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In Berlin, Brandenburg und Ostsachsen werden Traugottesdienste künftig auch für gleichgeschechtliche Paare angeboten

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz stellt eingetragene Lebenspartner mit Eheleuten gleich, will homophobe Pfarrer jedoch nicht zu Trauungen verpflichten.

Auch für eingetragene Lebenspartner wird es in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ab 1. Juli Traugottesdienste wie für Eheleute geben. Ein entsprechender Beschluss wurde am Samstag bei der zweitägigen Frühjahrstagung der Landessynode verabschiedet. Bislang durften Pfarrer für schwule und lesbische Paare nur kürzere Segnungsgottesdienste abhalten.

Im Kirchenparlament gab es in geheimer Wahl eine große Mehrheit für die Gleichstellung. 91 Synodale simmten für kirchliche Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare, zehn stimmten dagegen, vier enthielten sich.

Anders als bei heterosexuellen Ehepaaren haben einzelne Pfarrer sowie die Gemeindekirchenräte in den 1.289 Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen allerdings das Recht, Trauungen von Lesben und Schwulen aus Gewissensgründen abzulehnen. In diesem Fall muss die Ablehnung schriftlich begründet werden, außerdem muss die Kirche betroffenen Paaren eine Alternative vermitteln.

Landesbischof Dröge warb im Vorfeld für den Beschluss

Die Entscheidung der Landeskirche kommt nicht überraschend: Bereits vor einem Jahr hatte sich die Synode für eine Gleichstellung ausgesprochen und die Kirchenleitung damit beauftragt, den Beschluss vorzubereiten. Auch Landesbischof Markus Dröge hatte im Vorfeld Trauungen homosexueller Paare ausdrücklich begrüßt (queer.de berichtete).

Die Beschlussvorlage setze "in einer Zeit, in der gleichgeschlechtlich Liebende immer noch – wenn auch gottlob nicht in unserem Land – Ausgrenzung, Verachtung, ja auch staatliche Verfolgung erleiden, ein deutliches Zeichen", sagte Dröge am Freitag in seinem Bischofswort zur Eröffnung der Frühjahrssynode. "In Christus gelten keine Bevorzugung oder Abwertung, keine höhere oder niedrigere Wertigkeit von Menschen aufgrund ihrer nationalen, kulturellen und eben auch nicht geschlechtlichen Prägung." Die Ausnahmeregelung für homophobe Pfarrer begründete der Landesbischof mit den Worten: "Die Freiheit des Evangeliums lässt auch keinen Gewissenszwang zu."

Die Berliner Landeskirche ist bundesweit die dritte der 20 EKD-Mitgliedskirchen, die eingetragene Partnerschaften bei Trauungen mit Ehen gleichstellt. Traugottesdienste für homosexuelle Paare sind bereits in Hessen und Nassau sowie im Rheinland möglich (queer.de berichtete). (cw)



#1 Evchen BAnonym
#2 GreenbasicAnonym
#3 goddamn liberalAnonym
#4 MarstophProfil
#5 TheDadProfil
  • 09.04.2016, 16:48hHannover
  • ""Anders als bei heterosexuellen Ehepaaren haben einzelne Pfarrer sowie die Gemeindekirchenräte in den 1.289 Kirchengemeinden in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen allerdings das Recht, Trauungen von Lesben und Schwulen aus Gewissensgründen abzulehnen.
    In diesem Fall muss die Ablehnung schriftlich begründet werden, außerdem muss die Kirche betroffenen Paaren eine Alternative vermitteln.""..

    Eine Diskriminierung bleibt eine, so lange es solche Ausnahmen gibt..
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#6 burgerbergProfil
  • 09.04.2016, 18:04hberlin
  • Wer unbedingt diesen "Ehekram" mit Kirchengeläut braucht, der soll halt hingehen!
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 09.04.2016, 18:23h
  • Antwort auf #6 von burgerberg
  • Darum geht es aber in einem Kirchenstaat mit Staatskirchen nicht.

    "Als Religionsgemeinschaft ist die Evangelische Kirche weiter als der deutsche Staat." (LSVD, Berlin)

    In der Merkel-Gauck-Göring-Eckart-Republik zählen Synodalbeschlüsse langfristig mindestens genauso viel wie Parlamentsbeschlüsse.

    Vor allem, wenn sie mit 90% fallen.

    Ist nicht gut, ist aber so.
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#8 HannibalEhemaliges Profil
  • 09.04.2016, 21:29h
  • Sorry, aber Schwule, die auf den Segen der Kirche Wert legen, haben doch nicht mehr alle Latten an der Marmelade.
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#9 Johannes45Anonym
  • 10.04.2016, 01:29h
  • Herzlichen Glückwunsch an die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz !

    Da werden also in den kommenden Jahren viele kirchliche Trauungen in Berlin in den evangelischen Kirchen stattfinden.
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#10 Danny387Profil
  • 10.04.2016, 09:50hMannheim
  • Grundsätzlich sehr gut und längst überfällig!

    Das mit dem "Recht, Trauungen von Lesben und Schwulen aus Gewissensgründen abzulehnen" ist natürlich ein deutlicher "low point" ... Darf man auch Rassenmischehen "aus Gewissensgründen" ablehnen?? Aber immerhin legen die Onkels von der Kirche eine gewisse Hürde ein, denn die erforderliche "schriftliche Ablehnung" ist ja immerhin ein bisschen Verwaltungsaufwand. Naja ...

    "außerdem muss die Kirche betroffenen Paaren eine Alternative vermitteln" Wer genau muss das? Die ablehnende Pfarrerin? Oder der Dekan? Oder wer?
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