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  • 08.04.2016, 13:19h           58      Teilen:   |

"Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie"

Papst geht nicht auf Schwule und Lesben zu

Artikelbild
Papst Franziskus wird in den Medien gerne als Reformer gefeiert – geliefert hat er bislang aber wenig (Bild: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho)

Franziskus beharrt in einem neuen Dokument auf der Ablehnung von Homo-Paaren. Er stellt lediglich fest, dass man Schwule und Lesben nicht "mit Aggression und Gewalt" begegnen dürfe.

Von Dennis Klein

Papst Franziskus hat in dem am Freitagmittag veröffentlichten Dokument "Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie" zwar Ausgrenzung oder Gewalt gegen Schwule und Lesben abgelehnt, aber gleichzeitig die Anerkennung von Homo-Paaren strikt abgelehnt. Gleichgeschlechtliche Paare könnten nie in einer eheähnlichen Situation leben.

Im rund 300-seitigen Text, der die letztjährige Familiensynode aus seiner Sicht zusammenfasst, geht der Papst nur an wenigen Stellen auf den Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren ein – das Wort "homosexuell" kommt etwa nur vier Mal vor. Dabei bekräftigt Franziskus, dass Schwule und Lesben das Recht auf eine Zivilehe nicht erhalten dürften. "[D]ie eheähnlichen Gemeinschaften oder die Partnerschaften zwischen Personen gleichen Geschlechts, zum Beispiel, können nicht einfach mit der Ehe gleichgestellt werden. Keine widerrufliche oder der Weitergabe des Lebens verschlossene Vereinigung sichert uns die Zukunft der Gesellschaft." Allerdings fordert das Papier kein Ehe-Verbot für unfruchtbare Heterosexuelle.

In einem anderen Abschnitt zitiert er das Abschlussdokument der Synode: "Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn." Dieser Satz könnte als generelle Ablehnung von eingetragenen Partnerschaften verstanden werden.

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Papst folgt der konservativen Synodenmehrheit

Der Papst bezeichnete es außerdem als "unannehmbar", dass auf Ortskirchen in verschiedenen Ländern Druck ausgeübt werde, "und dass die internationalen Organisationen Finanzhilfen für arme Länder von einer Einführung der 'Ehe' unter Personen des gleichen Geschlechts in ihrer Gesetzgebung abhängig machen".

Hier verdreht der Pontifex, erneut unter Berufung auf das Abschlussdokument der Synode, allerdings die Wahrheit: Internationale Geldgeber fordern von afrikanischen Ländern bei Zahlungen von Entwicklungshilfe nicht, dass Homosexuelle das Ehe-Recht erhalten sollen. Sie fordern, wenn überhaupt, lediglich, dass Schwule und Lesben nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und dass Gewalt gegen Homosexuelle bekämpft wird. In Ländern wie Malawi, Nigeria oder Uganda unterstützen Bischöfe jedoch offen die staatliche Verfolgung von Homosexuellen.


Das Papier wurde am Mittag bei einer Pressekonferenz vorgestellt


Kritisiert wurde die Verfolgung in diesen Ländern bislang nicht direkt. In dem Papst-Papier heißt es allerdings, "dass jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn 'in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen' oder ihm gar mit Aggression und Gewalt zu begegnen." In Bezug auf Familien mit homosexuellen Mitgliedern komme es darauf an, "eine respektvolle Begleitung zu gewährleisten, damit diejenigen, welche die homosexuelle Tendenz zeigen, die notwendigen Hilfen bekommen können, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen." Der Ausdruck "homosexuelle Tendenz", der aus dem Katechismus der katholischen Kirche stammt, wird gerne von Homo-"Heilern" verwendet.

Auch wenig Fortschritte für Wiederverheiratete

Auch bei anderen umstrittenen Themen bleibt der Text hinter vielen Erwartungen zurück. So heißt es in dem Dokument etwa, dass Wiederverheiratete einen Platz in der Kirche hätten. Gleichzeitig geht er nicht direkt auf die Forderung ein, ihnen den Zugang zur Kommunion zu ermöglichen – es käme allerdings auf Einzelfälle an. Eine Gender-"Ideologie" mit Auswirkungen auf "Erziehungspläne" und Gesetzgebung lehnt der Papst ab.

Franziskus will mit seinem Dokument der Kirche eine einheitliche Linie in ihrer Familienpolitik geben. Das Schreiben beruht auf den Abschlussdokumenten der beiden Familiensynoden im Oktober 2014 und 2015, die sich jeweils auch dem Umgang mit Familien und Partnerschaften widmeten, die von der Kirche ausgegrenzt werden – insbesondere Homosexuelle und wiederverheiratete Heterosexuelle. In den beiden Abschlussdokumenten konnten sich jeweils eher konservative Kräfte durchsetzen.

Die Debatte war dabei mit Härte geführt worden: Der aus Guinea stammende, einflussreiche Kurienkardinal Robert Sarah gab auch vor und während der Synode den Hardliner, nannte Homo-Paare ein "Problem für die Menschheit" und verglich sie später mit den Terroristen des "Islamischen Staates" und mit Nazis (queer.de berichtete). Einen Tag vor der Synode hatte sich zugleich der Theologe Krzysztof Charamsa als schwul geoutet und einen Neuanfang in der Homo-Politik des Vatikans gefordert (queer.de berichtete). Sein Manifest mit zehn Forderungen zeigt im Detail, was letztlich versäumt wurde.

Die deutschsprachigen Bischöfe nahmen dabei eine eher liberale Rolle ein: So baten sie in einem Zwischenbericht Homosexuelle um Verzeihung (queer.de berichtete). Diese Passage schaffte es freilich nicht ins Abschlussdokument. Bereits die Bischöfe hatten in ihrem Landesbericht an den Vatikan homo-freundliche Ansichten ihrer Gläubigen nur teilweise weitergegeben (queer.de berichtete).

Letztlich hat auch die Toleranz dieser "liberalen" Bischöfe enge Grenzen: auch die deutschsprachigen Bischöfe halten daran fest, dass die Kirche nicht-heterosexuelle Beziehungen weiterhin ablehnen solle (queer.de berichtete). Außerdem sprachen sie dem Staat das Recht ab, Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichzustellen, weil "Ehe und Familie dem Staat vorausgehen" würden.

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Tags: vatikan, papst, franziskus, katholische kirche
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Reaktionen zu "Papst geht nicht auf Schwule und Lesben zu"


 58 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
08.04.2016
13:29:06


(+10, 14 Votes)

Von t4erhgd


Der Papst ist eh eine Witzfigur. Angeblich hat er den direkten Draht zu Gott. Ich frag mich immer ob er mit Gott telefoniert und Gott ihm die ganze Scheiße sagt, die seine verkommene Sekte über Homosexuelle so stetig von sich gibt.


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#2
08.04.2016
13:46:42


(+14, 18 Votes)

Von war doch klar


Von diesem Drecksverein war doch nichts anderes zu erwarten.
Und bitte jetzt nicht wieder alle reformierten, uniformierten, glorifizierten, baptisierten, zentrifugierten und neuapostolisierten Sekten hier anpreisen. Keine Religion bringt den Menschen Liebe und Verständnis.


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#3
08.04.2016
13:48:53


(+12, 16 Votes)

Von metoo


"Hier verdreht der Pontifex, erneut unter Berufung auf das Abschlussdokument der Synode, allerdings die Wahrheit (...)"

Habe diese Stelle auch heute schon im Rundfunk so gehört. Nennen wir es doch beim Namen der Papst lügt.


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#4
08.04.2016
13:52:38
Via Handy


(+15, 15 Votes)

Von Juli


Aber die eigenen Missbrauchsfälle kann man weiterhin vertuschen und schön reden... Kriminelle Vereinigung höchsten Grades! Und das alles noch legal!


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#5
08.04.2016
14:03:40
Via Handy


(-17, 21 Votes)

Von Himmelsstürmer


Jetzt muß ich aber wirklich einmal eine Lanze für den Papst brechen. Ja, es stimmt diese Reform geht nicht weit genug, aber ist jemals in der Kirchengeschichte ein Papst soweit auf die Schwulen und Lesben zu gegangen? Nein!
Ich als überzeugter, wiedergeborener und Geist-erfüllter schwuler Christ liebe diesen Papst und bin Gott dankbar, dass wir ihn haben.

Wir Schwule und Lesben sind so schnell dabei mehr Toleranz für u s ein zu fordern. Aber ist es nicht einmal an der Zeit tolerant auf die Kirche mit 2000 Jahre alte Tradition zu zugehen und ihr zu erlauben sich zu entwickeln? Die Kirche ist noch lange nicht da, wo Gott sie haben möchte. Aber wer ist das schon? Ich bin mir bewußt, daßich es nicht bin. Und gerade so wie ich bin, hat Gott mich zu erst angenommen. Und so nehme ich mir die Freiheit, einen Papst und eine Kirche an zu nehmen und zu lieben, die genau wie ich noch auf einem guten Weg sind. Dass nenne ich Gnade! Danke Jesus!


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#6
08.04.2016
14:04:05


(+15, 17 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Wenn es einen Gott gibt, kann ich mir nicht vorstellen, dass das was Menschen im Bett machen für ihn irgendwelche Probleme bedeutet. Homophobie ist ein rein patriarchalisches Konstrukt.


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#7
08.04.2016
14:08:39


(+8, 10 Votes)

Von Tommy0607
Aus Etzbach (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 28.10.2015


Diese Kirche bleibt altmodisch und "modern" wird die nie!
Die sollen mal auf ihre eigene Schuld schauen ;
denn davon haben die genug !
"Wer wirft den ersten Stein!"


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#8
08.04.2016
14:11:37


(+10, 14 Votes)

Von Adam


So ist das uns geht man an wenn zwei Erwachsene Menschen sich gern haben....Nur weil beide das gleiche Geschlecht haben...

Aber der Weltgrößte Kinderfi.... verein wird angebtet ^^


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#9
08.04.2016
14:32:05


(+1, 9 Votes)

Von alex


Bei der Wahrheit bleiben, muss natürlich auch für den queer.de-Bericht gelten. Der Eingangsatz des Papstzitates ("Er stellt lediglich fest, dass man Schwule und Lesben nicht "mit Aggression und Gewalt" begegnen dürfe.") ist so nicht richtig wiedergegeben. Hier der ganze Satz: "250. Darum möchten wir vor allem bekräftigen, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn » in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen «[276] oder ihm gar mit Aggression und Gewalt zu begegnen. "
Er bezieht sich dabei auf den Katechismus. Dies bleibt für uns Schwule und Lesben natürlich ein nicht hinnehmbarer Widerspruch zur Nicht-Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe.


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#10
08.04.2016
14:33:04


(+13, 17 Votes)

Von Du lieber Gott
Antwort zu Kommentar #5 von Himmelsstürmer


Mit Verlaub, aber Sie gehören ganz dringend auf eine Couch.
Sie haben noch nicht verstanden, daß nach und außer Jesus, diese Sekte seit 2000 Jahren noch nie tolerant war. Alle Päpste, dieser heute eingeschlossen, sind Verbrecher. Heute äußert man sich nicht zu Kindesmißhandlungen, früher halt nicht zu Hexenverbrennungen, Kreuzzügen, etc.


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