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Zwischenfall beim Clásico

"Schwuchtel"-Rufe gegen Cristiano Ronaldo


Cristiano Ronaldo wurde zunächst von gegnerischen Fans als Schwuchtel beschimpft und erzielte dann den Siegtreffer.

Der FC Barcelona muss wegen homophober Ausbrüche seiner Fans während einer Schweigeminute mit einer Strafe rechnen.

Ein homophober Zwischenfall hat das "Clásico", das Aufeinandertreffen von Spaniens zwei besten Fußballteams, überschattet: Vor dem Liga-Spiel des FC Barcelona gegen Real Madrid am Samstag hatten katalanische Fans während einer Schweigeminute für die kürzlich verstorbene niederländische Fußballlegende Johan Cruyff "Cristiano, maricón" (Cristiano, Schwuchtel) gebrüllt. Damit wollten sie Cristiano Ronaldo, den portugiesischen Superstar der Madrilenen, aus dem Konzept bringen.

Die "Spanische Beobachtungsstelle gegen LGBT-Phobie" hat am Montag eine Beschwerde bei der staatlichen Kommission gegen Gewalt im Sport eingereicht. Nach einem Anti-Gewalt-Gesetz aus dem Jahr 2007 kann Intoleranz durch Fans mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Francisco Ramirez, der Chef der Beobachtungsstelle, forderte eine empfindliche Strafe für Barcelona. Er kritisierte die Katalanen dafür, sich in Vereinswerbespots ein liberales Image zu geben, aber nichts gegen Homophobie zu unternehmen. Es handle sich allerdings um ein nationales Problem, da seit Jahren "Spieler und Schiedsrichter in spanischen Stadien mit homophoben Sprüchen beleidigt" würden, die verantwortlichen Mannschaften aber bislang kaum sanktioniert worden seien.

Youtube | In diesem Video sind die “Cristiano maricón”-Rufe zu hören

"Böswillige Gerüchte" gegen Ronaldo

Ramirez erklärte weiter, dass sich die meisten homophoben Sprüche gegen Ronaldo richten würden. Gegen den dreifachen Weltfußballer des Jahres würde "böswillige Gerüchte über seine sexuelle Orientierung von Journalisten, Spielern und Fans rivalisierender Fans" verbreitet. Es sei beschämend, dass der Vorwurf der Homosexualität immer noch genutzt werde, "um einen großartigen Fußballspieler zu verunglimpfen". Er kritisierte auch die verantwortlichen Sportbehörden, die bei Homophobie im Sport beide Augen zudrückten, während bei Rassismus oder Ausländerfeindlichkeit sofort Strafen verhängt werden würden.

Immerhin haben die homophoben Sprüche den Barcelona-Fans nicht geholfen: Das Spiel ging mit 1:2 verloren. Mehr noch: Ronaldo erzielte wenige Minuten vor Spielende den Siegtreffer.

Bereits seit Jahren gibt es Homo-Gerüchte um Cristiano Ronaldo. So wurde er etwa 2013 von der US-Sängerin Rihanna aus Versehen geoutet (queer.de berichtete). Ronaldo selbst hat sich in der Vergangenheit LGBT-freundlich gegeben. So begrüßte er 2010, dass sein Heimatland Portugal Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt hat (queer.de berichtete). Im selben Jahr gab er in sozialen Netzwerken die Geburt eines Sohnes bekannt.

Zuletzt hatte vor allem der mexikanische Verband mit homophoben Sprechchören für Empörung gesorgt. Auch der Weltfußballverband FIFA wurde von LGBT-Aktivisten kritisiert, weil er sich bei der WM 2014 weigerte, homophobes Fan-Verhalten zu sanktionieren (queer.de berichtete). Das änderte sich erst Anfang des Jahres, als Mexiko wegen homofeindlicher Gesänge eine Geldstrafe in Höhe von 18.000 Euro zahlen musste. Daraufhin startete der Verband eine Kampagne gegen Homophobie (queer.de berichtete). (dk)



#1 wiking77
  • 05.04.2016, 15:40h
  • naja wundervoll wäre es schon wenn Ronaldo schwul wäre. Er ist es ja auch vermutlich, wenn er von Rihana versehentlich geoutet wurde. Er hat eine Vorzeigefreundin (wie Lahm) aber die nicht die Mutter seines Kindes ist. Und von heterosexuellen Exzessen hat man bislang von ihm auch nichts gehört.
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#2 latin1977Anonym
#3 David77Anonym
  • 05.04.2016, 16:44h
  • Wenn derjenige ja "soooo waaaahnsinnig guuuut aussieht", dann ist ihm der Rest egal...
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#4 saidAnonym
#6 GeorgGAnonym
  • 05.04.2016, 17:33h
  • Nun, der Besuch von Ronaldo bei einem Transvestiten vor einigen Jahren und seine Beteuerungen, er habe gedacht, es sei eine "richtige" Frau und alles sei nur ein Versehen gewesen, ging tagelang durch die Medien. Bei vielen bleibt dies in Erinnerung. Fußballspieler könen sicherlich in Ländern wie den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien offen schwul/bisexuell sein, aber wohl nicht in heißblütigen romanischen Ländern.
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#7 thoughtAnonym
#8 Johannes45Anonym
#9 userer
  • 05.04.2016, 19:15h
  • Antwort auf #6 von GeorgG
  • GG: "in Ländern wie den Niederlanden, Deutschland und Skandinavien offen schwul/bisexuell sein, aber wohl nicht in heißblütigen romanischen Ländern"

    1. Es gibt in Deutschland m. W. keinen einzigen offen schwulen, aktiv spielenden Profifußballer (1. Bundesliga)

    2. Eine Formulierung wie "heißblütige romanische Länder" ist an Dämlichkeit und geistiger Antiquitiertheit kaum zu überbieten und passt nahtlos in diese Gedankenwelt:
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#10 TheDad
  • 05.04.2016, 19:39h
  • Antwort auf #8 von Johannes45
  • ""scheint an dem Gerücht doch mehr dran zu sein.""..

    Das Ronaldo im Stadion homophob angegriffen wurde, ist alles andere als ein "Gerücht"..

    Das auch nicht dazu geeignet ist hier wild zu spekulieren, ob, oder ob nun nicht..

    Beleidigend ist das Verhalten dieser Leute die sich "Fußball-Fans" nennen, in jedem Fall..

    ""Ich kann mir nicht vorstellen""..

    Du kannst Dir überhaupt nur sehr wenig "vorstellen"..
    Das ist aber ein völlig anderes Problem..
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