Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2607

Das in Italien entwickelte Verfahren ermöglicht auch eine genaue Analyse des Infektionsverlaufs.

Von Evelyn Lengauer (pte)

Ein neuer HIV-Test macht es möglich, den Infektionszeitraum bei neu infizierten Männern und Frauen bis auf die sechs vorangegangenen Monaten genau zu datieren - und gibt so einen Hinweis auf den Verlauf der Infektion. Das Testverfahren wurde am Freitag auf der Homepage des italienischen Gesundheitsinstituts Istituto Superiore di Sanità (ISS) vorgestellt.

Bei dem neuen Testverfahren handelt es sich um eine bedeutende Weiterentwicklung der derzeitigen Testverfahren. Denn bisher konnte nur anhand einer Analyse festgestellt werden, ob Antikörper im Blut nachweisbar sind, jedoch nicht wie viel Zeit bereits seit der Ansteckung verstrichen ist. Daher konnte man nur schätzen, wann sich ein Patient infiziert hat. Aus dem neuen Testverfahren resultieren nun auch neue Ansätze bei der Behandlung, denn manche Patienten tragen das Virus jahrelang in sich ohne, etwas zu bemerken, während sich bei anderen Patienten das Krankheitsbild viel schneller entwickelt. Nun kann man zumindest jene Patienten ermitteln, die sich innerhalb der vergangenen sechs Monate infiziert haben. Des weiteren können folglich die jährlichen Neuinfektionen genau beziffert werden.

"Es handelt sich hierbei aus epidemiologischer Sicht um einen fulminanten Durchbruch. Der Test ist ein neues Instrument um den Verlauf der Krankheit zu protokollieren", erklärte Giovanni Rezza, der Direktor des ISS. Die aktuelle Ausbreitung des Virus im Körper des Patienten kann ermittelt werden, denn der neue Test misst die Reife der Antikörper anhand des Wertes der aggressiven Antikörper. Dieser Wert ist in den ersten Monaten der Infektion noch sehr niedrig und steigt im Verlauf der folgenden Monate kontinuierlich an um sich schlussendlich auf einem hohen Wert zu stabilisieren, wenn die Infektion bereits in einer sehr fortgeschrittenen Phase ist.

"Das neue Verfahren macht es uns möglich den aktuellen Verlauf und die Ausbreitung der HIV-Infektion zu bestimmen. Darüber hinaus können wir die häufigsten Übertragungswege eruieren, die geographisch am meisten betroffenen Regionen ermitteln, die am häufigsten infizierten sozialen Gruppen feststellen und folglich neue Wege der Prävention und Intervention entwickeln. Denn eine schnelle und sachgemäße Aufklärung und Betreuung in besonders betroffenen Regionen oder bei besonders betroffenen sozialen Schichten kann Leben retten", resümierte Barbara Suligoi, die Leiterin der Studie.

Der Test hat den Vorteil, dass er sehr kostengünstig, wiederholbar, verlässlich und einfach ausführbar ist. Die Wissenschafter erhoffen sich nicht nur national, sondern auch international einen Durchbruch.

26. März 2005



#1 thomasAnonym
  • 26.03.2005, 12:06h
  • eine gute weiterentwicklung des tests. doch noch besser waere natuerlich das finden eines impfstoffes gegen aids!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SaschaAnonym
  • 26.03.2005, 12:13h
  • Ich sehe das kritisch. Was sind die psychologischen Folgen? Die dumme Jagd nach dem "Täter", der einen mit dem Virus angesteckt hat, wird so in den Vordergrund gerückt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 OlafAnonym
  • 26.03.2005, 12:45h
  • @Sascha
    Oft weiß ja der "Täter" selbst nicht, dass er das Virus in sich trägt - die Aufklärung darüber kann ihm in vielen Fällen helfen, dass er selbst behandelt wird und andere nicht gefährdet. Ich finde die Entwicklung daher begrüßenswert.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 andyAnonym
#5 embarcaderosfoAnonym
  • 26.03.2005, 18:48h
  • den test möcht ich sehen, der mir zeit und ort ermittelt.
    da muß ich bestimmt meinen terminkalender dabei haben
  • Antworten » | Direktlink »
#6 thommenAnonym
  • 27.03.2005, 00:59h
  • Offensichtlich soll der Druck auf die Virenspender grösser werden - so ein Unsinn. Die Prävention muss beim potentiellen Empfänger ansetzen!
    Das ist die gleiche Fehleinschätzung wie bei der Prostitution: Die Freier sind die bösen... Dabei hat solche Moral nirgendwo in der Medizin was zu suchen!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 ny1527Anonym
  • 28.03.2005, 12:38h
  • Weis jemand wie sich dieser Test nennt, und ab wann dieser Test in Deutschland durchgeführt werden kann?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 NachdenklichAnonym
  • 28.03.2005, 17:43h
  • Die Jagd nach dem Täter ist unsinnig, da man selbst die mögliche Infektion stets in Kauf nimmt. Denn selbst der HIV-Infizierte ist nicht immer Herr seiner Sinne und wird geil gemacht von dem vermeintlichen Opfer. Ich begrüße den Test, denn wenn ich jahrelang ohne Medikamente habe auskommen können, wäre eine Therapie geradezu kontraproduktiv. Oder? Jeder aber, der von seiner HIV-Infektion weiß oder mutmaßen muß, davon betroffen sein zu können, sollte sein möglichstes tun, den anderen nicht zu gefährden: also zum Beispiel nicht besoffen rumzuvögeln. Vielen ist der Sex so zum Lebensinhalt geworden, daß sie sogar über Leichen oder gefährlicher Körperverletzung gehen - viele davon aus dem Erleben, der Liebe zu ermangeln, dessen Beseitigung ersatzweise in den Darkrooms gesucht wird - und im schlimmsten Falle Tod und Siechtum verbreitet: bei sich selbst oder dem anderen. Jedem, der HIV-positiv getestet wurde, dem wünsche ich liebe Freunde und Verständis, vor allem aber die Liebe Jesu - dem Bruder und Herrn aller, die sich nach Liebe sehnen. Möge Er dem apokalyptischen Szenario noch heute den Schrecken nehmen und der Welt ein Heilmittel schenken.
  • Antworten » | Direktlink »