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Antibiotika werden wirkungslos

Britische Mediziner warnen vor Super-Tripper


Das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (zu Deutsch: Gonokokken) lösen Tripper aus (Bild: NIAID)

Unter schwulen Männern in England treibt ein neuer Tripper-Stamm sein Unwesen, der gegen die meisten Antibiotika resistent ist.
Die sexuell übertragbare Krankheit Tripper (Gonorrhö) bereitet Medizinern in Großbritannien ernsthafte Sorgen: In den Medien schlägt die British Association for Sexual Health & HIV (BASHH) Alarm und warnt insbesondere schwule Männer vor der Ausbreitung der Krankheit im Landesteil England. Ein besonders aggressiver Stamm, der vergangenes Jahr in Leeds entdeckt wurde, werde derzeit häufiger festgestellt.

Dieser Stamm ist den Medizinern zufolge gegen die meisten Antibiotika resistent. Nur eine Kombination der Medikamente Azithromycin und Ceftriaxon soll noch gegen den Super-Tripper wirksam sein. Die Ärzte warnen nun davor, dass der neue Stamm gegen diese Antibiotika ebenfalls eine Resistenz entwickeln und Tripper dann unbehandelbar werden könnte.

"Die Ausbreitung der Gonorrhö, die gegen Azithromycin resistent ist, bereits uns riesengroße Sorgen. Es ist unerlässlich, dass wir alle Anstrengungen unternehmen, um die Ausbreitung zu stoppen", erklärte die BASHH-Präsidentin gegenüber der BBC. "Wenn wir das nicht tun, werden wir möglicherweise Gonorrhö nicht mehr wirksam bekämpfen können."

Besonders schwule Männer gefährdet

"Wir befürchten, dass sich dieser Stamm besonders unter Männern, die Sex mit Männern haben, ausbreitet", sagte Peter Greenhouse, ein Berater für sexuell übertragbare Krankheiten in Bristol. "Das Problem ist, dass sich die Infektion in dieser Gruppe schneller ausbreitet, weil dort mehr Partnerwechsel stattfinden." Laut der englischen Gesundheitsbehörde wurden bislang zwar nur wenige Dutzend Fälle gemeldet, insbesondere aus Südengland. Allerdings sei dies nur die Spitze des Eisberges, weil dieser Stamm infektiöser sei als andere Stämme.

Bereits 2011 gab es Berichte über einen resistenten Super-Tripper in Japan (queer.de berichtete). Dieser wurde aber bislang außerhalb Japans nicht nachgewiesen.

Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen weltweit. Schwule Männer sind überproportional betroffen. Die bakterielle Erkrankung kann durch Oral- und Analsex und die gemeinsame Nutzung von Sextoys übertragen werden. Kondome bieten bei allen Varianten zwar einen gewissen Schutz, aber nicht hundertprozentig.

Eine Ansteckung erzeugt eine zunächst symptomlose Erkrankung. Sie führt dann zu einer Entzündung der Geschlechtsorgane, die sich auch auf die inneren Organe übertragen kann, wenn keine Behandlung erfolgt. Bei der rektalen Infektion kommt es bei Männern meist zu einem eitrigen Ausfluss und zu krampfartigen Schmerzen.

Vor 70 Jahren haben Ärzte begonnen, gegen Tripper mit Penicillin zu vorzugehen. Seither hat das Bakterium allerdings gegen die meisten Antibiotika eine Resistenz entwickelt und ist daher heute schwerer zu bekämpfen. (dk)



#1 Rosa SoliAnonym
  • 18.04.2016, 15:25h
  • Symptomlose Erkrankung? Also mir hat die Flöte gejuckt und geziept, dass ich hätte verrückt werden können. Und beim Pinkeln hat es so gebrannt, dass ich dachte, ich würde Rasierklingen pissen. Außerdem hatte ich gelb-eitrigen Ausfluss, der ziemlich unangenehm gerochen hat. Da bin ich aber flott geworden und war umgehend beim Doc.
    Eine erste hohe Dosis Antibiotikum habe ich gleich dort geschluckt, dass brachte schon spürbare Linderung am nächsten Tag. Außerdem musste ich 5 weitere Tage ein Antibiotikum schlucken, dann war aber auch alles gut und mein kleiner Freund wieder gefechtsbereit!

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man mit solchen Symptomen nicht zum Arzt geht. War schon ziemlich unangenehm. Dem Doc könnte ich vor lauter Dankbarkeit noch heute die Füße küssen! ;-)
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#2 MarekAnonym
  • 18.04.2016, 15:58h
  • " Seither hat das Bakterium allerdings gegen die meisten Antibiotika eine Resistenz entwickelt und ist daher heute schwerer zu bekämpfen."

    Das Hauptproblem ist der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Dadurch nimmt jeder von uns viel zu viel Antibiotika auf und es entwickeln sich solche gefährlichen Resistenzen.
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#3 FinnAnonym
  • 18.04.2016, 18:45h
  • Antwort auf #2 von Marek
  • Der mit der Massentierhaltung verbundene Einsatz von Antibiotika (die dann über das Fleisch vom Menschen konsumiert werden) ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Und das betrifft auch Vegetarier, da sich die Resistenzen ja bei den anderen Betroffenen bilden.

    Weitere Faktoren sind, dass auch in der Human-Medizin viel zu schnell und viel zu oft Antibiotika gegeben werden; oft auch nur um nervige Patienten, die meinen, das würde die Erkältungszeit verkürzen, loszuwerden.

    Und dann ist ein wichtiger Faktor, dass viele Leute ein Anti-Biotikum zu früh absetzen. Wenn die Packung auf 10 Tage angelegt ist, muss man das auch 10 Tage nehmen. Viele beenden die Einnahme schon früher, wenn die Symptome weg sind. Aber gerade dadurch können sich dann Resistenzen bilden.

    Es sind also 3 Faktoren, die vor diesem Hintergrund extrem problematisch sind:
    1. Antibiotika in der Massentierhaltung
    2. zu schnelle Verschreibung von Antibiotika
    3. zu schnelles Absetzen von Antibiotika

    Und deswegen wird es in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Probleme geben. Auch mit Krankheiten, die wir mal als längst besiegt geglaubt hatten.
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#4 aktiverAnonym
  • 18.04.2016, 19:36h
  • In den meisten Fällen gehts noch einfacher. Eine einmalige Injektion Spectinomycin und die Sache ist behoben.
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#5 salvatoreAnonym
  • 19.04.2016, 01:31h

  • Naja, in London ist due Szene nicht nur mit allen Möglichen Drogen durchseucht. Mann kann such da auch alle Möglichen Geschlechtskrankheiten einfangen, queer durch medizinische Lehrbuch...
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#6 salviAnonym
#7 PfoteAnonym
  • 19.04.2016, 07:56h
  • Antwort auf #6 von salvi

  • Schätzchen, seit wann haben Männer ungeschützten Sex und seit wann gibt es Antibiotikaresistenzen?

    Natürlich kannst Du Dir einen Tripper bei solchem einfangen, aber dass die Pillen nicht mehr wirken, hat damit rein gar nichts zu tun.
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#8 lucdfProfil
  • 19.04.2016, 09:29hköln
  • Supertripper mit Antibiotila nicht zu behandeln . OK! Also was dann? Gibt es Spätfolgen? Wird man impotent? Stirbt man? Das Thema ist nur angekratzt und der Artikel gibt keine brauchbaren Informationen. Aber sensationshaschend ist er schon.
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#9 NicoAnonym
  • 19.04.2016, 09:43h
  • Ist wieder Anti-gay-Propaganda, wie damals mit der Hirnhautentzündung bei New Yorker Schwulen. Da hieß es auch, ganz Homoland würd aussterben.
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#10 SchaetzchenAnonym
  • 19.04.2016, 13:48h
  • Antwort auf #7 von Pfote
  • "Natürlich kannst Du Dir einen Tripper bei solchem einfangen, aber dass die Pillen nicht mehr wirken, hat damit rein gar nichts zu tun."

    Schaetzecken, logisches Denken gehoert nicht zu Deinen Staerken, oder?
    Je mehr/oefter die Leute ohne Sicherheitsvorkehrungen durch die Betten huepfen, desto oefter besteht die Moeglichkeit, sich diese kleinen "Untermieter" einzufangen. Und je oefter die therapiert werden, desto oefter haben die damit die Gelegenheit, Resistenzen dagegen zu entwickeln.
    Und als es noch keine Antibiotika gab, sind die Leutchen, zumindest in Falle der schwereren Infektionen, ganz einfach daran gestorben, bzw. als die Symptome offen zutage traten, isoliert worden (natuerlich nicht im heutigen Sinne auf Isolierstationen, sondern ausgestossen (aus der Gesellschaft)).
    Und noch einen kleinen Hinweis auf die Wirkungsweise von Antibiotika:
    Wenn Du von Deinem Onkel Doktor Antibiotika verordnet bekommst, wirken die nicht nur gegen die Keime, die Deine Probleme verusachen, sondern auch gegen Keime, die nicht zu der Zielgruppe der aktuellen Antibiotika-Einnahme gehoeren; die wirken auch gegen Keime, die sich irgendwo in Deinem Koerper befinden (also im Darm (ergibt u. U. Durchfall), in der (verletzten, u. U. infizierten) Haut, in der Nase/Bronchien/Lunge), ueberall. Und da Antibiotika nicht zwischen "Guten" und "Schlechten" unterscheiden sind damit auch alle Bakterien in Deinem Koerper betroffen (zumindest alle, die aehnlich aufgebaut sind, wie die, wegen denen Du zum Onkel Dok gegangen bist.). Und wenn der nicht genau weiss, welchen Keim Du Dir eingefangen hast (ist "etwas" aufwendiger, das zu testen), wird er Dir i.d.R. sog. Breitbandantibiotika geben, die dann nochmal mehr Bakterienstaemme "abdecken".
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