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Der Sexforscher Alfred C. Kinsey wird in einer opulenten Biografie vom schwulen Regisseur Bill Condon cineastisch geehrt.

Von Christian Scheuß

Es gibt keine sexuellen Geheimnisse mehr auf dieser Welt. Strichjungen erzählen der Boulevardpresse offen, welche Praktiken sie für wie viel Kohle mit dem ermordeten Modemacher Moshammer durchgeführt haben und die Republik kann die Einzelheiten beim Sonntagsfrühstück kopfschüttelnd nachlesen. Ob der amerikanische Sexualforscher Alfred Kinsey diese Art der Sensationsgier gewollt hat, darf getrost angezweifelt werden. Ihn interessierten zwar auch alle "schmutzigen" Details des Sexuallebens amerikanischer Bürger, doch sein Wissensdurst war rein wissenschaftlich begründet.

Kinsey, der Oswald Kolle der USA, hat in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die sexuelle Revolution der 60er vorbereitet. Der heute schon fast vergessene Pionier wird jetzt in einem Kinofilm geehrt. Der schwule Regisseur Bill Condon hat das gelungene cineastische Denkmal errichtet, dass zur Berlinale als Abschlussfilm erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt wurde.

Eigentlich begann alles mit der Gallwespe. Die sammelte und untersuchte der 1894 geborene Biologe und Psychologe Kinsey an der Universität in Indiana. 20 Jahre lang baute er eine Sammlung von über einer Million Exemplaren auf. Als sich unerwartet ein neues Forschungsgebiet für ihn auftut. Der Prof, der bei seinen Studenten großes Vertrauen genießt, wird von einem jungen Ehepaar besucht, das Probleme im Bett hat. Da Kinsey aus eigener Erfahrung um die Schwierigkeiten beim ersten Mal weiß, versucht er zu helfen. Er setzt sich mit seinen Plänen durch, einen Ehekurs an der Universität einzusetzen, gegen den erbitterten Widerstand seines Kollegen Thurmann Rice. Die wunderbare Ironie an dieser Stelle des Films: Ausgerechnet der Rocky Horror-Obertransvestit – sprich Tim Curry – spielt hier einen konservativen Spießer.

Aus dem Eheseminar heraus wächst die Idee, per Befragung von möglichst vielen Personen herauszufinden, welche sexuellen Spielarten und Probleme vorhanden sind. Statt Gallwespen sammelt Kinsey nun zusammen mit seinem Lieblingsstudenten Clyde Martin Interviews. Da sie alle Bereiche der Gesellschaft abdecken wollen, fahren sie durchs ganze Land und besuchen auch die Schwulenbars. 18.000 Männer berichten über die intimsten Details ihres Sexlebens.

Als am 5. Januar 1948 Kinseys Buch "Über das sexuelle Verhalten des Mannes" erscheint, ist die Sensation perfekt. Erstmals kann die schockierte Öffentlichkeit in wissenschaftlich nüchternen Worten nachlesen, dass die meisten Männer regelmäßig masturbieren und dass Einige mindestens einmal ein homosexuelles Erlebnis hatten. Ebenso verblüfft war man über die Kinsey-Skala, die belegte, dass es nur wenige gab, die sich ausschließlich heterosexuell oder ausschließlich homosexuell verhielten. Auf der Skala von eins bis sechs tummelten sich viele in der Mitte. Als der Forscher, inzwischen ausgestattet mit Fördermitteln, wenige Jahre später den Folgeband "über das sexuelle Verhalten der Frau" veröffentlicht, sinkt sein Stern schnell wieder. Das die Ehefrauen und Mütter ebenfalls häufig onanieren und es mit der Keuschheit nicht zum Besten steht, wollte dann doch niemand wahrhaben. Kinsey verliert die Stiftungsgelder und wird am Ende krank.

Oscarpreisträger Bill Condon (Gods & Monsters), der zuvor zahlreiche Zeitzeugen gesprochen hat, zeichnet das detaillierte Bild von einem Besessenen, dessen Untersuchungen unmittelbare Auswirkungen ins persönliche Leben haben. So macht Kinsey, der verheiratet ist und drei Kinder hat, zum Beispiel mit seinem Studenten Clyde homosexuelle Erfahrungen, was die Ehe zunächst belastet. Doch als Clyde sich bei Kinseys Frau mit Sex revanchiert, entsteht plötzlich so etwas wie eine moderne offene Partnerschaft. Mit dem irischen Schauspieler Liam Neeson als Kinsey, mit Laura Linney als dessen Frau Clara sowie Chris O'Donnell, Peter Sarsgaard undTimothy Hutton als seine wissenschaftlichen Mitstreiter hat Condon zudem eine überzeugende Schauspielertruppe zusammen geholt.

24.03.2005



#1 peter1999Anonym
  • 05.04.2005, 19:28h
  • Tja, lieber Christian Scheuß,

    wenn interessiert es eigentlich ob Bill Condon schwul ist?

    Mich nicht, mich interessiert ob der Film gut ist. Schreibst Du eigentlich auch der heterosexuelle S. Spielberg?

    Hätte das so in der Bild gestanden hätte es einen riesen Aufstand gegeben, oder?

    Die sexuelle Neigung sollte nicht Gegenstand einer Filmkritik sein, ob schwul oder hete.
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#2 MarkAnonym
  • 05.05.2005, 19:38h
  • Das gehört zwar nicht hier her !!!!!!!!!!!!!

    Aber hört doch Bitte auf mit euren

    "Kinderporno - PopUps " !!!
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