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  • 02.05.2016, 14:27h           5      Teilen:   |

Abgrenzung von Mugabe

Simbabwe: Oppositionsführer gegen Schwulenverfolgung

Artikelbild
Oppositionsführer Tsvangirai setzt sich von Präsident Robert Mugabe ab

Morgan Tsvangirai hat klargestellt, dass er Homosexuelle nicht länger ins Gefängnis stecken will.

In Simbabwe kommt Bewegung in die Debatte um die Legalisierung von Homosexualität: Oppositionsführer Morgan Tsvangirai vom Movement for Democratic Change (MDC) hat in einer Pressekonferenz am Freitag angekündigt, dass er die Bestrafung von Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung einstellen möchte: "Ich werde Schwule nicht verfolgen", sagte der 63-Jährige.

"Ich weiß, dass Schwule in unserer Gesellschaft gemieden werden, und soweit es mich betrifft, bin ich nicht schwul und unterstütze Schwule nicht", so Tsvangirai. Da aber der Diskriminierungsschutz in der simbawischen Verfassung auch Homosexuelle umfasse, würde er die Verfolgung einstellen.

In Simbabwe stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex unter Männern langjährige Haftstrafen. Seit 2006 kann auch homosexuelles "Verhalten" in der Öffentlichkeit – beispielsweise eine Umarmung – als "sexuelle Abweichung" zu einer Gefängnisstrafe führen.

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Mit seinem Äußerungen setzt sich Tsvangirai deutlich von Präsident Robert Mugabe ab, der das Land seit Jahrzehnten autokratisch regiert. Der 92-Jährige hat sich immer wieder aggressiv gegen Homosexuelle ausgesprochen. Erst vor zwei Monaten sagte Mugabe, dass er Nahrungsmittelhilfe aus dem Westen ablehnen würde, wenn daran LGBT-Rechte geknüpft seien (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr erklärte er in der UN-Vollversammlung: "Wir lehnen auch Versuche ab, uns 'neue Rechte' zu verschreiben, die unseren Werten, Normen, Traditionen und unserem Glauben widersprechen. Wir sind keine Schwulen!" (queer.de berichtete).

Mugabe hatte außerdem bereits mehrfach den "Unzuchtsparagrafen" genutzt, um politische Gegner auszuschalten. 1996 ließ er etwa seinen Vorgänger im Präsidentenamt, Canaan Banana, wegen angeblicher Homosexualität verhaften und verurteilen.

Tsvangirai war von 2008 bis 2013 als Ministerpräsident an einer Regierung der nationalen Einheit beteiligt gewesen, konnte aber Mugabe nicht von seinem Präsidentenamt verdrängen. In dieser Zeit machte er widersprüchliche Aussagen über seine Politik gegenüber Schwulen. So sagte er 2010: "Ich erkenne diese Kultur nicht an. Warum sollte man sich nach anderen Männern umschauen, wenn 52 Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Es gibt so wenige Männer" (queer.de berichtete). Später zeigte er sich insbesondere gegenüber westlichen Medien offener (queer.de berichtete).

Die nächsten Wahlen werden in Simbabwe wohl nicht vor 2017 stattfinden. Bei bisherigen Wahlen war Robert Mugabe immer wieder Wahlbetrug vorgeworfen worden. (dk)

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Tags: simbabwe, robert mugabe, morgan tsvangirai
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Reaktionen zu "Simbabwe: Oppositionsführer gegen Schwulenverfolgung"


 5 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.05.2016
15:59:44


(+5, 7 Votes)

Von _john_
Aus Wetzlar (Hessen)
Mitglied seit 29.04.2016


"Wir lehnen auch Versuche ab, uns 'neue Rechte' zu verschreiben, die unseren Werten, Normen, Traditionen und unserem Glauben widersprechen. Wir sind keine Schwulen!"

Wenn Menschen aus westlichen Ländern davon hören, dass Homosexuelle in anderen Ländern verfolgt werden, sind sie meistens empört und können das überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn man sich aber mal die Argumentation der Politiker aus den betroffenen Ländern anschaut, fällt auf, dass das eigentlich mehr oder weniger die gleiche Argumentation der westlichen Politiker (Republikaner, AfD, CDU usw.) ist. Der einzige Unterschied ist, dass diese Argumentation in verschiedenen Ländern unterschiedliche Konsequenzen hat.
Da sieht man auch mal, wie fragil unsere angeblich so moderne Gesellschaft in Deutschland ist. Hier wird zwar noch niemand verfolgt, aber das extrem homophobe Gedankengut ist vorhanden, wie man ja auch bei dem AfD Politiker sehen konnte, der die Verfolgung von Homosexuellen einfach nur als "konsequent" bezeichnete.


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#2
02.05.2016
17:49:14


(0, 6 Votes)

Von GeorgG


Vir vielen Jahren schrieb der Spartacus-Guide, dass schwule Männer in den Diskotheken von Harare tanzen könnten.
Danach wurde es ruhig und es drangen nur noch Horrormeldungen nach außen.
In Afrika (mit Ausnahme Südafrikas) kann man jeden, der sich für Schwule einsetzt mundtod machen und damit seine Karriere beenden. Mugabe will auch demnächst wieder an die Macht; er wird danach 99 Jahre alt sein. Das wird ihm gelingen, denn die Opposition wird von seinen Schlägertrupps systhematisch eingeschüchtert.


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#3
02.05.2016
19:15:34


(+1, 5 Votes)

Von gagasast
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Nicht nur Südafrika.

Auch Mosambik:

Link zu www.queer.de


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#4
02.05.2016
21:20:54


(-1, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Da aber der Diskriminierungsschutz in der simbawischen Verfassung auch Homosexuelle umfasse, würde er die Verfolgung einstellen."

Kann man das, vielleicht so deuten?:
Die Verfassung ändern um queers zu verfolgen?


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#5
02.05.2016
21:24:26


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #1 von _john_


"...dass das eigentlich mehr oder weniger die gleiche Argumentation der westlichen Politiker (Republikaner, AfD, CDU usw.)"

Die sagen das mit vorghehaltener Hand, die Frage ist: Wann kommt die Zeit, wenn die Hand vor dem Mund weggenommen wird?


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