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Das Drama "Freeheld" beruht auf der wahren Geschichte des lesbischen Paares Laurel Hester (Julianne Moore) und Stacie Andree (Ellen Page), das sich gegen Diskriminierung nach einem persönlichen Schicksalsschlag zur Wehr setzt (Bild: Universum Film)

Am 7. April startet das mit Julianne Moore und Ellen Page hochkarätig besetzte Prozessdrama über ein lesbisches Paar im Kino – trotz viel Emotion bleibt die Romantik auf der Strecke.

Von Marie Lange

Die Polizistin Laurel Hesters (Julianne Moore) rotiert in ihrem vertrauten Umfeld. An der Seite ihres langjährigen Freundes und Partners Dane Wells (Michael Shannon) spielt sie ihren Kollegen und sich selbst ein kontrolliertes Wesen vor, das in erster Linie funktioniert. Doch so sehr die Mittvierzigerin auch versucht, sich mit allergrößtem Karriereeifer davon abzulenken, wie unerfüllt ihr Privatleben und wie gefesselt ihre Identität in der Kleinstadt ist, zwei Schicksalsschläge sollen sie aus der Bahn werfen.

Bei einem Volleyballspiel begegnet Laurel der burschikosen Stacie Andree (Ellen Page). Die deutlich jüngere und forschere Mechanikerin lockt die Polizistin aus in ihrer Comfort Zone. Aus einem kurzen Flirt wird, leider auch erzählerisch, sehr schnell eine ernste und beinahe traditionelle Beziehung: Haus, Hund, Garten und sogar eine eingetragene Partnerschaft.

Ein aufreibender Kampf gegen den Tod und für die Gleichstellung


Poster zum Film: "Freeheld – Jede Liebe ist gleich" startet am 7. April 2016 bundesweit in den Kinos

Doch gerade als das private Glück endlich erreicht scheint, zieht eine bittere Diagnose dem Paar einen Strich durch die Rechnung. Lungenkrebs im Endstadium soll der erste Gegner sein, den die souveräne Polizistin nicht in die Knie zwingen kann. Im Angesicht des unabwendbaren und immer näher rückenden Todes beginnt ein Kampf um die Übertragung der Pensionsrechte an die Partnerin und damit repräsentativ für die Anerkennung der homosexuellen Liebe. Am Ende wünscht man den beiden nicht nur mehr Zeit mit- und füreinander, sondern vor allem den Sieg vor den "Freeholder" genannten Beamten des Ocean County.

Julianne Moore und Ellen Page wirken leider nicht nur auf den ersten Blick wie eine schwierige Kombination. Obgleich gut nachvollziehbar ist, dass die Produzenten und Regisseur Peter Sollet im Sinne ihres "romantischen Naturalismus" den wahren Persönlichkeiten dieser Geschichte gerecht werden wollten, so harmonieren die beiden in "Freeheld" nur in wenigen Augenblicken.

Für Ellen Page war die Arbeit an "Freeheld" ein Herzensprojekt: "Ich bewundere zutiefst, was Laurel und Stacie getan haben. Das war unglaublich mutig und die wenigsten wären soweit gegangen, wie sie. Deswegen ist ihre Geschichte so menschlich – und wenn man die menschliche Seite eines Falles sieht, dann bekommt man ein ganz neues Verständnis. Selbst wenn man womöglich ganz andere Meinungen oder Ansichten hat. Es war mir wirklich eine große Ehre, dass ich dazu beitragen durfte, diese Geschichte zu erzählen."

Doch auch wenn durchaus spürbar ist, wie nah Ellen Page, die sich erst im Februar letzten Jahres outete (queer.de berichtete), die Geschichte und die Arbeit an dem Film als Schauspielerin und Co-Produzentin gegangen sein müssen, wirkt sie in ihrer Rolle als Stacie Andree wenig authentisch.

Nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Dominanz Moores bleibt "Freeheld" in erster Linie ein Porträt Hesters, die in ihrer verwundbarsten und schwierigsten Zeit einen zerreißenden Kampf eingegangen ist. Peter Solletts Versuch, Romantik und Bürgerrechtsgeschichte zu verknüpfen, bleibt ein Versuch und hinterlässt den bitteren Verdacht, dass er sich bei der Realisierung dieser so potentialreichen Geschichte lieber auf eins von beidem konzentrieren hätte sollen.

Das schillerndste Highlight in der Besetzung "Freehelds" ist Steve Carell, der als großstädtischer Aktivist Steven Goldstein zwar ungewohnt ernst, aber mit einem unfassbaren Charme daher kommt und die teils recht drögen Momente des Dramas lebendig macht.

Zu wenig Sexappeal für den Mainstream?

Drehbuchautor Ron Nyswarner hält die Themen des Films für "universell", doch angesichts der unaufgeregten Kameraarbeit und des leidenschaftslosen Szenenbilds ist zu befürchten, dass "Freeheld" für die breite Masse nicht attraktiv genug sein wird. Die naturalistische Umsetzung verhindert jede Ablenkung von der eigentlichen Geschichte, doch ist diese, für den ihr zugeschriebenen Fokus, nicht detailverliebt und ausgereift genug erzählt.

Basierend auf den realen Kampf zweier lesbischer Frauen vor den Freeholdern des Ocean County in New Jersey ist "Freeheld" zwar wenig romantisch, doch das Prozessdrama lehrt seinen Zuschauern auf 114 Minuten realitätsnah, nicht zu lang auf das Glück zu warten, und hält vor Augen, wie viel Einfluss jeder Einzelne auf die ganze Gesellschaft nehmen kann.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

Freeheld – Jede Liebe ist gleich. Drama. USA 2015. Regie: Peter Sollett. Darsteller: Julianne Moore, Ellen Page, Steve Carell, Michael Shannon, Luke Grimes, Josh Charles. Laufzeit: 114 Minuten. Sprache. Deutsch. FSK 6. Verleih: Universum Film. Bundesweiter Kinostart: 7. April 2016


#1 JuliAnonym
  • 04.04.2016, 15:12h

  • Ich musste schon während des Trailers weinen. Weiß noch nicht, ob ich den ganzen Film überstehe...
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#2 NiciAnonym
  • 04.04.2016, 17:39h
  • strotzt irgendwie vor homophoben klischees. warum haben die ellen page so stereotyp-entstellt? die ist doch in echt ne tolle attraktive lesbische frau.
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#3 WarumAnonym
  • 04.04.2016, 20:30h
  • Antwort auf #2 von Nici

  • Die haben nicht Ellen Page typisch dargestellt, sondern deren Rolle.
    Schauspieler spielen nicht sich selber sondern Figuren. In diesem Fall spielt Page laut Beschreibung eine burschikose Mechanikerin. Da der Film auf wahren Tatsachen beruht, ist es nur stimmig dies auch in den Rollen darzustellen.
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#4 NiciAnonym
#5 NunjaAnonym
  • 05.04.2016, 14:30h
  • Antwort auf #4 von Nici

  • Bestimmt sind nicht alle Mechanikerinnen burschikos, aber die Rolle um die es geht handelt von der ( auch in der Realität) burschikosen Mechanikerin Stacie Andree.

    Mag für dich nicht sexy sein, es gibt aber Lesben, die androgyne und auch burschikose Frauen sexy finden...
    Liegt ja immer im Auge des Betrachters, ne?
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#6 NiciAnonym
#7 MParabooAnonym