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  • 10.04.2016, 14:20h           72      Teilen:   |

Berlin

David Berger hält Vortrag bei den "Christdemokraten für das Leben"

Artikelbild
Berger macht die Kelle: Ein Jahr nach seinem Rauswurf aus dem Bruno Gmünder Verlag lässt sich der schwule Berliner Autor von fundamentalistischen Abtreibungsgegnern feiern

Am kommenden Mittwoch spricht der rechtspopulistische Autor über "Freiheit statt Gender-Gedöns und virtueller Bürgerkrieg" in der Berliner CDU-Landesgeschäftsstelle.

Es wurden ja schon Wetten abgeschlossen, wann der Ex-Lektor der Päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre und gefeuerte "Männer"-Chefredakteur David Berger bei der "Demo für alle" in Stuttgart auftreten wird – nun hat der 48-Jährige ein ähnliches Forum gefunden. Auf Einladung der fundamentalistischen "Christdemokraten für das Leben" (CdL) hält er am kommenden Mittwoch einen Vortrag zum Thema "Freiheit statt Gender-Gedöns und virtueller Bürgerkrieg" in der Berliner CDU-Landesgeschäftsstelle, die im selben Haus wie der Bruno Gmünder Verlag ihren Sitz hat.

"Mit diesem Themenabend beabsichtigen wir ein besonderes Zeichen zu setzen im Kampf gegen die irrsinnige Gender-Ideologie und für die Freiheit, gegen linken Jakobinismus und eine falsch verstandene political correctness!", schreibt der CdL-Landesvorsitzende Stefan Friedrich in seiner Einladung.

Weiter heißt es dort: "David Berger hat im Rahmen seines Outings viel Gegnerschaft und auch menschenverachtende homophobe Intoleranz erlebt. Diese wurde noch überboten durch die aggressive Intoleranz bestimmter organisierter linker schwuler Kreise und ihres Sympatisantenumfeldes. David Berger wird darüber – auch über eigene Irrtümer und Fehler – offen Klartext sprechen!"

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Schulterschluss mit dem rechten Milieu

2014 marschierte der damalige LSU-Landesvorsitzende Jurgen Daenens mit Holzkreuz beim "Marsch für das Leben" mit – seine Vorstandskollegen distanzierten sich von der Aktion
2014 marschierte der damalige LSU-Landesvorsitzende Jurgen Daenens mit Holzkreuz beim "Marsch für das Leben" mit – seine Vorstandskollegen distanzierten sich von der Aktion

Die "Christdemokraten für das Leben" sind eine Organisation innerhalb von CDU und CSU, die sich speziell gegen Abtreibung richtet und etwa den Berliner "Marsch für das Leben" unterstützt. Während sich Berger noch 2012 an dem Gegenprotest zu dieser Demonstration beteiligte, hat er sich nach seiner Entlassung bei "Männer" fundamentalchristlichen und rechtspopulistischen Kreisen wieder angenähert.

In seinen Einträgen bei Facebook und seinem Blog "Gaystream" redet der Autor die Homophobie von Bewegungen wie der "Demo für alle", der AfD und sogar Pegida und Akif Pirinçci schön – indem er sie unter anderem mit Islamophobie ausspielt, die inzwischen sein Schwerpunkt seiner Veröffentlichtungen ist. Außerdem liefert er in nicht honorierten Beiträgen bei der "Huffington Post", in "The European" oder auf christlich-fundamentalistischen Blogs ("Charismatismus") und rechten Webseiten ("Journalistenwatch") desinformierende Beiträge über die schwule Szene, die teilweise schon von der "Demo für alle" ausgenutzt wurden.

Im letzten Jahr versuchte Berger, mit falschen Pädophilie-Vorwürfen in Köln eine Platzbenennung nach Felix Rexhausen zu verhindern (queer.de berichtete); die rechtsextreme Wählerinitiative "Pro Köln" machte daraus eine Kampagne und einen Protest zur Einweihung des Platzes. Gegen einzelne LGBT-Aktivisten startete Berger regelrechte Hetzkampagnen, die sogar auf "Politically Incorrect" ihre Fortsetzung fanden.

Auch von den Christdemokraten für das Leben, die in Baden-Württemberg die Proteste gegen den Bildungsplan unterstützten, wird der in Berlin lebende Autor gefeiert: "David Berger hat übrigens seinen 2012 geforderten Ausschluss von angeblichen 'Homo-Hassern' aus öffentlichen Talk-Show[s], wie etwa der besonderen Freundin unseres Landesverbandes, Birgit Kelle, mittlerweile öffentlich revidiert", heißt es in der Einladung für Mittwoch. "Eine zweite Revoco wird am 13. April erfolgen."

Die Autorin Birigt Kelle, die mehrfach von CDU-Politikern und-Gruppen zu Vorträgen eingeladen wurde, gilt als Shooting Star einer erzreaktionären Bewegung, die ihre Ablehnung von Frauen-Emanzipation, LGBT-Rechten, einer modernen Sexualpädagogik und vielen weiteren Themen unter das allumfassende Schlagwort einer angeblichen "Gender-Ideologie" stellt, die es zu bekämpfen gelte. Dieses Narrativ, mit dem auch Berger spielt und auf das sich u.a. die "Demo für alle" oder die "Besorgten Eltern" berufen, wurde vor allem durch die Publizistin Gabriele Kuby und ihr Buch "Die globale sexuelle Revolution" populär. (mize/nb)

Links zum Thema:
» Die Veranstaltung auf Facebook
Mehr zum Thema:
» LSU-Chef beim "Marsch für das Leben" (27.09.2014)
» Bericht über eine Diskussion von LSU und CdL: "Homo-Adoption ist besser als Abtreibung" (01.05.2014)
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Tags: david berger, cdl, christdemokraten für das leben
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Reaktionen zu "David Berger hält Vortrag bei den "Christdemokraten für das Leben""


 72 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.04.2016
14:56:56


(-16, 28 Votes)

Von tobias
Aus bremerhaven (Bremen)
Mitglied seit 25.03.2012


zerreisst mal nicht den berger so!
ich mochte ihn auch mal!
mit vielem hat er ja auch recht :o
...ein offen schwuler mann mit meinung!
dafür hat er mein respekt!


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#2
10.04.2016
15:06:58


(+15, 25 Votes)

Von SebastianBen
Antwort zu Kommentar #1 von tobias


Ein offen schwuler Mann mit Meinung, dass war Ernst Röhm auch....


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#3
10.04.2016
15:16:11


(+9, 15 Votes)

Von bastapapsta
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der Super Berger Gau.

Ähnlich wie einst Eva Herman wird er sich sehr wahrscheinlich mit (bei ihm scheint es eine Rückbesinnung auf seine ehemaligen katholischen Kreise zu handeln) seiner erneuten Zuwendung zu christlich intoleranten Kreisen, die alles was außerhalb ihres eigenen Tellerrandes befindet bekämpfen irgendwann wohl selbst ins Abseits katapultieren und es wird still um ihn werden. Er ist wie es scheint gerade dabei, seinen eigenen Super Gau einzuleiten.

Im Gegensatz zum Atomkraftwerk wird hier die heiße Luft, die er noch einmal aufwirbelt, hoffentlich verwehen und er hat Zeit Zeit zur Besinnung zu kommen und öffentlich kein Forum mehr finden, außer einer Gruppe kruder Betonköpfe, die sich untereinander aufwiegeln.


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#4
10.04.2016
15:25:35
Via Handy


(-12, 26 Votes)

Von Gast


Man merkt wieder mal, dass man als Schwuler oder Lesbe nur dann "richtig queer" ist,wenn man eine grüne bis linke Meinung hat. Nimmt man die nicht undifferenziert an, wird man als Rechtspopulist, islamophob oder anderweitig als reaktionär bezeichnet. Das Argument selbst ist lediglich ein moralisches Argument,durch das man sich selbst als bessere Menschen sieht. Es ist traurig, dass die Debatte momentan von sogenannten Moralaposteln dominiert wird, nicht aber von Verstand und Vernunft.


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#5
10.04.2016
15:48:29


(+14, 20 Votes)

Von goddamn liberal


"Freiheit, gegen linken Jakobinismus"

Jakobinismus und Homo-Rechte gehören historisch zusammen (siehe Aufhebung der Strafbarkeit für Homosexualität nach ca. 1500 Jahren Christentum im revolutionären Frankreich 1791).

Über Berger muss man nicht viel sagen.

Es war klar, dass er nach Jahrzehnten am rechten Rand der kath. Kirche bei gleichzeitigem parasitären Ausnutzen von Freiräumen, die er nicht erkämpft, sonder bekämpft hatte, nur kurzzeitig vernünftig sein konnte.

Vernunft liegt ihm nun mal leider nicht.

Da ist er kein Einzelfall.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Horst_Mahler


Link:
de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Els%C3%A4sser


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#6
10.04.2016
15:48:33


(+2, 10 Votes)

Von handwerker


na ja, er vermarktet halt sein mundwerk, das er in seinen lehr- und wanderjahren, u.a. bei der vatikan-stasi, erübt hat. was soll er auf mittelaltermärkten auch anderes verkaufen? die patina des insiders?
die patina der haut?
das grauen?

Bild-Link:
Bosch-1.png


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#7
10.04.2016
15:52:57


(+12, 22 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #1 von tobias


>"ein offen schwuler mann mit meinung!"

david bergers "meinung" über das, was er für "gender" hält, ist eine trübe brühe aus arroganter dummheit, unverständnis, ignoranz, gezielter desinformation, hetze, sexismus, täter-opfer-umkehr, rache-neurosen gegen einstige mitstreiter und trollhafter aufmerksamkeitsgier.

das verdient keinen respekt, sondern widerspruch, wenn nicht verachtung.


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#8
10.04.2016
15:55:58


(+14, 22 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von Gast


"Man merkt wieder mal, dass man als Schwuler oder Lesbe nur dann "richtig queer" ist,wenn man eine grüne bis linke Meinung hat."

Dunkeldeutscher Unsinn.

Was ist am Supreme Court der USA, der Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt hat, grün oder links?

Was haben moralinsaure Moralaposteln, die für sich die Herrschaft über die Körper ihrer Mitmenschen in Anspruch nehmen (Par. 218 und 175!), mit "Verstand und Vernunft" zu tun?


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#9
10.04.2016
15:59:19


(+12, 16 Votes)
 
#10
10.04.2016
16:04:46


(+14, 20 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #9 von Heiterschaufen


Tja...

In den Palästen der Inquisition kann man eben barocker schlemmen als in den Hütten der Basisgemeinden.


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