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  • 18.04.2016, 12:42h           17      Teilen:   |

Debatte um Gedenktag

Geschichtsklitterung? Am 17. Mai wird nun auch gegen Interphobie demonstriert

Artikelbild
Am 17. Mai wird mal der IDAHIT, mal der IDAHOT, dann wieder der ursprüngliche IDAHO sowie der IDAHOBIT begangen (Bild: bbz Lebensart)

Aus IDAHO wird IDAHIT: Das bbz Lebensart in Halle hat den Internationalen Tag gegen Homophobie um Inter- und Transphobie erweitert.

Gut vier Wochen vor dem Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) am 17. Mai hat das bbz Lebensart in Halle eine Diskussion angestoßen, die bislang vor allem in sozialen Netzwerken geführt wird. Grund ist die Umbenennung des Gedenktages in den Internationalen Tag gegen Homophobie, Interphobie und Transphobie (IDAHIT) – für manche eine Verwässerung des ursprünglichen Anlasses, für andere eine konsequente Erweiterung.

Der IDAHO wird seit 2005 immer am 17. Mai begangen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es zu verschiedenen Erweiterungen. So fügten immer mehr lokale und regionale Gruppen Transphobie dem Namen hinzu, einige Veranstalter von Flashmobs und Demonstrationen erwähnen auch explizit die Biphobie.

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Angst vor zwischengeschlechtlichen Lebens- und Ausdrucksweisen

Jüngste Erweiterung ist nun die Interphobie, gegen die bereits im vergangenen Jahr unter anderem in Halle oder Heidelberg demonstriert wurde. "Als (noch) nicht gängiges Konzept beschreibt Interphobie die Angst vor zwischengeschlechtlichen Lebens- und Ausdrucksweisen sowie vor körperlich-geschlechtlicher Vielfalt, die zu Gewalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und vor allem der medizinisch-gesellschaftlich-rechtlichen Verunmöglichung von Inter*Identitäten und Körperlichkeiten führt", definiert der Berliner Verein TransInterQueer den Begriff. Der Bremer Senat verabschiedete im vergangenen Jahr den bundesweit ersten "Aktionsplan gegen Homo-, Trans- und Interphobie" (queer.de berichtete).

Für das bbz Lebensart gehört der Kampf gegen Interphobie am 17. Mai selbstverständlich dazu: "Wir setzen gemeinsam ein Zeichen für die Gleichstellung und Akzeptanz verschiedener geschlechtlich-sexueller Identitäten sowie Lebens- und Familienfomen", heißt es in der Einladung zum Rainbow-Flashmob.

Die Journalistin Stephanie Kuhnen ist dagegen gespalten: "Wenn es ein reiner Gedenktag ist, dann hätte es beim IDAHO bleiben müssen", schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Sie räumt aber ein: "Als reiner internationaler Aktionstag machen auch andere Diskriminierungen von 'LGBTI'-Gruppen Sinn, da 'T' und 'I' ebenfalls von medizinischer/psychiatrischer Gewalt betroffen sind."

Kuhnens Kollege Paul Schulz lehnt den IDAHIT als "feiermüde Geschichtsklitterung" strikt ab: "Der 17. Mai hatte mit trans* und Inter nichts zu tun. […] Ich fände es schön und nützlich, wenn die trans* und Inter-Bewegung, sich ihre eigenen Gedenk- und Aktionstage schafft, zu denen ich dann als schwuler cis-Mann furchtbar gern solidarisch und unterstützend dazustoße."

Im Unterschied zur Homosexualität ist Transsexualität in der WHO-Klassifikation noch immer als psychische Störung eingestuft – eine Änderung ist erst für 2018 geplant. Intersexualität wiederum wird im Kapitel XVII ("Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien") als Krankheit gelistet. Ein IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie), so argumentieren Befürworter, könne ein stärkeres Zeichen für die Streichung setzen, als wenn jede Gruppe für sich alleine kämpft. (mize)

Wochen-Umfrage: Wogegen sollten wir am 17. Mai demonstrieren? (Ergebnis)

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Tags: interphobie, idaho, idahit, idahot, idahobit, internationaler tag gegen homophobie, 17. mai
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Reaktionen zu "Geschichtsklitterung? Am 17. Mai wird nun auch gegen Interphobie demonstriert"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
18.04.2016
13:03:02


(+6, 8 Votes)

Von userer
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Der Tag ist ja nicht unbedingt ein historischer Gedenktag, sondern wohl eher ein Tag der Bewusstmachung. Von daher ist eine Aktualisierung des Grundgedankens für mein Empfinden durchaus möglich. Andererseits zeigt die Diskussion um LGBT*I*Q ja auch, dass es richtig viele Begriffe gibt, auf die alle Einzelnen wert legen. Was machen wir da nur, damit solche Akronyme nicht zur Buchstabensuppe werden?


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#2
18.04.2016
13:18:00


(-2, 6 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


"Ein IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homophobie, Biphobie, Interphobie und Transphobie), so argumentieren Befürworter, könne ein stärkeres Zeichen für die Streichung setzen, als wenn jede Gruppe für sich alleine kämpft.":

Das sehe ich absolut anders, und zwar nicht deswegen, weil ich per se etwas gegen die Nicht-Schwulen bzw. -Lesben hätte, sondern weil ich der Auffassung bin, dass man an sich schon mehr Gedenktage gegen die Anfeinder bräuchte. Und da würde ich es schon für besser halten, wenn man die Schwerpunkte auf unterschiedliche einzelne Tage verteilt, sprich: einen für Schwule, einen für Lesben, einen für Transidentische, einen für Intersexuelle und einen für Bisexuelle.

Dass man bei den Demos zusammen wirken kann und soll, darüber brauchen wir nicht reden. Aber die Schwerpunkte sollten schon jeweils gesondert in den Raum gestellt werden, und dafür ist ein Tag für alle einfach zu wenig.


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#3
18.04.2016
13:46:07


(+6, 10 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #1 von userer


Buchstabensuppe kann doch ganz lecker sein. Das Bemühen, größere Solidarität zwischen den Gruppen herzustellen und auf weitere Benachteiligungen hinzuweisen, finde ich zunächst mal ganz sympathisch.

Für mich ist die entscheidende Frage, ob da jetzt nur schwule und lesbische Aktivist*innen am Werk sind, die sich einfach mal keck zutrauen, auch für trans, bi- und intersexuelle Menschen das Wort zu ergreifen, oder ob letztere das auch tatsächlich selber tun.

Bei allen Gemeinsamkeiten haben die verschiedenen Gruppen durchaus auch einige unterschiedliche Interessen, werden auf unterschiedliche Arten benachteiligt usw. Als schwuler Mann merke ich bisweilen, dass ich mir diese Unterschiede erst von Anderen klarmachen lassen muss, weil ich bei machen Dingen einfach zu selbstverständlich davon ausgehe, dass sie übertragbar seien. Die queere Welt ist eben nicht einfach eine große Soße.

Zwischen "sich mit Anderen solidarisch erklären" und "für Abwesende reden" kann eine gefährliche Lücke klaffen. Ich drücke hoffnungsvoll die Daumen, dass der Balanceakt gelingt.


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#4
18.04.2016
15:05:28


(-4, 10 Votes)

Von TheDad
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Kuck an..

Vatertag ist jetzt auch gleich noch mit Muttertag..
Und gleichzeitig anders herum..

So wird dann über die Jahre daraus so etwas wie ein "Volkstrauertag", an dem man, so man möchte, am Ende dann auch den Gegner der Gleichstellung gleich "mitgedenkt" ?


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#5
18.04.2016
15:39:51


(+4, 6 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von fink


Danke, der Gedanke zur Lücke war mir so noch nicht gekommen. Ich bin davon ausgegangen, dass alle GEnannten auch Teil der Aktion sind.
Mir war bislang nur aufgefallen, dass beispielsweise Asexuelle ungenannt sind, sei es weil niemand daran denkt, sei es, weil sie nicht mit von der Partie sind oder sein wollen oder sei es weil sie nicht wirklich passen. (Oder doch? Ich weiß es einfach nicht.)
Für Abwesende zu sprechen wäre in der Tat eine fragwürdige Herangehensweise, von der ich bislang nicht ausgegangen war.


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#6
18.04.2016
15:42:06


(+2, 8 Votes)

Von Jenauser


In Jena heißt das dann dieses Jahr IDAHOBIT. Und nächstes Jahr kommt sicher wieder was dazu. Ist ja super für Leute, die sich dann angesprochen fühlen, aber spricht halt niemanden an, der sich damit noch nicht beschäftigt hat (z.B. die meisten Heterosexuellen). Ich kenn genug Leute, die mit LGBT überfordert sind.
Was bringt aber ein Tag gegen X-phobie, wenn sowieso nur Leute hingehen, die sowieso schon X sind?


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#7
18.04.2016
15:56:18


(+1, 5 Votes)

Von Marek


Im Prinzip stimme ich zu, dass wir alle gemeinsam an einen Strang ziehen sollten, damit die Heteronormativität endlich beendet wird und auch alle anderen Spielarten sexueller Identität und Orientierung gleichgestellt und voll akzeptiert sind.

Aber ich sehe da ein grundsätzliches Problem:
es gibt ja ganz viele Nuancen:
- homosexuell
- bisexuell
- transsexuell
- transgender
- tranidentisch
- genderqueer
- queer
- intersexuell
- asexuell
- pansexuell
- omnisexuell
- etc. etc. etc.

Wenn wir all das mit jeweils einem Buchstaben repräsentiere wollen, wird das ein riesen Wortungetüm, das sich niemand mehr merken kann, dass total unhandlich ist und dass auch peinlich wirkt (ähnlich wie damals Stefan Raabs ironisch gemeintes DSDSGPSDINEIDSHDVVG beim ESC-Vorentscheid).

Das Problem ist, dass es für all diese Spielarten keinen gängigen Oberbegriff gibt.

Also spätestens bei IDAHIT sollte jetzt Schluss sein.


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#8
18.04.2016
18:01:45


(+2, 4 Votes)

Von Lebensweisen
Antwort zu Kommentar #7 von Marek


Omni- und Pansexualität sind das Gleiche:

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Pansexualit%C3%A4t


Das aus IDAHO nun IDAHIT wird, finde ich sehr gut! Vielen Dank an das bbz Lebensart in Halle!


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#9
18.04.2016
18:39:14


(0, 4 Votes)

Von Finn
Antwort zu Kommentar #8 von Lebensweisen


Da kenne ich aber Omni- und Pansexuelle, die das anders sehen...

Zumal ich eh das Gefühl habe, dass es da keine verbindlichen Definitionen gibt, sondern jeder das etwas anders definiert.

Eigentlich bräuchte man z.B. auch nur den Begriff Transsexualität. Denn das Sexualität bezieht sich nicht auf Sex im Sinne von Geschlechtsverkehr, sondern kommt (wie die ganzen Begriffe) vom lateinischen "sexus" für Geschlecht. Dennoch legen manche viel Wert darauf, dass sie transgender oder transidentisch sind. Das mag natürlich an mangelndem Wissen über das Wort sexus liegen, aber viele regen sich dann furchtbar auf, wenn man nur "transsexuell" sagt, obwohl das eigentlich dasselbe meint wie "transgender" und "transidentisch".


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#10
18.04.2016
19:19:43


(-4, 10 Votes)

Von Tollkühn
Antwort zu Kommentar #6 von Jenauser


IDA H O B I T ? Fühlen sich da die Elben, Zwerge und Orks nicht ausgeschlossen?


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