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  • 11.04.2016, 15:58h           20      Teilen:   |

Staats-Outing

Nigeria startet Hexenjagd gegen "schwulen" Schweizer Botschafter

Artikelbild
Nigeria wirft Botschafter Eric Mayoraz Homosexualität vor – und ermittelt gegen ihn

Die Behörden in Nigeria vermuten offenbar, dass der eidgenössische Botschafter schwul ist – jetzt läuft ein Ermittlungsverfahren.

Die nigerianische Regierung ermittelt laut der Zeitung "Daily Trust" gegen Eric Mayoraz, den Botschafter der Schweiz in der Hauptstadt Abuja, weil dieser mit einem Mann zusammenleben soll. Demnach erklärten die Ermittler, dass Mayoraz bei seinem Amtsantritt 2015 einen brasilianischen Mann mit in die Botschaft gebracht habe, bei dem es sich um seinen Partner handeln soll.

Akinremi Bolaji, ein Sprecher des nigerianischen Außenministeriums, zeigte sich empört über die Schweiz: "Wir wurden offenbar getäuscht. Wir hätten einer solchen Person niemals erlaubt, unser Land zu betreten. Wir haben ein Gesetz, das von allen befolgt werden muss. Sollten wir ihn für schuldig befinden, wird er den Zorn des Gesetzes zu spüren bekommen."

Das schweizerische Außenministerium wollte sich nach Angaben der Zeitung "20 Minuten" nicht zu dem Thema äußern: Das Amt erteile "keine Auskünfte zu den privaten Verhältnissen seiner Mitarbeitenden", erklärte Sprecher Pierre-Alain Eltschinger. Es liege auch keine offizielle Mitteilung der nigerianischen Behörden zu dem Fall vor. Auch Mayoranz sagte, er wolle diese "lamentable Sache" nicht kommentieren.

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Parlamentarier: Vorgehen Nigerias ist "inakzeptabel"

Nationalrat Martin Naef - Quelle: parlament.ch
Nationalrat Martin Naef (Bild: parlament.ch)

Aus dem schweizerischen Parlament kommt dagegen scharfe Kritik an dem Vorgehen der nigerianischen Behörden: "Wenn Nigeria tatsächlich gegen den Schweizer Botschafter vorgeht, weil er mit einem Mann zusammenlebt, ist dies inakzeptabel", erklärte der sozialdemokratische Nationalrat Martin Naef, der auch im Vorstand der Homosexuellen Arbeitsgruppen Zürich sitzt. Es sei allein Sache der Schweiz zu entscheiden, welche Personen sie als ihre diplomatischen Vertreter in ein Land entsende. "Die sexuelle Orientierung hat dabei keine Rolle zu spielen."

Das Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen in Nigeria, mit 160 Millionen Menschen das einwohnerstärkste Land Afrikas, geht auf die britischen Kolonialherren zurück. Die nigerianische Regierung hat im vergangenen Jahr die Gesetze gegen Homosexuelle verschärft (queer.de berichtete). Für gleichgeschlechtlichen Sex ist eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren vorgesehen, in islamischen Regionen steht für Muslime auf Homosexualität unter bestimmten Bedingungen sogar die Todesstrafe.

Selbst die katholische Kirche von Nigeria begrüßt offen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Dies sei ein "richtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Würde des Menschen zu schützen", erklärte die Bischofskonferenz zur Gesetzesverschärfung (queer.de berichtete). Bei einer im Juni 2013 durchgeführten Umfrage hatten sich auch 92 Prozent der Bevölkerung hinter die Pläne der Regierung gestellt (queer.de berichtete).

Nigeria ist freilich nicht das einzige Land, das Diplomaten wegen ihrer sexuellen Orientierung für untauglich erklärt. So hat der Vatikan mit Jean-Loup Kuhn-Delforge und Laurent Stefanini in den letzten acht Jahren bereits zwei Mal einen französischen Botschafter wegen Homosexualität abgelehnt. (dk)

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Tags: nigeria, schweiz
Schwerpunkte:
 Nigeria
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Reaktionen zu "Nigeria startet Hexenjagd gegen "schwulen" Schweizer Botschafter"


 20 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
11.04.2016
17:11:37


(+10, 10 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


" wird er den Zorn des Gesetzes zu spüren bekommen."

In einem Rechtsstaat sollten Gesetze etwas mit Sinn und Verstand zu tun haben, nicht mit Zorn, dafür braucht mensch keine: Das beweisen schon manche spielenden Kinder.

Neben anderen Defiziten hat Akinremi Bolaji offensichtlich auch nicht verstanden, wie das mit Botschaften und diplomatischen Personal funktioniert.


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#2
11.04.2016
18:08:47


(-9, 15 Votes)

Von GeorgG


Etwa die Hälfte der nigerianischen Bevölkerung ist christlich (anglikanisch, katholisch, protestantische Kirchen), die andere Hälfte ist streng muslimisch (Stichwort: Boko Haram).

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Boko_Haram


Wenn der christliche Süden Nigerias Homosexualität auch nur tolerieren würde, wäre dies für die moslemischen Terrorgruppen Anlaß, die Christen im eigenen Land noch stärker zu bekämpfen als sie es bisher schon tun.
Wir hier im sicheren Deutschland haben gut reden. Wir können Schwulenrechte einfordern, weil wir wissen, dass uns nichts passieren kann.
In Ländern wie Nigeria, Uganda, Zimbabwe usw können die dortigen Schwulen froh sein, wenn das Thema totgeschwiegen wird.


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#3
11.04.2016
18:44:50


(-12, 14 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


si fueris Romae, Romano vivito more; si fueris alibi, vivito sicut ibi

oder im gediehgenen Englisch:
when in Rome, do as the Romans do


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#4
11.04.2016
19:02:46


(+13, 15 Votes)

Von GeorgB
Antwort zu Kommentar #3 von wiking77


"when in Rome, do as the Romans do"

Der schweizerische Botschafter in Nigeria soll also auch an Steinigungen teilnehmen?


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#5
11.04.2016
20:35:05


(+3, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von ollinaie


Wie kann einen religiöse Bannanenrepublik mit Verstand regiert werden?


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#6
11.04.2016
20:45:59
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von J-eye
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Ach so, diese armen Christen im Süden bekämpfen Homosexualität also nur, weil die bösen Muslime im Norden sie sonst verfolgen würden? Na klar...


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#7
11.04.2016
21:05:21


(+6, 10 Votes)

Von TheDad
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""Selbst die katholische Kirche von Nigeria begrüßt offen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.""..

Wie paßt denn das zu den "Worten" des Papstes in seinem 300-Seiten-Pamphlet ?


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#8
11.04.2016
21:09:19


(+6, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


""Wenn der christliche Süden Nigerias Homosexualität auch nur tolerieren würde, wäre dies für die moslemischen Terrorgruppen Anlaß, die Christen im eigenen Land noch stärker zu bekämpfen als sie es bisher schon tun.""..

Wow..
Die "Christen" sind also schuld an der Verfolgung von LGBTTIQ's im Lande durch die Islamisten..
Und wenn sie ihre "Bemühungen" zur Diskriminierung "zurückfahren" würden, brächte das die Islamisten doch erst recht in Wallung..

Täglich kann man neuen Unsinn von Dir lesen..
Unterirdisch..


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#9
11.04.2016
21:10:42


(0, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von wiking77


""si fueris Romae, Romano vivito more; si fueris alibi, vivito sicut ibi
oder im gediehgenen Englisch:
when in Rome, do as the Romans do""..

Wieso benimmst Du dich dann hier so "abartig" ?


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#10
11.04.2016
23:54:18


(+9, 11 Votes)

Von KatholibanWatch
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


"In Ländern wie Nigeria, Uganda, Zimbabwe usw können die dortigen Schwulen froh sein, wenn das Thema totgeschwiegen wird."

Klaro... Sollen sich die Homos drüben mal nicht so anstellen, oder wie???
Es ist ja wohl ein Unterschied, wenn das Thema totgeschwiegen wird, oder man damit aktiv Stimmung dagegen macht!!!

Wenn ich demnächst wieder von Christenverfolgung lese, werde ich an deine Worte denken. Die sollen sich mal nicht so anstellen und froh sein, wenn das Thema totgeschwiegen wird!
Und wie es der Vatikan offiziell sagt: Ein Staat soll das Recht dazu haben, ihm unliebsame religiöse Verhaltensweisen bestrafen zu dürfen!


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