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  • 31.03.2016, 14:03h           9      Teilen:   |

Widerstand gegen Gleichbehandlung

Kolumbien: LGBT-Gegner sammeln über 2 Millionen Unterschriften

Artikelbild
Gleichgeschlechtlichen Paaren soll das Adoptionsrecht wieder entzogen werden (Bild: Mike Smith / flickr / cc by-sa 2.0)

Mit Hilfe der direkten Demokratie soll die Gleichbehandlung von homosexuellen Paaren im Adoptionsrecht wieder rückgängig gemacht werden.

Mehr als zwei Millionen Kolumbianer haben innerhalb von vier Monaten eine Petition unterzeichnet, die zum Ziel hat, einen Volksentscheid über das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare abzuhalten – und diesen das Recht auf Adoption wieder zu entziehen. Am Dienstag übergab die Initiative "Firme por papá y mamá" (Unerschütterlich für Papa und Mama) dem Kongress insgesamt 2,14 Millionen Unterschriften. Nötig gewesen wären 1,8 Millionen.

Der Oberste Gerichtshof des 48 Millionen Einwohner zählenden südamerikanischen Landes hatte erst im November letzten Jahres die Gleichstellung von Homo-Paaren im Adoptionsrecht angeordnet (queer.de berichtete). Das Gericht erklärte, dass das Verbot der Volladoption gegen das "Recht das Kindes auf eine Familie" verstoßen würde. Außerdem erklärte Chefrichterin María Victoria Calle, Studien würden beweisen, dass Schwule und Lesben genauso gute Eltern sein könnten wie Heterosexuelle: "Die sexuelle Orientierung oder das Geschlecht einer Person deuten nicht auf fehlende Moral hin oder ob sie körperlich oder geistig geeignet sind, ein Kind zu adoptieren." Derzeit warten in Kolumbien 10.000 Kinder auf eine Adoption.

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Viviane Morales: Homo-Eltern machen Kinder zu Alkoholikern

Senatorin Viviane Morales macht Stimmung gegen Regenbogenfamilien
Senatorin Viviane Morales macht Stimmung gegen Regenbogenfamilien

Bereits jetzt haben knapp die Hälfte der Senatoren, die meisten von ihnen von konservativen Parteien, ihre Unterstützung für die Initiative erklärt. Angeführt werden die Homo-Gegner von der sozialdemokratischen Senatorin Viviane Morales. Gegenüber kolumbianischen Medien erklärte die in einer evangelikalen Kirche aktive Politikerin, dass sie für das "Recht der Kinder, mit einem Vater und einer Mutter aufzuwachsen", kämpfen würde. Sie sprach Schwulen und Lesben die Fähigkeit, Kinder zu erziehen, generell ab. So sei sie davon überzeugt, dass Kinder, die in traditionellen Hetero-Familien aufwüchsen, weniger unter Alkoholismus und Drogenmissbrauch leiden würden. "Der Staat darf kein gesellschaftliches Experiment starten, in der die am wenigsten geschützten Kinder zu Versuchskanninchen werden", so Morales.

Unterstützt werden die Homo-Gegner insbesondere von der katholischen Kirche, der 90 Prozent der Kolumbianer angehören. Bischof Juan Vicente Córdoba hatte bereits kurz nach der Entscheidung des Obersten Verfassungsgerichts einen Volksentscheid gefordert. Auch mehrere evangelikale Kirchen hatten Stimmen gegen die Gleichbehandlung im Adoptionsrecht gesammelt.

LGBT-Organisation: Referendum ist verfassungswidrig

Homo-Aktivisten wollen gegen die Abhaltung des Referendums kämpfen: Die LGBT-Organisation "Colombia Diversa" erklärte, eine Abstimmung sei verfassungswidrig, weil sie der Mehrheit erlaube, über die Rechte einer Minderheit abzustimmen. LGBT-Aktivistin Elizabeth Castillo sagte, es handle sich um eine "populistische Initiative". "Homosexuelle haben wie alle Bürger ein Recht darauf, eine Familie zu gründen, entweder mit biologischen oder adoptierten Kindern. Dieses Recht würde verletzt."

Bevor das Referendum abgehalten werden kann, müssen noch mehrere Schritte durchlaufen werden: Zunächst muss die Gültigkeit der Unterschriften überprüft werden. Danach müssen beide Kammern des Parlaments einem Volksentscheid zustimmen. Anschließend muss der Oberste Gerichtshof die Verfassungsmäßigkeit des Referendums bestätigen.

Der Oberste Gerichtshof von Kolumbien hatte in den letzten zehn Jahren die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren vorangetrieben und mit dem in der Verfassung verankerten Diskriminierungsverbot begründet. So erhielten Homo-Paare etwa in Fragen der Krankenversicherung und des Erbrechts die gleiche Rechte wie heterosexuelle Paare. 2011 entschieden die Richter, dass auch Regenbogenfamilien als Familien anerkannt werden und gleiche Rechte erhalten müssten. Ein Jahr später schaffte der Oberste Gerichtshof das generelle Blutspendeverbot für Schwule ab, da der Ausschluss nicht allein mit der sexuellen Orientierung begründet werden dürfe. Im Jahr 2014 gewährte er schließlich die Stiefkindadoption. Über die Öffnung der Ehe hat das Höchstgericht bislang noch nicht entschieden. (dk)

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Tags: kolumbien, adoptionsrecht
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Reaktionen zu "Kolumbien: LGBT-Gegner sammeln über 2 Millionen Unterschriften"


 9 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
31.03.2016
15:32:34


(-3, 5 Votes)

Von wiking77
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Das Spiel mit den "Zahlen" ist immer gefährlich. Nun sind es die gegner der Schwulen, die mit zwei Millionen Unterschriften auftrumpfen. Anderweitig werden Zahlen bzw. Umfrageergebnisse herangezogen um eine für sich günstigere Postition zu untermauern.

Ich finde, man sollte solche Zahlenspielchen generell bleiben lassen. Man(n) begibt sich in die Hand des gegners, wenn man einerseits argumentiert: "die Mehrheit der Bevölkerung will die Schwulenehe" und andererseits, wenn Volksabstimmungen (wie in Slowenien) das Gegenteil manifestieren, dies abtut.

Unabhängig von Zahlen und Umfrageerbebnissen oder Volksabstimmungsergebnissen sollten doch wohl Vernunftsargumente ausschlaggebend sein.

Mit Zahlen bzw. Ergebnissen die eigene Position (sei sie vernünftig oder nicht) zu untermauern finde ich in diesem Falle unredlich.


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#2
31.03.2016
16:07:00


(+1, 7 Votes)

Von dublin


mit 17 wollte sie evangelisch werden. das ist sie bis heute.

Link:
es.wikipedia.org/wiki/Viviane_Morales


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#3
31.03.2016
17:46:49


(+8, 8 Votes)

Von schwarzerkater
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wie in so vielen ländern auch: korruption, straftaten und morde weniger sind sündhaft, als schwul zu sein. ganz schön krank.


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#4
31.03.2016
20:27:23


(+3, 7 Votes)

Von panzernashorn
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Da kommt die wahre, faulige Fratze der "Christen" wieder in ihrer vollkommenen Hässlichkeit ans Tageslicht!

Wer von denen auch nur einen Funken Charakter hätte, müsste sich schämen.


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#5
01.04.2016
10:59:31
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Luca


Religiöser Wahn ist stärker als wissenschaftliche Fakten.

Umso schlimmer, da es in Kolumbien tausende Kinder ohne Familie und echtes Zuhause gibt. Aber Religion geht bekanntlich über Leichen und für ihre totalitären Ziele ist den Religioten auch das Schicksal von Kindern egal.


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#6
01.04.2016
11:55:39


(+1, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Und all diese 2,14 Millionen sind mensch phob, denn sie setzen sich gegen und nicht für das Kindliche Wohlergehen ein!!!! und all das ist die Folge der christlichen, vor allem katholischen und evangelikalen faschistischen hetzer.


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#7
01.04.2016
11:58:43


(0, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Viviane Morales: Homo-Eltern machen Kinder zu Alkoholikern"

Nur wegen dieser Menschenunwürdigen, vor allem Kinderunwürdigen Äußerung müßte sie für drei Jahre in ein Internationales Gefängnis gesteckt werden, eine Million Strafe zahlen und nie wieder öffentlich auftreten oder äußern.


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#8
01.04.2016
15:56:19


(+3, 5 Votes)

Von Ralf


Immer wieder schön, zu sehen, wie Christen, Moslems, Nazis usw. die Demokratie entdecken, wenn sie ihnen als Vehikel dienen soll, Menschenwürde und Grundrechte zu bekämpfen.


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#9
08.04.2016
05:01:10


(0, 2 Votes)

Von Johannes45


*
Link zu www.advocate.com
Advocate.com:Marriage Equality Comes to Colombia

Am 8. April 2016 ordnete das Verfassungsgericht mit sofortiger Wirkung die landesweite Eheöffnung in einer Grundsatzentscheidung (6:3) an.



Ein weiteres Land hat damit die Eheöffnung nunmehr landesweit durchgesetzt.


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