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  • 26.04.2016, 16:26h           5      Teilen:   |

Missbrauchsopfer verklagt Dennis Hastert

Homophober Ex-Parlamentspräsident soll Jungen missbraucht haben

Artikelbild
Dennis Hastert wird von 40 Jahre alten Missbrauchsvorwürfen eingeholt – und könnte sogar ins Gefängnis wandern (Bild: United States Congress)

Seit einem Jahr gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren US-Spitzenpolitiker Dennis Hastert – nun hat eines seiner mutmaßlichen Opfer eine Millionenklage eingereicht. Außerdem droht ihm eine Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Bankgesetze.

Einer der Architekten der homophoben Politik während der Regierungszeit von George W. Bush muss sich mit Missbrauchsvorwürfen auseinandersetzen: Der frühere Chef des amerikanischen Repräsentantenhauses, der 74-jährige Republikaner Dennis Hastert, ist am Montag in seinem Heimatstaat Illinois von einem Mann auf Zahlung von 1,8 Millionen Dollar verklagt worden. Der Kläger, der nur als "Einzelperson A" identifiziert wird, gab an, dass er in den Siebzigerjahren als 14-Jähriger von Hastert, seinem damaligen Highschool-Lehrer, sexuell missbraucht worden war.

Laut der Klage soll Hastert damals ein Freund der Familie des Opfers gewesen sein. Der spätere Politiker habe den Jungen dann zu einem Sport-Camp eingeladen. Die Misshandlungen sollen in einem Motel-Zimmer stattgefunden haben. Das Opfer habe danach jahrelang an Panikattacken und psychologischen Problemen gelitten.

Der geforderte Betrag soll dabei kein Schmerzensgeld sein; vielmehr habe Hastert ihm vor sechs Jahren 3,5 Millionen Dollar Schweigegeld versprochen. Zwischen 2010 und 2014 habe der Politiker aber nur 1,7 Millionen Dollar gezahlt.

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Hastert droht Haft wegen Verstoßes gegen Bankgesetze

Dabei ist nicht mehr fraglich, ob Hastert seinem Opfer diesen Betrag versprochen hatte; die Teilzahlung des Schweigegelds hat der Spitzenpolitiker bereits letztes Jahr in einem Prozess zugegeben. Er war damals angeklagt worden, weil er mit der Abhebung von großen Barbeträgen über 10.000 Dollar gegen Bankgesetze verstoßen hatte. Als ihm das FBI auf die Schliche kam, log er die Bundespolizisten zunächst über die wahren Hintergründe der Abbuchungen an.

Der Politiker, der sich im Prozess bereits des Verstoßes gegen Bankgesetze schuldig bekannt hat, könnte in Kürze sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden: Die Staatsanwaltschaft fordert in diesem Prozess sechs Monate Haft, Hastert bat aber mit Verweis auf seine Reue und gesundheitliche Probleme um eine Bewährungsstrafe. Das Strafmaß wird voraussichtlich am Mittwoch bekanntgegeben.

Weitere Missbrauchsopfer

Im Laufe dieses Verfahrens kam auch heraus, dass Hastert zwischen 1965 und 1981 mindestens vier männliche Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Wegen dieser Missbrauchsvergehen kann er allerdings nicht mehr strafrechtlich belangt werden, da sie bereits verjährt sind. Hastert, der seit 1973 mit einer Frau verheiratet ist, hat den Missbrauch nie zugegeben, sondern nur die Zahlungen an das Opfer.

Mächtiger Politiker der Bush-Jahre

In den Bush-Regierungsjahren war Hastert einer der zentralen politischen Figuren: Er war von 1999 bis 2007 der mächtige Chef des US-Repräsentantenhauses – kein anderer Republikaner war in der US-Geschichte länger auf diesem Posten. In dieser Eigenschaft konnte er entscheiden, über welche Themen im Plenum debattiert und über welche Gesetzentwürfe abgestimmt werden.

Während seiner Regentschaft unterstützte er dabei vor allem Gesetze gegen Homosexuelle und verhinderte Debatten über ein Antidiskrimierungsgesetz oder andere Gesetze für LGBT-Rechte. Während des homophoben Wahlkampfs 2004 setzte er sich etwa für das Verbot der Ehe für Schwule und Lesben in der US-Verfassung ein. Mit einer Angstkampagne, in der insbesondere vor Homosexuellenrechten gewarnt wurde, konnte sich George W. Bush schließlich durchsetzen und auch die republikanische Mehrheit im Kongress sichern.

Zwei Jahre später drehten die Demokraten den Spieß um und konnten die Mehrheit im US-Repräsentenhaus erobern. Hastert verlor knapp seinen Sitz gegen seinen demokratischen Herausforderer Bill Foster. Fortan arbeitete er als Lobbyist bei seinen Ex-Kollegen im US-Kongress für eine Reihe von Geldgebern, unter anderem für die Kohle- und Tabakindustrie. (dk)

Youtube | Die Schwester von eines von Hasterts mutmaßlichen Opfern im Interview
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Tags: dennis hastert
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Reaktionen zu "Homophober Ex-Parlamentspräsident soll Jungen missbraucht haben"


 5 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.04.2016
17:04:11


(+13, 15 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


"Wegen dieser Missbrauchsvergehen kann er allerdings nicht mehr strafrechtlich belangt werden, da sie bereits verjährt sind."

Verbrechen, an denen Opfer mitunter lebenslang zu leiden haben, dürfen sicht verjähren!


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#2
26.04.2016
21:25:55


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Tja, so ist das, wenn man selber schwul ist will man homophober sein als die homophoben aus dem hetero Lager, hauptsache es kommt keiner auf die Idee das ich schwul oder bi bin.


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#3
26.04.2016
21:26:53


(+8, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von ollinaie


Tja, Gesetze von verbrecher für verbrecher!!!


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#4
26.04.2016
22:33:10


(+11, 13 Votes)

Von Sebi


Ist ja leider immer wieder so, dass die größten Hetzer nur von sich selbst ablenken wollen.

Das sieht man ja auch bei der katholischen Kirche.


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#5
27.04.2016
10:48:07


(+6, 8 Votes)

Von Kokolemle
Aus Herschweiler
Mitglied seit 02.12.2009


Ausrotten diese Misspoke


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