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  • 29.03.2016, 17:19h           9      Teilen:   |

Kulturkampf in Amerika

Homophobes Gesetz: US-Städte boykottieren North Carolina

Artikelbild
Charlotte, die größte Stadt von North Carolina, könnte bald weniger Besucher bekommen (Bild: flickr / James Willamor / cc by 2.0)

Ein gegen Homo- und Transsexuelle gerichtetes Gesetz hat für North Carolina Konsequenzen: New York, Seattle und San Francisco haben bereits einen Boykott gegen den Südstaat begonnen.

Der konservative US-Bundesstaat North Carolina gerät wegen seiner homo- und transphoben Politik immer mehr in die Kritik: Über das Osterwochenende haben die Städte New York City, Seattle und San Francisco sowie der Bundesstaat New York angekündigt, städtischen bzw. staatlichen Beamten und Angestellten alle offiziellen "nicht unbedingt notwendigen Reisen" nach North Carolina zu untersagen.

Grund ist ein am vergangenen Mittwoch von North Carolinas Gouverneur Pat McCrory unterzeichnetes Gesetz, das einen Diskriminierungsschutz für LGBT verbietet (queer.de berichtete). Gesetz HB 2 legt fest, dass Diskriminierung ausschließlich aufgrund der Rasse, der Hautfarbe, des Herkunftslands, der Religion, des Alters und des "biologischen Geschlechts" verboten sei – alle anderen Diskriminierungen sind dagegen ausdrücklich erlaubt.

Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo kritisierte das Gesetz am Montag scharf: "In New York glauben wir, dass alle Menschen – egal, welche Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung sie haben – die gleichen Rechte und Schutzvorschriften verdienen", sagte der Demokrat. "Von Stonewall bis zur Öffnung der Ehe ist unser Staat stets ein Hoffnungsschimmer für die LGBT-Community gewesen. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie fehlgeleitete Gesetze die Diskriminierung der Vergangenheit wiederholen. So lange, wie es dieses diskriminierende Gesetz gegen LGBT-Menschen in North Carolina geben wird, so lange werde ich alle nicht unbedingt notwendigen Reisen in diesen Staat verbieten."

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North Carolina: Kritik ist "politisches Theater"

North Carolinas republikanischer Gouverneur Pat McCrory, der sich im November seiner Wiederwahl stellen muss, hält an dem Gesetz fest. Kritik an dem Gesetz sei "politisches Theater", das von "linksgerichteten Aktivisten" vorangetrieben werde. Diese würden aus Gründen der politischen Korrektheit "Amok laufen", sagte der Regierungschef am Montag gegenüber dem Fernsehsender NBC.

McCrory baut seine Kritik am LGBT-Schutz vor allem darauf auf, dass Männer bald öffentliche Damen-Toiletten oder -Umkleidekabinen aufsuchen könnten und dann Frauen belästigten. "Würden Sie es gut finden, wenn ein Mann unter die Dusche ihrer Tochter geht?", fragte er rhetorisch. "Ich finde das nicht gut."


Gouverneur Pat McCrory erzeugt Angst vor Transsexuellen in öffentlichen Toiletten.


Mit der Angst vor transsexuellen Straftätern in Frauen-Toiletten haben LGBT-Gegner bereits im November einen Volksentscheid über LGBT-Diskriminierungsschutz in der eigentlich liberalen Stadt Houston gewinnen können (queer.de berichtete).

Aktivisten kritisierten diese Kampagne als extrem transphob – und drehten den Spieß via Twitter herum: Ein bärtiger Trans-Mann aus North Carolina sorgte etwa vergangene Woche mit einem viel geteilten Tweet für Aufmerksamkeit, als er unter seinem Selfie an den Gouverneur schrieb: "Es ist jetzt Gesetz, dass ich eine Toilette mit Ihrer Frau teilen muss."



Es gibt auch weitere Boykottaufrufe gegen North Carolina. So erklärte etwa Hollywoodregisseur Rob Reiner ("Stand By Me", "Harry und Sally", "Misery") am Wochenende: "Bis dieses hasserfüllte Gesetz abgeschafft ist und LGBT-Menschen in North Carolina gleich behandelt werden, werde ich keinen Film mehr in North Carolina produzieren. Ich rufe meine Kollegen in der Unterhaltungsindustrie auf, dasselbe zu tun", sagte er gegenüber NBC.

Derartige Boykottaufrufe haben bereits in Georgia Wirkung gezeigt: Der republikanische Gouverneur Nathan Deal hat erst am Montag sein Veto gegen ein homophobes Gesetz angekündigt (queer.de berichtete). Zuvor hatten unter anderem Marvel, Disney und Viacom mit einem Boykott gedroht.

Im Wahljahr gibt es allerdings noch in mehreren Staaten – insbesondere im südlichen "Bibelgürtel" – Initiativen gegen LGBT. Viele wollen den Diskriminierungsschutz einschränken, wogegen queere Aktivisten auch juristisch vorgehen; manche Staaten versuchen auch, die Ehe für alle wieder rückgängig zu machen: Vergangene Woche forderte etwa der Justizausschuss des Parlaments von South Carolina mit 17 zu drei Stimmen den US-Kongress auf, eine Verfassungskonferenz abzuhalten, um das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben wieder einführen zu können. Initiativen gegen die Ehe-Öffnung gelten allerdings als aussichtslos, da sie gegenwärtig nur mit einer Verfassungsänderung zu erreichen sind – und dafür müssten zwei Drittel beider Parlamentskammern sowie drei Viertel aller Bundesstaaten zustimmen. (dk)

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Tags: north carolina, homophobie, usa, rob reiner, pat mccrory, new york, san francisco, seattle
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Reaktionen zu "Homophobes Gesetz: US-Städte boykottieren North Carolina"


 9 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
29.03.2016
17:42:12


(+4, 4 Votes)

Von Felix


Ich hoffe, dass sich auch Unternehmen aus diesem Hass-Staat zurückziehen. Und dass der Supreme Court diesem Spuk bald ein Ende bereitet.


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#2
29.03.2016
18:06:39


(-2, 4 Votes)

Von Johannes45


Gut das wir in allen EU-Staaten Antidiskriminierungsgesetz aufgrund der EU-Richtlinie zum Diskriminierungschutz im Arbeits- und weiten Teilen des Zivilrechtes haben. Bei uns in Deutschland wurde hierzu das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) umgesetzt.

Nur ist es an der Zeit, dass dringend die Kirchenklausel im AGG gestrichen wird, da die kirchlichen Arbeitgeber weiterhin diskriminieren dürfen: so kann die Katholische Kirche als Arbeitgeber weiterhin Frauen von den Berufen des Priesters ausschliessen

Immerhin aber hat in Deutschland die rk Kirche als Arbeitgeber ihr Kirchenrecht insofern reformiert, das seit letztem Jahr kein homosexueller Mitarbeiter mehr entlassen wird, wenn er/sie sich am Standesamt verpartnert. Immerhin ein kleiner, sehr kleiner Fortschritt bei der rk Kirche.


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#3
29.03.2016
18:28:57


(+7, 7 Votes)

Von ursus


>"Von Stonewall bis zur Öffnung der Ehe ist unser Staat stets ein Hoffnungsschimmer für die LGBT-Community gewesen."

ich glaube kaum, dass die obdachlosen jugendlichen, die 1969 in der christopher street die schlagstöcke der polizei ins genick bekamen, große hoffnungen in den staat setzten.

das ist eine ziemlich dreiste geschichtsklitterung.


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#4
29.03.2016
18:40:10


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von Johannes45


""Gut das wir in allen EU-Staaten Antidiskriminierungsgesetz aufgrund der EU-Richtlinie zum Diskriminierungschutz im Arbeits- und weiten Teilen des Zivilrechtes haben. Bei uns in Deutschland wurde hierzu das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) umgesetzt.""..

Mit der Einschränkung für die "Religionsgemeinschaften", die in ihren Tendenzbetrieben weiterhin nach ihrem Gusto diskriminieren, und das auch "dürfen"..

Auch Europa und die Europäischen Staaten in der EU und im Europarat brauchen dringend AGG's OHNE diese Einschränkungen !


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#5
29.03.2016
18:54:35


(+4, 6 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #2 von Johannes45


legale diskriminierung im diakonischen werk:

>"Gesucht wurde 2012 ein Referent, der einen Bericht zum Rassismus in Deutschland und zur Umsetzung der UN-Antirassismuskonvention schreibt. Es sollte ein Rechtswissenschaftler mit Erfahrung in der Antirassismus-Arbeit sein.
'Die Mitgliedschaft in einer evangelischen Kirche oder in einer der ACK angehörigen Kirche und die Identifikation mit dem diakonischen Auftrag setzen wir voraus', hieß es in der Ausschreibung. 'Bitte geben Sie Ihre Konfession im Lebenslauf an.' ACK steht für die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, der auch die katholische Kirche angehört. (...)
Beworben hatte sich aber auch eine konfessionslose Sozialpädagogin, die nun gegen das Diakonische Werk auf Schadenersatz klagte. Sie sei nur deshalb nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen worden, weil sie keiner Kirche angehöre. Dass die ausgeschriebene Tätigkeit nicht christlich geprägt sei, sehe man schon daran, dass der Antirassismusbericht aus Mitteln der Klassenlotterie finanziert wird."

Link zu www.taz.de

leider besteht wenig hoffnung auf einen erfolg der klage. diskriminierung wird auch im deutschen arbeitsrecht bis auf weiteres vollkommen legal bleiben, wenn es um die beiden großen kirchen geht.


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#6
29.03.2016
19:10:31


(+3, 5 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #2 von Johannes45


"Gut das wir in allen EU-Staaten Antidiskriminierungsgesetz aufgrund der EU-Richtlinie zum Diskriminierungschutz im Arbeits- und weiten Teilen des Zivilrechtes haben."

Und schlecht, dass unsere schwarz-rote Bundesregierung EU-Pläne für einen besseren Diskriminierungsschutz schon seit Jahren blockiert...

Aber Union und SPD haben wir ja auch die Ausnahmen für kirchliche Arbeitgeber zu verdanken, die weiterhin nach Herzenslust aufgrund der sexuellen Orientierung entlassen dürfen. Wie z.B. eine lesbische Putzfrau in einem Kindergarten, der vom Steuerzahler bezahlt wird und wo die Kirche nur ihren Namen gibt um sich als sozial präsentieren zu können (queer.de berichtete).


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#7
29.03.2016
22:52:23


(+3, 3 Votes)

Von NoNoNoCarolina


Der Druck uf Gouverneur Pat McCrory muß deutlich erhöht werden und deshalb ist gegen HB 2 bereits die eine und andere Petition am Laufen:

Link:
petitions.moveon.org/sign/apple-stand-up-against


Link zu www.change.org

Ich habe unter beiden meine Unterschrift gesetzt und ich bin mir sicher, daß weitere hinzukommen!


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#8
30.03.2016
06:08:26
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Nico


Das muss finanzielle Konsequenzen haben. Eine andere Sprache verstehen die Homohasser nicht.

Und hoffentlich siegen im Herbst die Demokraten, so dass es dann bald einen US-weiten Diskriminierungsschutz gibt, der sowas verhindert.


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#9
30.03.2016
15:17:08


(+4, 4 Votes)

Von leERtASte_
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Johannes45


Die EU-Richtlinie gilt hinsichtlich sexueller Orientierung leider nur für die Arbeitswelt. Das spürt man hier in Österreich, weil die ÖVP gegen eine Erweiterung des Diskriminierungsschutzes auf Dienstleistungen etc ist. Mit dem Argument die EU-RL zwingt uns ja nicht dazu. Was sowieso eine lächerliche Ausrede ist, könnte man es ja auch so beschliessen.

Und die erweiterte RL wird unter anderem von Deutschland blockiert, obwohl D selbst die Regelung ja eh schon hat.


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