und nicht was von Kindern schwafeln, die sie schützen wollen. Die Kinder sind denen egal, sie wollen nur ihre Weltanschauung schützen.

    Im Übrigen hat Homosexualität noch nie vor Kindern geschützt.
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#9 BildungAnonym
  • 17.03.2016, 17:11h
  • Diese durchgeknallten Wahnsinnigen sind der beste Beleg, dass mehr Bildung und Aufklärung dringend nötig ist.
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#10 PFriedrichProfil
  • 17.03.2016, 17:44hTrier
  • Viele dieser paradechristlichen Eltern selektieren skrupellos Bibelpassagen heraus, um ihre Dünkelhaftigkeit auszuleben, auszutoben.
    In einer dieser Bibelpassagen befiehlt ihnen ihr "Gott" (der sie selber sind), Kinder quasi rituell zu schlagen. Auf diese Weise können sie ihren eigenen verdrängten Schmerz, ihren eigenen verdrängten Hass auf ihre eigenen damals schlagenden Eltern, in blinder Wut an ihren Kindern austoben.
    Ihr eigenes ungelebtes Leben rauben sie von der kommenden Generation, von ihren Kindern, wie es Arno Gruen und Alice Miller beschreiben.
    Wie die Mißbrauchsskandale der Kathkirche zeigen, sind unter dieser Gefühlsverdrängung die Übergänge von der allgemeinen Mißhandlungsgewalt zur einschlägig sexuellen Gewalt des Mißbrauchs fließend.
    Von all diesen hintergründigen Zusammenhängen soll nun durch die Hetzschriften der besorgten Eltern abgelenkt werden: Sie sind tatsächlich besorgt, nämlich besorgt darüber, daß im Lichte emotionaler und sexueller Aufklärung ihre dünkelhaften Strukturen entdeckt werden.
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