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  • 08.04.2016, 08:05h           27      Teilen:   |

Verstoß gegen Diskriminierungsverbot

Kolumbiens Verfassungsgericht öffnet die Ehe für Lesben und Schwule

Artikelbild
Jubel in Bogotá: Lesben und Schwule in Kolumbien haben nun mehr Rechte als in Deutschland

Nach dem Urteil können gleichgeschlechtliche Paare heiraten – damit gibt es die Ehe für alle nun in fünf Staaten Südamerikas.

Der Oberste Gerichtshof von Kolumbien hat am Donnerstag das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare mit sofortiger Wirkung für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung des "Corte Constitucional de Colombia" fiel mit sechs zu drei Stimmen und wurde mit dem in der Verfassung verankerten Diskriminierungsverbot begründet.

Geklagt hatten vier gleichgeschlechtliche Paare, denen das Aufgebot verweigert worden war. Nach der Entscheidung feierten lesbische und schwule Aktivisten vor dem Justizpalast in Bogotá, schwenkten Regenbogenfahnen und riefen "Gleiche Steuern, gleiche Rechte".

Kolumbien ist damit das fünfte Land Lateinamerikas, in dem gleichgeschlechtliche Paare heiraten können. Bereits seit 2010 ist die Ehe in Argentinien geöffnet, Brasilien und Uruguay folgten 2013. Darüber hinaus haben mehrere mexikanische Bundesstaaten homosexuelle Paare im Eherecht gleichgestellt.

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Das Oberste Gericht trieb die Gleichstellung voran

Kolumbiens Verfassungsrichter trieben die Gleichstellung von Lesben und Schwulen im vergangenen Jahrzehnt maßgeblich voran. Zwischen 2007 und 2009 stellten sie in mehreren Entscheidungen fest, dass gleichgeschlechtliche Paare wegen des Diskriminierungsverbots in der Verfassung nicht in Fragen wie der Krankenversicherung oder des Erbrechts gegenüber Heterosexuellen diskriminiert werden dürfen.

2011 entschieden sie, dass auch Regenbogenfamilien als Familien anerkannt werden und gleiche Rechte erhalten müssen. Ein Jahr später schaffte der Oberste Gerichtshof das generelle Blutspendeverbot für Schwule ab. Im Jahr 2014 gewährte er schließlich die Stiefkindadoption und im vergangenen November auch die Volladoption.

Nach dem letzten Urteil unterzeichneten allerdings mehr als zwei Millionen Kolumbianer eine Petition, die zum Ziel hat, einen Volksentscheid über das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare abzuhalten – und diesen das Recht auf Adoption wieder zu entziehen (queer.de berichtete). Die Initiative wurde von der katholischen Kirche, der 90 Prozent der Kolumbianer angehören, maßgeblich unterstützt. (cw)

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Tags: kolumbien, ehe für alle, verfassungsgericht, südamerika, diskriminierungsverbot
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Reaktionen zu "Kolumbiens Verfassungsgericht öffnet die Ehe für Lesben und Schwule"


 27 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
08.04.2016
08:42:40


(+8, 12 Votes)

Von offensichtlich


...offensichtlich scheint Kolumbien ein Rechtsstaat zu sein / bei Deutschland bin ich mir da noch nicht so sicher - ich habe da eher ein komisches Bauchgefühl...


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#2
08.04.2016
09:33:02


(+7, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Sehr katholische Länder schaffen das. In Deutschland ist alles blockiert. CDU/CSU/SPD/AfD-Morast. Eine Situation, die uns zu denken geben sollte. Viva Colombia!


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#3
08.04.2016
09:36:41
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von Greenbasic


Im Deutschland gilt im Grundgesetz der Gleichheitsgrundsatz und die Ehe ist nicht definiert.
(Und in den Menschenrechten ist steht, dass ein Diskriminierung Aufgrund der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung verboten ist!)

Wenn man in Deutschland klagt, kann als Ergebnis auch nur die Eheöffnung kommen!

Ps: Aber Deutschland dürfte kein Rechtsstaat wie Kolumbien sein! Stellt sich aber immer als "Vorbild" und "Moralische Istanz" in Europa hin. Diese Scheinheiligkeit von Deutschland nervt in der EU


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#4
08.04.2016
10:22:53


(+7, 7 Votes)

Von VivaColombia


Felicitaciones, Corte Constitucional de Colombia! Endlich wurde die "Ehe für Alle" geöffnet und das ist auch gut so! Hoffentlich werden sich ganz viele schwule und lesbische Paare das Ja-Wort geben!

Klar, daß die Katholische Kirche vor Wut schäumt und unkontrollierte Veitstänze aufführt! Sollen die sich doch in der Luft zerreißen, aber das wichtige und wegweisende Urteil des Corte Constitucional de Colombia heißt aber auch, daß die Katholische Kirche nicht über dem Gesetz steht und das ist auch gut so!


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#5
08.04.2016
10:39:14


(+4, 6 Votes)

Von 175er-Justiz


Nicht mit uns!

Bei Bedarf helfen immer auch "formale Mängel"!


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#6
08.04.2016
10:41:00


(+7, 7 Votes)

Von American_alien
Aus Hannover (Niedersachsen)
Mitglied seit 18.09.2014


Und wieder ein Land mehr, in dem Schwule und Lesben rechtlich vollkommen gleichgestellt sind...

Deutschland, was ist mit dir?
Ich dachte, wir leben im ach so aufgeklärten Mittel-West-Europa...


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#7
08.04.2016
10:46:42


(+6, 10 Votes)

Von gleichzeitigkeit


während also an der peripherie europas flüchtende menschen massenhaft in konzentrationslager gesteckt werden, um sie von der festung der milliardärs-, konzern- und bankenklasse, der räuber des globalen reichtums, der verbreiter von krieg und terror, fernzuhalten, werden anderswo auch soziale fortschritte durchgesetzt. das lässt hoffen.


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#8
08.04.2016
11:27:56
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Linu86
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 20.09.2008


Ich glaube langsam, dass Manfred Bruns recht hatte: Wenn der nächste Koalitionsvertrag die Ehe-Öffnung nicht enthält, dann müssen wir vor das Verfassungsgericht ziehen. Das dauert zwar länger, aber da stehen die Chancen immerhin bei 80-90% und nicht bei 0%!


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#9
08.04.2016
12:36:51


(+1, 7 Votes)

Von m123


Das ist schön, endlich mal wieder so eine Nachricht zu lesen!

In Deutschland wird es wohl leider auf absehbare Zeit ja leider keine Eheöffnung geben. Dem steht ja bekanntlich ein Mix aus Diskriminierungswillen seitens CDU, CSU, SPD, FDP, AfD sowie Massendemonstrationsfaulheit und Rechtsklagefaulheit von Schwulen und Lesben entgegen.


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#10
08.04.2016
13:14:28


(-4, 4 Votes)

Von raganello
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von m123


Würde ich nicht so unterschreiben:

SPD und FDP sind für eine Eheöffnung.


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