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  • 24.03.2016, 05:15h           97      Teilen:   |

Entwurf des Grundsatzprogramms

Jetzt offiziell: AfD will Kinder vor Lesben und Schwulen schützen

Artikelbild
AfD-Chefin Frauke Petry beim Neujahrsempfang ihrer Partei am 12. Februar in Augsburg
Bild: flickr / Metropolico.org / cc by 2.0

In seiner Homo- und Transfeindlichkeit unterscheidet sich der offizielle Programmentwurf der Rechtspopulisten kaum von der zuvor geleakten Fassung.

Von Micha Schulze

Noch vor einer Woche behauptete Alice Weidel, Mitglied in Bundesvorstand und Programmkommission der AfD, bei Sandra Maischberger, den zuvor geleakten Entwurf des Grundsatzprogramms der Rechtspopulisten gar nicht zu kennen. Nun hat die Partei am Mittwoch den offiziellen Entwurf (PDF) veröffentlicht. Und siehe da: Die Forderungen und Formulierungen gegen LGBT-Rechte sind weitgehend identisch.

Lediglich klitzekleine Entschärfungen wurden vorgenommen. So warnt das neue Papier statt vor der "Propagierung" der Homo- und Transsexualität im Schulunterricht nun vor einer "einseitigen Hervorhebung". Unverändert heißt es jedoch weiter: "Das traditionelle Familienbild darf dadurch nicht zerstört werden. Unsere Kinder dürfen in der Schule nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden."

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Keine "Verunsicherung der Kinder in Bezug auf ihre sexuelle Identität"

Ebenfalls unverändert wettert die AfD im offiziellen Entwurf gegen eine vermeintliche "Frühsexualisierung", gegen staatliche Ausgaben für "pseudowissenschaftliche 'Gender-Studies'" und "Umerziehungsprogramme", gegen Quotenregelungen und gegen eine "Verunstaltung der deutschen Sprache". Die "Verunsicherung der Kinder in Bezug auf ihre sexuelle Identität" sei einzustellen.

Einziger größerer Unterschied zum geleakten Entwurf im Bereich der Queer-Politik: Im offiziellen Papier ist die Forderung, alle staatlichen Programme zum Thema "Diversity" und "Anti-Diskriminierung" zu beenden, nicht mehr enthalten.

Weiterhin bekennen sich die Rechtspopulisten allerdings zur "traditionellen Familie als Leitbild". Im Entwurf heißt es dazu: "In der Familie sorgen Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung für ihre Kinder. Diese natürliche Gemeinschaft bildet das Fundament unserer Gesellschaft." Lesbische und schwule Paare sowie Regenbogenfamilien werden damit indirekt als "unnatürlich" abgewertet.

AfD fordert "Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene"

Der 80-seitige Programmentwurf vertritt auch in anderen Politikbereichen extrem konservative bis reaktionäre Positionen. So fordert die AfD etwa eine "Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene", "Kinder statt Masseneinwanderung" sowie einen "Schutz der Bürger vor einwanderungsbedingter Kriminalität". Auch die zuvor geleakten Positionen gegen Muslime sind Bestandteil des offiziellen Papiers. Ein eigener Absatz lautet: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland".

Trotz dieser minderheitenfeindlichen Positionen sieht sich die AfD selbst als eine Art freiheitliche Bürgerrechtspartei, die gegen "Totalitarismus" und "Knechtschaft" kämpft: "Wir, überzeugte Demokraten und freie Bürger, Liberale und Konservative wollen uns mit ganzer Kraft gemeinsam dafür einsetzen (…), unser Land im Geist von Demokratie und Freiheit grundlegend zu erneuern und eben diesen Prinzipien wieder Geltung zu verschaffen."

Noch sind Änderungen am Entwurf des ersten AfD-Grundsatzprogramms möglich, diskutiert und verabschiedet werden soll das Grundsatzprogramm am 30. April auf einem Parteitag in Stuttgart. Hinter den Kulissen scheint es bereits Streit zu geben: So soll die Vize-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch nach einem Bericht von Spiegel Online wegen des geleakten Entwurfs aus der 20-köpfigen Programmkommission geflogen sein.

AfD-Sprecher Christian Lüth hatte die Meldung allerdings dementiert: "Beatrix von Storch war und ist Mitglied der Bundesprogrammkommission. Dort oblag ihr als federführendes Mitglied des Redaktionsteams die Erstellung des ersten Programmentwurfes". Dieser Auftrag sei "mit der Vorlage des Entwurfes zur großen Zufriedenheit aller erfüllt".

Links zum Thema:
» Offizieller Entwurf des AfD-Grundsatzprogramms als PDF
» Der zuvor geleakte Entwurf als PDF
Mehr zum Thema:
» Gegen Muslime und LGBT – die neuen Schwerpunkte der AfD (12.03.2016)
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Tags: afd, beatrix von storch, alice weidel, alternative für deutschland, grundsatzprogramm
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Reaktionen zu "Jetzt offiziell: AfD will Kinder vor Lesben und Schwulen schützen"


 97 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
24.03.2016
07:26:07


(+6, 8 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"So soll die Vize-Bundesvorsitzende Beatrix von Sorch nach einem Bericht von Spiegel Online wegen des geleakten Entwurfs aus der 20-köpfigen Programmkommission geflogen sein." ... kann nicht verhehlen, dass ich schadenfroh bin, wenn ich so was lese
die werden sich noch ganz schön selbst zerfleischen ...


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#2
24.03.2016
07:39:17


(-10, 18 Votes)

Von Torsten_Ilg
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dieser erneute Rechtsruck der AfD war zu erwarten. Ursprüngliche programmatische Ansätze und Beschlüsse aus den Landesverbänden, wie z.B. die Gleichstellung Alternativer Familienmodelle (NRW) - wie dies ja durch das BVerfG gefordert wird - sind offenbar in den Entwurf des Bundesprogramms nicht mit eingeflossen. Auch die großspurige Ankündigung der"BIG Homosexuelle in der AfD", im Schulunterricht für eine Behandlung nicht heterosexueller Identitäten einzutreten, wenn auch dezenter als dies die GRÜNEN fordern, fand erwartungsgemäß KEINE Unterstützung durch die Programmkommission. Stattdessen Propagierung einer völlig anachronistischen Sexualmoral aus den 1950-er Jahren. Initiiert durch die Gruppe um Frau von Storch und deren christlich-fundamentalistisches Netzwerk. Die Liberalisierung der AfD ist gescheitert. Die Partei ist auf dem Weg zur "Politsekte".


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#3
24.03.2016
09:09:30
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von Juli


.... Und ist nach aktuellen Umfragen drittstärkste Kraft in Deutschland! Prost Mahlzeit!


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#4
24.03.2016
09:12:07


(+15, 15 Votes)

Von Felix


Man sollte Kinder eher vor diesen bornierten, totalitären Ewiggestrigen schützen...


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#5
24.03.2016
09:38:24
Via Handy


(+9, 15 Votes)

Von Ehla


Kommt es nur mir vor, dass es in Zukunft und auf längere Sicht mit Deutschland bergab geht? Und ich mein nicht nur bei den Homosexuellenrechten sondern das generell Deutschland abbaut. Ja, sogar zu einen kleinen armen Russland wird?

Ich denke, dass man das Kanzleramt nicht auf zwei Amtszeiten begrenzt hat, bricht Deutschland jetzt das Genick


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#6
24.03.2016
10:00:31


(+9, 13 Votes)

Von Heiner


AfD - Allianz faschistischer Deppen


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#7
24.03.2016
10:10:39


(+4, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Torsten_Ilg


""Auch die großspurige Ankündigung der"BIG Homosexuelle in der AfD"""..

""großspurig"" ?
Warst Du an dem Entwurf nicht beteiligt ?

""wenn auch dezenter als dies die GRÜNEN fordern,""..

""dezenter"" ?
Weil man Realitäten nicht als solche bezeichnen soll ?
Sprechen die Lehrkräfte dann davon, das es so etwas wie die LGBTTIQ "geben soll" ?


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#8
24.03.2016
10:38:15


(+7, 11 Votes)
 
#9
24.03.2016
10:46:22


(+11, 11 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


Jetzt offiziell:

Lesben und Schwulen moechten ALLE KINDER vor Nazis,Faschistenpack und uebergriffigen RKK Pfaffen und ueberhaupt dem Einfluss aller Sekten schützen

einmal 33 bis 45 ist genug ...keiner braucht eine Wiederholung


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#10
24.03.2016
10:47:38


(+13, 13 Votes)

Von Marek


1. Es geht nicht um "einseitige Hervorhebung" von Homo- oder Transsexualität. Es geht darum, diese gleichberechtigt neben Heterosexualität darzustellen.

2. Wie kann Bildung Kinder "verunsicheren"? Wenn man alle Richtungen von Sexualität kennt, kann man sich ohne Zwänge frei entwickeln, weil man weiß, dass die eigene Sexualität okay ist und dass auch andere Formen von Sexualität ebenfalls okay sind.

Aber solche Fakten interessieren die AfD ja gar nicht. Bei Rechtspopulisten geht es immer nur darum, aus Ängsten und Unwissenheiten von Bürgern politisch Kapital zu schlagen. Statt über Fakten aufzuklären, schürt man unbegründete Ängste noch weiter, um sich daran zu bereichern. Und für diese Taktik eignet sich nichts besser als Kinder zu instrumentalisieren, wie die AfD das hier macht...


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