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Das in der Schwulenszene beliebte Poppers ist auch nach dem 6. April weiterhin auf der Insel erhältlich

Zwei Wochen vor dem geplanten Inkrafttreten des Schnüffelverbotes gab die britische Regierung nach: Poppers darf im Königreich weiter verkauft und konsumiert werden.

Die britische Regierung will doch nicht wie ursprünglich geplant den Verkauf und den Besitz des unter Schwulen beliebten Schnüffelstoffes Poppers untersagen. Das gab Staatssekretärin Karen Bradley am Dienstagmorgen bekannt.

Aids-Aktivisten begrüßten in einer ersten Reaktion die Entscheidung: So erklärte Yusef Azad vom National Aids Trust, dass es gefährlich gewesen sei, Nutzer in die Illegalität zu treiben, da sie so schwerer für die Prävention erreichbar seien.

Beide Kammern des Parlamentes hatten erst im Januar das "Gesetz über psychoaktive Substanzen" beschlossen, das "legale Highs" verbietet. Darunter fielen nach Ansicht der Regierung neben populären Substanzen wie Lachgas auch Poppers – der Besitz sollte zum 6. April illegal werden. Einzig die legalen Drogen Alkohol, Nikotin und Koffein wurden im Gesetz ausdrücklich ausgenommen.

Expertengremium empfahl Ausnahmeregelung für Poppers

Ein Beratungsgremium der Regierung für Drogenfragen argumentierte vergangene Woche in einem Bericht (PDF), dass Poppers keine Droge im herkömmlichen Sinne sei und deswegen nicht verboten werden solle. Poppers sei keine psychoaktive Substanz da es "nicht direkt das zentrale Nervensystem stimuliert oder unterdrückt" und außerdem nicht zu gesellschaftlichen Problemen für die Nutzer führe. Dieser Argumention folgte die Regierung nun.

Im Vorfeld der Verabschiedung des Gesetzes hatte der schwule Tory-Abgeordnete Crispin Blunt für Aufsehen gesorgt, als er im Januar bei der Debatte im Unterhaus zugab, Poppers zu konsumieren. "Ich benutze Poppers. Dieses Gesetz würde mich direkt betreffen", sagte der 55-Jährige damals. Es sei eine "unglaublich dumme Idee", Poppers-Nutzer zu verfolgen. Viele Schwule würden darüber den Kopf schütteln. Außerdem warnte er davor, dass mit dem Schnüffel-Verbot das Ziel der Regierung, die Bevölkerung vor wirklich gefährlichen Drogen zu schützen, konterkariert werde.

Youtube | Der Tory-Abgeordnete Crispin Blunt outet sich als Poppers-Konsument

In Deutschland als Medikament eingestuft

Bei Poppers handelt es sich um eine Mischung aus Substanzen, die beim Schnüffeln kurzzeitig schmerzlindernd und euphorisierend wirken. Wegen seiner muskelentspannenden Wirkung wird das Mittel gerne beim Anal-Sex eingesetzt. Gänzlich ungefährlich ist es nicht: Wenn Poppers mit Viagra eingenommen wird, kann es zu einem lebensgefährlichen Blutdruckabfall kommen, da beide Substanzen den Blutdruck senken. Auch die Einnahme in Verbindung mit Medikamenten und Drogen erhöht die Gefahr für das Herzkreislaufsystem.

In Deutschland gilt Poppers als verschreibungspflichtiges Medikament (es wurde früher gegen Herzbeschwerden angewandt). Der Besitz ist damit legal, das Mittel darf allerdings nicht verkauft werden. Immer wieder gibt es aber Razzien in Sex-Shops, die sich nicht an das Verkaufsverbot halten (queer.de berichtete).

Im vergangenen Jahr hat auch Österreich, in dem Poppers bis dato legal erworben werden konnte, ein Verkaufsverbot verhängt (queer.de berichtete). (dk)



#1 TheDadProfil
  • 22.03.2016, 20:13hHannover
  • Vernünftig..
    Die Gebraucher zu kriminalisieren nützt nur einem illegalem Markt, und schafft Probleme für die Justiz..

    Wie sollte dort ein Strafmaß aussehen ?
    Für einmal schnüffeln 1 Woche Haft ?

    Das Zeugs macht nicht einmal unfähig Auto zu fahren, wie die legale Droge Alkohol..
    Was soll dann also dieses Schießen mit Kanonen auf Spatzen ?
    Soll, muß man dahinter wieder so eine Aktion der homophoben Kreise der Torys vermuten ?
    Interessant das sich hier dann ausgerechnet ein Abgeordneter der Torys als Gebraucher outet..

    Dem jetzt dann wohl die gleichen unsinnigen Kommentare ins Haus schneien, wie Volker Beck, von wegen "unfähig fürs Amt" und solchen Unsinn..
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#2 Patroklos
#3 LaurentProfil
#4 Patroklos
#5 PfoteAnonym
#6 Homonklin44Profil
  • 23.03.2016, 20:05hTauroa Point
  • Ich weiß nicht ob das Zeugs Langzeitwirkungen entfaltet oder was, aber amtsunfähig müsste ja gut die Hälfte oder mehr der Menschheit sein, die sich irgendwas warum auch immer reinjubeln, um Stress besser abzufangen, um Courage zu kriegen, um Hemmungen zu drosseln ...

    Lustig fand ich : "Im Vorfeld der Verabschiedung des Gesetzes hatte der schwule Tory-Abgeordnete Crispin Blunt für Aufsehen gesorgt, als er im Januar bei der Debatte im Unterhaus zugab, Poppers zu konsumieren." daran, dass er seinem Namen keine Ehre erweist. Man hätte jetzt gedacht, der baut sich 'n crispy Blunt! und schwooft psychedelisch durch Amsterdam.

    Ja, wieder was illegalisieren, das hätte neue potenzielle Bagatellfälle erzeugt, mit denen man wegen nix und paar Dummen, die gleichzeitig was Kontraproduktives werfen, die Gerichte zupflastert.

    Besser die schnüffeln sowas anstatt von Klebstoff oder hirnzerfressenden Krams. Bisher hat auch noch keiner Boswelia verboten, nur weil man das in Kirchen gruppeninhaliert und darauf Engelein, Göttchen, Putten und lauter heilig-herzigen Krimskrams sieht.
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#7 saltgay_nlProfil
  • 24.03.2016, 10:57hZutphen
  • Der Artikel ist etwas ungenau. Das Standardmedikament gegen pektanginöse Herzbeschwerden ist "Nitrolingual". Das ist nichts anderes als Nitroglycerin. Weitere ähnliche Medikamente sind ebenfalls Ester der Salpetersäure.

    Poppers dagegen hat eine besondere Stellung in Deutschland. Sein Inhaltsstoff ist der Pentanol-Salpetrigsäureester, oder pentylnitrit (von Isomeren des Pentanols abgesehen). Gedacht ist es als Gegenmittel der Wahl bei einer Vergiftung mit Cyanwasserstoff (Blausäure) oder deren Salzen, die Cyanide. Nun ist die Zeit, wo sich reihenweise die Nazissen von BDM, NS-Frauenschaft damit umbrachten, weil der geliebte Führer nicht mehr lebte, leider vorbei. Sollten gewisse AfD-Führerinnen jedoch es ihnen nachtun wollen, so sollte man jede Spur von Poppers weitweg in Sicherheit bringen.

    Die Wirkung des Pentylnitrits beruht auf der schlagartigen Erweiterung der Gefäße. So soll also mehr Blut mit Restsauerstoff die Zellen versorgen. Jedoch besitzt die Nitritgruppe eine unangenehme Eigenschaft. Da der menschliche Körper aus Eiweißen aufgebaut ist, welche Aminogruppen enthalten, kann der Nitritrest mit den Aminogruppen reagieren. Es bilden sich Nitrosamine. Nitrosamine sind aber kanzerogen.

    Ein exzessiver Gebrauch von Poppers erhöht also das Krebsrisiko. Das gilt übrigens auch für Mett, Wurst und andere Fleischprodukte, weil Metzger gern Natriumnitrit in rauen Mengen verwenden. Dann sieht das Mett auch noch nach drei Wochen rot und appetitlich aus.

    Es macht also Sinn, die Einnahme von Nitriten auf ein absolut notwendiges Maß zu beschränken.
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