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  • 27.04.2016, 18:23h           9      Teilen:   |

Orléans

Frankreich: Bewährungsstrafen für homophobe Gewalttäter

Artikelbild
Ein (unverpixeltes) Video der Tat hatte sich in sozialen Netzwerken verbreitet

Die 18-jährigen Schüler hatten einen Gleichaltrigen angegriffen und ein Video der Tat veröffentlicht.

Ein Strafgericht im französischen Orléans hat am Dienstag zwei junge Männer verurteilt, die im Februar einen jungen Schwulen in der Nähe seiner Schule auf offener Straße beschimpft und zu Boden getreten hatten. Ein Video der Tat hatten sie mit weiteren homophoben Beschimpfungen in sozialen Netzwerken veröffentlicht, in denen es über eine Million Mal angesehen wurde und zu weiteren menschenfeindlichen Äußerungen führte, bevor es gelöscht wurde.

Der offen schwule Schüler stellte in Folge Strafanzeige. Bei der Gerichtsverhandlung gaben die Täter, zwei 18-Jährige, die auf eine andere Schule gehen, Medienberichten zufolge an, dass es sich nur um einen Spaß gehandelt und die Homosexualität des Opfers keine Rolle gespielt habe.

Die Staatsanwaltschaft bezweifelte diese Aussage und betonte hingegen, dass man mit einem Spaß nicht alles rechtfertigen könne. Sie beantragte Bewährungsstrafen von sechs und drei Monaten.

Fortsetzung nach Anzeige


Gericht erhöht Strafen

Das Gericht ging in seinem Urteil über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus: Der Filmer der Tat erhielt eine sechsmonatige Bewährungsstrafe und muss 300 Euro zahlen; sein Kumpel, der den jungen Schwulen mit einem heftigen Tritt gegen einen Knöchel attackierte und zu Fall brachte, kommt auf acht Monate und 400 Euro.

Die LGBT-Organisation GAGL 45, die das Opfer der Tat unterstützt hatte, lobte das Urteil, das die homophobe Motivation der Tat widerspiegele. Die Polizei und Staatsanwaltschaft hätten exzellent gearbeitet; auch die Schulbehörde erhielt Lob, weil sie sich um den jungen Schwulen gekümmert habe. Zusammen mit der Familie des Jungen habe sie dafür gesorgt, dass er keine ernsthaften gesundheitlichen Schäden davon trug.

Die "Groupe Action Gay et Lesbien du Loiret" betonte allerdings, sie hätte sich für die Täter einen verpflichtenden staatsbürgerlichen Unterricht gewünscht; ein solcher "Stage de citoyenneté" kann von Gerichten als Anleitung zu Toleranz und Recht anstelle oder ergänzend zu einer Strafe verhängt werden. Die Organisation bot den Tätern und ihren Familien nach dem Prozess ein Treffen an, um ein "notwendiges Nachdenken über Unterschiede, Diskriminierung und Gewalt" zu beginnen. (cw)

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Tags: frankreich, homophobie, gewalt, orléans
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Reaktionen zu "Frankreich: Bewährungsstrafen für homophobe Gewalttäter"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.04.2016
19:40:28


(+9, 13 Votes)

Von Sebi


Da in deren Köpfen offenbar manches schief läuft, hätte auch ich mir gewünscht, dass sie auch verpflichtet worden wären, diesen Staatsbürger-Kurs mitzumachen.


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#2
27.04.2016
19:43:07


(+11, 13 Votes)

Von Felix


Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?

Was muss noch alles passieren?

In Frankreich braucht man genauso wie hier mehr Aufklärung an Schulen, mehr mediale Präsenz, etc. Damit Homo- und Transsexualität alltäglich und selbstverständlich wird und genauso unbedeutend wird wie die Frage, welche Augenfarbe jemand hat.


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#3
27.04.2016
21:29:56


(+9, 11 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Jedem muß doch klar sein, was die sogenannten "Familienfreundlichen" mit ihren weltfremden Genderaussagen bezwecken.
Die Kinder, die Jugendlichen müßen mit sexuellen Themen im Kindergarten, dann in der Schule konfrontiert werden, je freidenkender sie eingestellt sind, entwickeln sich auch keine phobien.


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#4
27.04.2016
22:30:02


(+10, 10 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


Die jugendlichen Täter werden durch die Hetze homophober politischen Gruppen und der katholischen Kirche zu homophoben Taten angestachelt. Ein Staatsbürgerkurs läuft jener Hetze diametral. Nur gründliche Aufklärungen und Ächtung über die menschenfeindlichen Gruppen wie katholische Kirche und homophobe politische Gruppen kann diese menschfeindlichen Aktivitäten bei den Jugendlichen zum Stillstand bringen. Solange diesen menschenfeindlichen Gruppen kein Riegel vorgeschoben wird, befinden sich Jugendliche in einer widersprüchlichen Konfliktsituation.


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#5
27.04.2016
23:14:58


(+6, 10 Votes)

Von kultur und werte


man kann diese "strafen" und den demonstrativen verzicht auf eine anordnung des "staatsbürgerlichen unterrichts" (wo, wenn nicht in einem solchen fall, macht er sinn?) auch als aufforderung der "justiz" zu weiteren gewalttaten dieser art auffassen. das opfer wird ein leben lang mit den erniedrigungen, vorgeführt vor einem "millionenpublikum", leben müssen.


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#6
28.04.2016
12:57:10


(-1, 5 Votes)

Von Amina
Antwort zu Kommentar #2 von Felix


Das mit der Augenfarbe ist ein guter Punkt, denn der Täter hat afrikanische Wurzeln, wie an anderer Stelle in dem Video zu sehen ist.


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#7
28.04.2016
13:43:02


(-5, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Amina


""Das mit der Augenfarbe ist ein guter Punkt, denn der Täter hat afrikanische Wurzeln, wie an anderer Stelle in dem Video zu sehen ist.""..

Die Augenfarbe läßt also auf die Herkunft schließen ?

""denn der Täter hat afrikanische Wurzeln""..

ALLE Menschen haben irgendwo in ihrer Historie ""afrikansiche Wurzeln"" !


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#8
28.04.2016
22:29:01


(+1, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


ALLE Menschen haben irgendwo in ihrer Historie ""afrikansiche Wurzeln"" !

Tja, am liebsten würden die gestrigen religiösen hesslichen menschenfratzen vergessen und vergessen lassen, das wir in erdgeschichtlicher Zeit gerechnet, nicht ein mal vor einer Sekunde vom Baum geklettert sind.


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#9
07.05.2016
11:10:39


(+1, 3 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


Das soll einer verstehen, warum sie Dir dafür Rote reingewürgt haben.

Mir scheint, ein gewisser Anteil der Welt ist immer noch nicht weitreichend genug aufgeklärt oder hängt in der Befreiungsphase fest.

Den Artikel habe ich zwar spät gelesen ( Zur Zeit Hirnprobleme / Unfallfolgen, zu langsam ) aber ich finde, man müsste solche Kurse im empfehlenswerten Umgang mit seinen Mitmenschen im Anhang an die Strafen verhängen.Sowas gibt es ja teils anderswo, wo solche Täter dann gemeinnützige Arbeiten oder sogar eine Art Ableistungsdienst in sozialen Einrichtungen aufgebrummt bekommen.
Da würden die vielleicht auch mal lernen, wie es sein kann,die andere Seite der Unterschiede täglich zu erleben.
Und vielleicht umdenken, wer weiß.


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