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Beim Lesbisch-schwulen Stadtfest 2014 durfte die AfD noch vollen Körpereinsatz zeigen (Bild: Amor D.)

Anders als 2014 will der Regenbogenfonds der schwulen Wirte keinen Infostand der Rechtspopulisten zulassen.

In diesem Sommer bekommt die Alternative für Deutschland (AfD) keine Bühne, um wenige Wochen vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus ausgerechnet auf dem Lesbisch-schwulen Stadtfest in Berlin für ihre teils reaktionäre Politik zu werben. Nach einem Facebook-Post der Queerpolitischen AG der SPD Schöneberg vom Freitag hat der Regenbogenfonds der schwulen Wirte als Veranstalter einen Infostand der Rechtspopulisten abgelehnt.

Stadtfest-Chef Gerhard Hoffmann bestätigte am Sonntagmorgen die Absage gegenüber queer.de. Allerdings habe man schon 2015 einen Infostand-Antrag der AfD zurückgewiesen. Im Vorjahr habe dies jedoch keine Wellen geschlagen.

Proteste gegen AfD-Teilnahme im Jahr 2014


Einsamkeit am AfD-Stand: Die Rechtspopulisten wurden vom Regenbogenfonds 2014 nicht in der "Parteienmeile" platziert, sondern in einer toten Ecke des Stadtfests (Bild: Micha Schulze)

Im Jahr 2013 war die AfD erstmals bei dem zweitägigen Event rund um die Motzstraße präsent, das jedes Jahr rund 300.000 Besucher anlockt. Nach eigenen Angaben sammelte die neue Partei dort 600 Unterschriften für ihre Teilnahme an der Bundestagswahl – mehr als auf jedem anderen Straßenfest, wie Pressesprecher Götz Frömming damals betonte.

Lautstarke Proteste gab es 2014, als die AfD mit Genehmigung des Regenbogenfonds erstmals einen Infostand aufbaute. In einer ungewöhnlichen Mehrparteienfront liefen etwa die Standbetreiber von Linkspartei, SPD, Grünen, FDP und der CDU spontan zur politischen Konkurrenz, bauten sich vor den Rechtspopulisten auf und sangen: "Ihr seid bloß eine Karnevalspartei" (queer.de berichtete). Darüber hinaus kam es zu kleineren Zwischenfällen und Rangeleien. So versuchten Stadtfestbesucher, das Infomaterial der AfD zu entwenden oder spuckten den Rechtspopulisten vor die Füße.

Stadtfest-Chef Gerhard Hoffmann erklärte damals gegenüber queer.de, er sei "wirklich kein Freund dieser Partei", es gebe aber "keine rechtliche Handhabe, den Stand zu verhindern". Als Zeichen seiner Distanzierung platzierte der Regenbogenfonds den AfD-Stand nicht in der zentralen "Parteienmeile", sondern abseits am hintersten Ende der Motzstraße, noch hinter der Connection-Bühne. "Die stehen ganz rechtsaußen", lästerte Michael Kauch von den Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL).

Wie später ein Anruf des Magazins "Siegessäule" beim genehmigenden Bezirksamt ergab, war das Argument der fehlenden rechtlichen Handhabe nicht überzeugend. Es gebe keinerlei Auflagen, was Teilnehmer betrifft, hieß es aus der Behörde. Demnach hätte der Regenbogenfonds schon 2014 von seinem Hausrecht Gebrauch machen und einen AfD-Stand ablehnen können.

"Wir haben endlich einen Weg gefunden, die Teilnahmebedingungen zu ändern", erklärte dazu nun Stadtfest-Chef Gerhard Hoffmann gegenüber queer.de. "Mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen." Wegen der Fußball-EM in Frankreich findet das Lesbisch-schwule Stadtfest in diesem Jahr nicht im Juni, sondern erst am 16. und 17. Juli statt. (mize)



#1 Svetlana LAnonym
  • 27.03.2016, 09:26h
  • Seeeehr gute Entscheidung! *daumenhoch*

    "Mehr gibt es dazu gar nicht zu sagen" (wenn ich mal zitieren darf)
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#2 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 27.03.2016, 09:39h
  • Mittlerweile ist nun wirklich hinreichend bekannt,
    wie zutiefst homophob diese Partei ist.

    Daher: einzig richtige Entscheidung -
    vielen Dank!
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#3 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 27.03.2016, 09:55h
  • ...gut so! "Wir" müssen nicht alles tolerieren und akzeptieren, schon gar nicht eine offen homophobe Partei, die die Stimmung auf dem Stadtfest unnötig vergiften würde.
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#4 Torsten_Ilg
#5 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 27.03.2016, 10:36h
  • Antwort auf #4 von Torsten_Ilg
  • Sie würden wohl mit demselben Argument auch gern die NPD einladen?

    Hätten mit demselben Argument sicher gerne und ohne zu zögern auch die NSDAP eingeladen?

    Nur die dümmsten Kälber promoten ihre Schlächter selber. - frei nach Bertolt Brecht
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#6 RalfAnonym
  • 27.03.2016, 10:42h
  • Seltsam. Bei solchen Festen und bei CSD-Paraden werden regelmäßig Stände und Wagen aller homofeindlichen Parteien (CDU, SPD, FDP) geduldet. Für die AfD soll das hier nicht mehr gelten. Warum? An deren Politik gegen Schwule und Lesben kann es nicht liegen. Dann müssten die anderen auch ausgeschlossen werden. Ich bin schon lange dafür, Parteien, die gegen uns Politik und Propaganda machen, von solchen Festen fernzuhalten - aber alle, nicht nur eine.
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#7 JarJarProfil
  • 27.03.2016, 10:48hKiel
  • Richtig so die Seelenfänger können wo anders ihren Dreck unter die Leute bringen.
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#8 Torsten_Ilg
#9 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 27.03.2016, 11:07h
  • Antwort auf #8 von Torsten_Ilg
  • Mit Verlaub - dämliche "Gegenargumentation".

    Mit Ihrem Argument müsste JEDE Partei zugelassen werden - weil sie sich sonst IMMER auf eine "Märtyrerrolle" berufen könnte.

    Wenn Sie nichts Sachliches beizutragen haben, unterlassen Sie es doch bitte, Argumente Anderer als "dämlich" zu bezeichnen. Das fällt letztendlich nur auf Sie selbst zurück.
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#10 Tommy0607Profil
  • 27.03.2016, 11:12hEtzbach
  • Gut so!
    Denn eine Rassistische , Homophobischen Verein braucht kein Mensch!
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