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Geht für die badischen Christen der Regenbogen auf? (Bild: flickr / Cjames Fotografia / by 2.0)

Nur noch drei der 20 deutschen Landeskirchen weigern sich, Homo-Paare öffentlich zu segnen. Jetzt wackelt das Verbot in Baden.

Die Evangelische Landeskirche in Baden wird bei ihrer Frühjahrstagung kommende Woche in Bad Herrenalb (Landkreis Calw) über die Segnung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften beraten. Am Mittwoch soll ein entsprechender Beschlussvorschlag Thema der Synode sein. Der Vorschlag hat offenbar gute Chancen, angenommen zu werden.

Wie Oberkirchenrat Matthias Kreplin am Donnerstag mitteilte, soll es dem Antrag zufolge künftig einen öffentlichen Gottesdienst geben, um die Partnerschaft zu bestätigen. Dabei könnte sogar das magische Wort "Trauung" genutzt werden: "Ob das dann Trauung genannt wird oder Segnung muss noch von der Synode diskutiert werden", sagte Kreplin.

Segnung derzeit nur im privaten Rahmen

Segnungen von schwulen und lesbischen Paaren sind in Baden derzeit nur heimlich im privaten Rahmen erlaubt, nicht aber in einem Gottesdienst. Nur die evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Sachsen haben ähnlich restriktive Regelungen. Die württembergische Landeskirche hatte erst vergangenes Jahr die Segnung von Homo-Paaren abgelehnt (queer.de berichtete). Auch in Sachsen wird es wohl so schnell keine Reform geben, da der dortige Landesbischof Carsten Rentzing Homosexuellen vorwirft, gegen "den Willen Gottes" zu leben (queer.de berichtete).

Demgegenüber erlauben drei der 20 Landeskirchen bereits die kirchliche Trauung von Schwulen und Lesben. Nach Hessen-Nassau und Rheinland stellte erst vor einer Woche die Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eingetragene Lebenspartner mit heterosexuellen Eheleuten gleich (queer.de berichtete).

Die badische Landeskirche ist mit 1,2 Millionen Mitgliedern die achtgrößte evangelische Gliedkirche in Deutschland.

Erst am Montag hatte die evangelisch-lutherischen Volkskirche in Norwegen mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dass Schwule und Lesben auch kirchlich heiraten dürfen (queer.de berichtete). (dk)



#1 userer
  • 15.04.2016, 12:08h
  • Ob sich auch in Baden dann evangelische Pfaffen weigern dürfen, Rothaarige, Linkshänder, Schwarze und Schwule zu "trauen"?

    Ach nein, halt, sich weigern und weiterhin diskriminieren dürfen sie ja immer nur bei Schwulen.

    www.kirchenausritt.de
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#2 PelayoProfil
  • 15.04.2016, 12:12hBerlin
  • Baden und Württember - tiefste deutsche Provinz!
    Es ist doch ein Witz, dass erst jetzt über Segung (nicht Trauung) von schwulen und lesbischen Paare gesprochen wird. Normalerweise sind unierte Kirchen eher liberal. Das Problem im Südwesten sind die starken evangelikalen Gruppierungen. Diesbezüglich ist Württemberg (lutherisch) noch schlimmer als Baden (bekenntnisuniert).
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#3 Nein dankeAnonym
  • 15.04.2016, 12:49h
  • Nur weil die evangelische Kirche langsam realisiert, dass sie sich mit Diskriminierung ihr eigenes Grab schaufeln und jetzt zum puren Selbsterhalt einlenkt, wird sie nicht besser.

    Die haben jahrzehntelang genauso gehetzt wie die Katholische Kirche und tun es in Teilen immer noch.

    Die jetzt plötzlich eintretende Liberalität geschieht nicht aus Überzeugung, sondern dient nur der Rettung ihres Vereins.

    Außerdem sind das ja immer noch Zeremonien zweiter Klasse für Menschen zweiter Klasse.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 15.04.2016, 13:48h
  • Antwort auf #3 von Nein danke
  • "Die jetzt plötzlich eintretende Liberalität geschieht nicht aus Überzeugung, sondern dient nur der Rettung ihres Vereins.

    Außerdem sind das ja immer noch Zeremonien zweiter Klasse für Menschen zweiter Klasse."

    Ob die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare ev. Kirchen rettet oder in den Untergang der Beliebigkeit treibt, das ist nicht nur in klerikalen Kreisen durchaus umstritten. Nicht nur Evangelikale, auch atheistische Intellektuelle sind der Meinung, dass die strenge Moralknute irgendwie attraktiver ist.

    Ich denke allerdings, dass das Thema religionssoziologisch in seiner Bedeutung überschätzt wird.

    Das mit den Zeremonien zweiter Klasse ist im Rheinland und in Berlin-Brandenburg so eine Sache. Abgesehen vom Verweigerungsrecht ist die Zeremonie dort weniger zweitklassig als im Standesamt.

    Kein Wunder im Land des rosa Winkels, wo Länder, wo nicht nur unsereiner verfolgt wird, als sichere Drittstaaten eingestuft werden.
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#5 Johannes45Anonym
  • 15.04.2016, 14:12h
  • Da wünsche ich als Mitglied einer Landeskirche der EKD, wo öffentliche Segnungsgottesdienste bereits ermöglicht wurden, der Landeskirche Baden viel Glück, das auch dort Segnungsgottesdienste/Trauungen erlaubt werden.
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#6 RWTHAnonym
  • 15.04.2016, 14:49h
  • Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit.

    Denn JEDE Religion basiert im Kern auf Unterdrückung, Bevormundung und dem Schüren von Hass. Anders kann Religion gar nicht funktionieren. Das ist das genaue Gegenteil von echter Freiheit.

    Nur weil sie sich auch immer mal wieder ändert und anpasst, um ihr Geschäftsmodell zu retten, wird das zugrundeliegende Prinzip nicht weniger menschenverachtend und pervers.

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)

    "Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
    (Albert Einstein)
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#7 Patroklos
#8 AlbrechtAnonym
#9 goddamn liberalAnonym
#10 FotzynässAnonym