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  • 23. März 2005, noch kein Kommentar

Leicht macht es Moby den Fans mit seinen ewigen Stilwechseln nicht, doch diese Woche stieg sein neues Album "Hotel" auf Platz drei der Charts ein.

Von Jan Gebauer

Moby alias Richard Melville Hall muss man ein musikalisches Chamäleon nennen. Keines seiner Alben klingt wie das vorherige und mit jedem Werk lässt er sich neue Soundspielereien einfallen. Dass er dabei stetig die Genre wechselt, vergraulte schon so manchen Fan, gewann allerdings auch welche hinzu, so dass ein neues Album wie "Hotel" ein spannendes Unterfangen ist. Seine Kreativität muss wohl seit der letzten CD "18" (2002) übergeschäumt sein, denn diesmal gibt es gleich ein Doppel-Album des bisexuellen Musikers. Sein mittlerweile fünftes Album ist auch sein persönlichstes geworden: Alle Stücke der ersten Scheibe hat er im Alleingang eingesungen, nur Freundin Laura Dawn half aus und haucht eine gelungene Version von New Orders "Temptation". Mobys energiearme Stimme dürfte allerdings kaum für Begeisterungsstürme ausreichen. Bemerkenswerter sind dagegen seine musikalischen Wagnisse.

Erstaunlicherweise gibt es keine Samples mehr. Bis auf das Schlagzeug hat Moby alle Instrumente in seinem Apartment selbst eingespielt. Irgendwo zwischen Dance- und Glam-Pop, manchmal gitarrenlastig, manchmal balladesk singt Moby über Liebe, Sex und Politik. Dass man manchmal an David Bowie denken muss, untermauert der 39-Jährige mit einem Tribut an die große Rock-Legende ("Spiders"). Daneben gibt es noch zwei Instrumental-Stücke auf der ersten CD. CD zwei schlägt einen ganz anderen Weg ein: Die elf Songs wabern in sanften Ambient-Klängen und erinnern noch am ehesten an seine Anfänge. Nach einem harten Party-Wochenende bestimmt das richtige Klangmodell, um sich zu erholen, allerdings ebenso ratsam als Hilfe, wenn es mal mit dem Einschlafen nicht klappt. Der latent esoterische Klangteppich klingt nämlich auf Dauer gleichförmig und arg dezent.

"Hotel" ist sowohl als Einzel- als auch als Doppel-CD in der Limited-Edition erhältlich.

Im Mai startet auch Mobys Tour:

23. Mai, Köln - Palladium
24. Mai, Hamburg - CCH3
25. Mai, Offenbach - Stadthalle
30. Mai, München - Zenith

23. März 2005