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  • 19.03.2016, 08:42h           14      Teilen:   |

Ratgeber aus dem Herder Verlag

Adenauer-Stiftung erklärt Flüchtlingen die Homo-Ehe

Artikelbild
Knapp die Hälfte der homosexuellen Paare in Deutschland sei verpartnert, behauptet die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (Bild: flickr / Franz Johann Morgenbesser / cc by 2.0)

Im konservativen Leitfaden "Deutschland. Erste Informationen für Flüchtlinge" werden Lesben und Schwule zwangsverpartnert.

Von Micha Schulze

Auch als gebürtiger Deutscher lernt man doch immer wieder dazu, wenn man sich durch die Flut der neuen Ratgeber für Migranten blättert. "Deutschland. Erste Informationen für Flüchtlinge", heißt da etwa ein zweisprachiger Leitfaden der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der bereits vor einigen Wochen im Herder Verlag erschienen ist und sich insbesondere an Menschen aus arabischen Ländern richtet.

Auf 144 Seiten gibt das Autoren-Duo Rocco Thiede und Susanne van Volxem viele wirklich nützliche Hinweise. Etwa dass die Deutschen im gepflegten Vorgarten gerne Schweinefleisch grillen, dass man sich hierzulande am Bankschalter nicht vordrängelt und nur bei Grün über die Straße geht oder dass das "öffentliche Urinieren an Bäumen" eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Mit diesem Wissen gelingt die Integration ganz bestimmt!

Fortsetzung nach Anzeige


Vorsicht: Homos knutschen auf der Straße!

Der im Herder Verlag erschienende Leitfaden kostet 9,99 Euro – wer mindestens 50 Exemplare bestellt, erhält einen großzügigen Rabatt
Der im Herder Verlag erschienende Leitfaden kostet 9,99 Euro – wer mindestens 50 Exemplare bestellt, erhält einen großzügigen Rabatt

Auch über uns homosexuelle Mitbürger erfährt man etwas in dem Aufklärungs-Bändchen: "Paare – und zwar heterosexuelle wie gleichgeschlechtliche – liebkosen und küssen sich in Deutschland auch auf der Straße", schreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung. "Das ist nicht anstößig, sondern normal." Bei meinen letzten Besuchen in Bitterfeld und Wanne-Eickel sind mir zwar keine wild knutschenden Lesben und Schwulen in der Öffentlichkeit aufgefallen, aber das lassen wir einfach mal so stehen.

Denn die Adenauer-Stiftung weiß noch mehr. In einem Abschnitt über "wilde Ehen" heißt es in dem Ratgeber: "Auch der Anteil homosexueller Paare ist gestiegen. Fast die Hälfte von ihnen lebt in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft, einer Art Ehe mit entsprechenden Rechten und Pflichten."

Nun gibt es keine genauen Zahlen darüber, wieviele lesbisch-schwule Singles, Paare, Dreierkisten und andere Beziehungskonstellationen in der Bundesrepublik leben (die AfD hat ja noch nicht nachgezählt], doch die 50-Prozent-Zwangsverpartnerung der Autoren scheint mir sehr arg hochgegriffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 2013 rund 35.000 gleichgeschlechtliche Paare als Eingetragene Lebenspartnerschaft in einem Haushalt zusammen – das sind nicht einmal 0,1 Prozent der Bevölkerung.

Nebenbei bemerkt: Die Zahl der Homos unter der Haube dürfte vermutlich deutlich höher ausfallen, wären alle Menschen in Deutschland wirklich gleichgestellt. Die Lebenspartnerschaft ist eben nur "eine Art Ehe", die – auch dank Konrad-Adenauer-Stiftung und Union – leider noch immer nicht die "entsprechenden Rechte und Pflichten" besitzt.

Aufklärung zum Schnäppchenpreis von 9,99 Euro

Dazu passt der nächste schöne Satz aus dem "Deutschland"-Leitfaden: "Das Recht auf freie Meinungsäußerung endet dort, wo Menschen diskriminiert oder beleidigt werden", schreiben die Autoren der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ein Satz, über den sich die Flüchtlinge nicht nur in Clausnitz besonders freuen dürften! Gleich dreimal wird erwähnt, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.

Das bringt mich auf eine Idee: Falls unsere Flüchtlinge jetzt nicht die Buchläden stürmen sollten, um sich diesen herausragenden Leitfaden zum Schnäppchenpreis von 9,99 Euro zu besorgen, könnte man die Restauflage ja an die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schicken. Stichworte Normalität und Diskriminierung. Denn wie gesagt: Auch Menschen, die hierzulande geboren wurden, können noch immer etwas dazulernen!

  Infos zum Buch
Rocco Thiede, Susanne van Volxem: Deutschland. Erste Informationen für Flüchtlinge. Ratgeber. Kartoniert. 144 Seiten. Herder Verlag. Freiburg 2015. 9,99 €. ISBN: 978-3-451-34939-3
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Leitfaden bei Amazon.de
» Leseprobe als PDF
» Mengenrabatt beim Herder Verlag
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Tags: konrad-adenauer-stiftung, flüchtlinge, eingetragene lebenspartnerschaft, herder verlag
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Reaktionen zu "Adenauer-Stiftung erklärt Flüchtlingen die Homo-Ehe"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.03.2016
09:56:04


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ach!, liebe queer.de Redaktion, den letzten Abschnitt hab Ihr aus mein Hirn in den Artikel kopiert.
Den ganzen Artikel hab ich daran gedacht einen kommentar in dem Sinn zu schreiben, ich gehe trotzdem a bisserl weiter, nicht nur an die C- Bundesfraction, nähmlich an alle öffentlichen und nicht öffentlichen Einrichtungen sollte man sollche Lehr- Infoblätter schicken.


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#2
19.03.2016
10:58:36


(-5, 9 Votes)

Von GeorgG


"Die Zahl der Homos unter der Haube dürfte vermutlich deutlich höher ausfallen, wären alle Menschen in Deutschland wirklich gleichgestellt."

Wieviele schwule Paare haben wohl darauf verzichtet, eine Eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen, nur weil sie diese nicht "Ehe" nennen dürfen?


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#3
19.03.2016
11:08:06


(+7, 9 Votes)

Von KatholibanWatch
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Netter Versuch, du trollender Katholiban! Ihr habt kein Patent auf den Begriff der Ehe.
Es sind in der Tat so einige Paare, die genau deshalb darauf verzichten!
Ach ja: Wieviele heterosexuelle Paare würden darauf verzichten zu heiraten oder Kinder in die Welt zu setzen, wenn homosexuelle Paare dies auch so dürften?


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#4
19.03.2016
11:23:59


(+11, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


""Wieviele schwule Paare haben wohl darauf verzichtet, eine Eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen, nur weil sie diese nicht "Ehe" nennen dürfen?""..

Noch einmal 35.000 Paare..
Oder vielleicht sogar Zehn Mal so viele..
Alles rein spekulativ..
Und damit eine unsinnige Frage, so wie die der AFD in Thüringen, die LGBTTIQ's erst "durchzählen" will, bevor sie sich dazu herabläßt, das Gleichstellungsgebot aus der Verfassung anzuerkennen !

Es ist uninteressant, denn die Gleichstellung wäre auch dann umzusetzen, wenn es nur ein einziges Paar beträfe !

ALLE Menschen sind vor dem Gesetz gleich !

Und nicht alle, bis auf die Zwei..
Lern es endlich, und erspar uns solchen Unsinn !


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#5
19.03.2016
11:30:47
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von Pfote
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Damit implizierst Du, dass man sich gefälligst mit einer Lebenspartnerschaft zufrieden zu geben hat.

Mach Dir doch noch einfach nochmal die Unterschiede klar.


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#6
19.03.2016
13:38:42


(-15, 17 Votes)

Von Johannes45


Also ich kann die Kritik vom linken Autor Micha Schulze hier nicht nachvollziehen.

Was soll der Satz:
"" Bei meinen letzten Besuchen in Bitterfeld und Wanne-Eickel sind mir zwar keine wild knutschenden Lesben und Schwulen in der Öffentlichkeit aufgefallen, aber das lassen wir einfach mal so stehen."

---> Mein Mann und ich küssen uns in der Öffentlichkeit hier in ländlicher Region, und umarmen uns. Wo ist das Problem, das Micha Schulze damit hat ?

Soll das etwa heißen, dass homosexuelle Paare sich nicht in der Öffentlichkeit knutschen dürfen ? Dann wäre Micha Schulze doch in Wahrheit homophob, was ich ihm aber nicht zu seinem Gunsten unterstellen will.

-------------------------------

"Nun gibt es keine genauen Zahlen darüber, wieviele lesbisch-schwule Singles, Paare, Dreierkisten und andere Beziehungskonstellationen in der Bundesrepublik leben (die AfD hat ja noch nicht nachgezählt], doch die 50-Prozent-Zwangsverpartnerung der Autoren scheint mir sehr arg hochgegriffen. "

---> Wir wissen es einfach nicht. Und ob es nun 50 Prozent oder weniger sind, wozu die Aufregung von Micha Schulze ??? Es ist doch gut, wenn den Flüchtlingen/einwandernden Menschen in arabischer Schrift erklärt wird, dass in Deutschland für homosexuelle Paare die Standesämter geöffnet sind und es dieses Rechtsinstitut des Familienrechtes gibt.

--------------

Fazit: Mir scheint die Kritik des Autors nicht nachvollziehbar, vollkommen überzogen und irrelevant und Ihn stört doch nur, dass die Broschüre nicht von der Friedrich-Ebert-Stiftung oder Heinrich-Böll-Stiftung kommt.

Im Gegensatz zum Autor finde ich es gut, wenn die Konrad-Adenauer-Stiftung hier eine solche Broschüre in arabischer Schrift herausgibt und die Flüchtlinge auch über homosexuelle Menschen informiert. Schlimmer wäre es nämlich gewesen, wenn die Broschüre das Thema "homosexuelle Paare" nicht erwähnt und ausgeklammert hätte, wie es früher in den 1980er/1990er der Fall gewesen wäre.

Dieser Artikel ist daher einer der schlechtesten Artikel des Jahres auf der Queer.


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#7
19.03.2016
14:14:41
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von michael008
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Wir verzichten zum Beispiel darauf.
Mein Partner und ich sind seit 25 Jahren zusammen und würden auch heiraten...aber diese 2nd-Best-Ehe light... No Way.
Ich hätte als Schwarzer auch nicht die speziellen Türen in den Bussen genommen. Ich wäre zu Fuss gegangen.


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#8
19.03.2016
17:45:11


(+5, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Johannes45


""damit""..

Lern lesen..
Dann erschließt sich Dir auch der Sarkasmus in den Artikeln !

""---> Wir wissen es einfach nicht. Und ob es nun 50 Prozent oder weniger sind, wozu die Aufregung von Micha Schulze ???""..

Lern dringend Lesen..
Und Mathematik..
Wenn sich "nur" die Hälfte aller Schwul-Lesbischen Paare verpartnert hätte, hieße das bei 35.000 ELP's es gäbe bundesweit nur 70.000 Schwul-lesbische Partnerschaften ?

Wie weit soll hier die Marginalisierung der Minderheit durch die UNION und ihre Organisationen noch getrieben werden, bevor selbst Dir auffällt, was damit verbunden ist ?

Unfaßbar !


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#9
19.03.2016
22:13:55


(-5, 7 Votes)

Von GeorgG-Fan
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Absolut berechtigter Einwand!
Hier geht es ja auch nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Prospekt der Konrad-Adenauer-Stiftung, sondern um deren gezielte Herabwürdigung, da die Stiftung Meinungen vertritt, die nicht der Meinung desjenigen entspricht, der diesen Artikel schreibt.

Dass man aus Thailand selten nach Wanne-Eikel oder Bitterfeld kommt, ist dabei nur eine von vielen - kritischen - Anmerkungen, wobei diese eine beispielhaft ist für das Unvermögen des Schreiberlings, positive Impulse zu kommentieren und zu bewerten. Das ganze ist Wortklauberei, ohne Interesse an Fortschritt und der Unterordnung eigener Privatwünsche unter das große Ganze.
Der KAS zu unterstellen sie habe bei der Zahl der Homo-Ehen zu hochgegriffen ist absurd, denn hätte die KAS die Zahl von 35.000 genannt, hätte der Schreiberling vermutlich kritisiert, dass die Zahl zu niedrig sei.
Mich erinnert das ganze Geschreibsel an Frauke Petry: Angst machen, negative Sichtweisen offenlegen, aufwiegeln! Der Kreis schließt sich bei der Unfähigkeit zu Kompromissen und der Intention die Gesellschaft weiter zu spalten, verbunden mit einer moralischen Überheblichkeit, die nicht nur schädlich ist, sondern vor allem auch vermessen.


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#10
20.03.2016
19:05:46


(-5, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #9 von GeorgG-Fan


Absolut berechtigter Einwand!
@GeorgG-Fan
"Hier geht es ja auch nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Prospekt der Konrad-Adenauer-Stiftung, sondern um deren gezielte Herabwürdigung, da die Stiftung Meinungen vertritt, die nicht der Meinung desjenigen entspricht, der diesen Artikel schreibt.

Dass man aus Thailand selten nach Wanne-Eikel oder Bitterfeld kommt, ist dabei nur eine von vielen - kritischen - Anmerkungen, wobei diese eine beispielhaft ist für das Unvermögen des Schreiberlings, positive Impulse zu kommentieren und zu bewerten. Das ganze ist Wortklauberei, ohne Interesse an Fortschritt und der Unterordnung eigener Privatwünsche unter das große Ganze."

--> Vollkommen richtig erkannt und bewerte ich ebenso. Aber so ist nunmal unser linker Autor auf der Queer. LGBT-Fortschritte werden von Ihm nur gewürdigt, wenn sie von links der Mitte stammen. Für diese Haltung ist aber bekanntlich der Autor schon seit Jahren bekannt.


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