Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?26083

Szene aus dem französischen Cruising-Film "Der Fremde am See"

Die "Nacktbade- und Schwulenszene" soll nach dem Willen von Gemeinderäten aus Kirchentellinsfurt verschwinden.

Die wenige Kilometer von Tübingen entfernte Gemeinde Kirchentellinsfurt will gegen cruisende Schwule und FKK-Anhänger vorgehen. Auf einer Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Bernd Haug am vergangenen Donnerstagabend den neuen Plan für den See an der Bundesstraße 27 vor. Damit solle laut der Lokalzeitung "Schwäbisches Tagblatt" gegen die "Schwulenszene" am Nordufer und die "Nacktbadeszene" am Südufer vorgegangen werden.

Am Nordufer will der aus Stuttgart stammende Investor Christoph Jeggle eine Anlage für Wakeboarder bauen – diese Trendsportart ist eine Mischung aus Wasserski und Wellenreiten. Zudem soll das Parken zukünftig fünf Euro kosten und außerhalb der Betriebszeiten der Zugang verboten werden. Im Parkbereich will der Investor außerdem zukünftig Videokameras zur Überwachung anbringen lassen.

Am Südufer soll eine "konsequente Sperrung" sowie die Errichtung eines sumpfigen Bruchwaldes dazu führen, dass keine ungebetenen Gäste mehr kommen. Wer sich nicht daran hält, müsse mit Kontrollen, Platzverweisen, Hausverboten und Anzeigen rechnen.

"Männer-Problem" könnte sich verlagern

Im Gemeinderat gab es zwar eine große Mehrheit für den Plan, allerdings müssten die Finanzierung und andere Fragen noch geklärt werden. Gemeinderat Andreas Heusel von den Freien Wählern befürchtete nach Angaben des "Reutlinger Generalanzeigers" bereits, dass sich das "Männer-Problem" schlicht an andere Ecken des Sees verlagern könnte.

Auf schwulen Cruising-Portalen wurde der Baggersee beworben. Nutzer gaben in den letzten Jahren meist positive Noten dafür ab: "Ergeben tut sich immer was. Hatte eine tolles Erlebnis mit einem jüngeren Mann", schrieb etwa ein Cruiser. Ein anderer schwärmte von einem "zärtlichen Date" am Baggersee, beschwerte sich aber, dass Autofahrer gerne nachts ihr Fernlicht einschalteten, "um zu spannen".

Cruising oder Klappensex auf öffentlichen Toiletten spielte für Schwule in Deutschland insbesondere in der Zeit des Paragrafen 175 eine große Rolle. In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik war dies für viele oft die einzige Möglichkeit, die eigene Sexualität auszuleben.

Seit der Legalisierung und Enttabuisierung homosexueller Handlungen und besonders seit dem Aufkommen von Online-Dating hat die Bedeutung dieser Formen schwuler Sexualität allerdings stark abgenommen. Dennoch führen sie weiterhin zu Konflikten: So wollte ein Surf- und Segelclub in Unterfranken vor zwei Monaten Schwule von einem See vertreiben (queer.de berichtete). Im vergangenen Monat erklärte außerdem eine Sprecherin der Ludwig-Maximilians-Universität in München, dass die Uni-Leitung gegen eine Klappe vorgehen wolle (queer.de berichtete).

Nach wie vor kann Cruising- oder Klappensex strafbar sein: Cruiser können beispielsweise wegen des Gesetzes gegen Erregung öffentlichen Ärgernisses oder wegen exhibitionistischer Handlungen angeklagt werden. Meist kommen sie aber glimpflich davon: Vergangenes Jahr erteilte etwa die Freisinger Polizei beim Volksfest einem 33 Jahre alten schwulen Münchner einen Platzverweis, weil er sich vor den öffentlichen Toiletten an der Weinhalle nackt ausgezogen, sich selbst gefesselt und dann dort herumgestanden hatte (queer.de berichtete). (cw)



#1 nordlichtleinAnonym
  • 09.05.2016, 15:42h
  • immer wieder schwaben, schwaben, schwaben, wenn's unangenehm und homophob wird. oder seehofer-bayern.

    bitte, können diese schwäbischen spießbürger nicht mit bayern zusammen einen eigenen staat bilden, damit man sich nicht mehr für dieses reaktionäre pack schämen muss?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 wiking77
  • 09.05.2016, 16:01h
  • Antwort auf #1 von nordlichtlein
  • von schwäbischer Langmütigkeit und liberalitas bavariae hast Du natürlich keine Ahnung; schade. Sag mal, hast du Onkel Gabriel als Vorbild, weil du hier die Vokabel "Pack" in die Tasten haust? Ein bisschen mehr Nivea täte Dir schon auch gut.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Sabelmann
#4 nordlichtleinAnonym
  • 09.05.2016, 17:16h
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • du meinst "langweiligkeit". klar, die bayern sind sehr liberal, wenn es darum geht, dass ihr führer seehofer eine geliebte und ein außereheliches kind hat, während er gegen regenbogenfamilien hetzt.

    aber wo du grad so schön dummschwätzt, fällt mir auf, dass ich leute deines schlages vergessen habe: schwäbisches AfD-pack. oder meinte ich schäbiges?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 GeorgGAnonym
  • 09.05.2016, 18:07h
  • "Seit der Legalisierung und Enttabuisierung homosexueller Handlungen und besonders seit dem Aufkommen von Online-Dating hat die Bedeutung dieser Formen schwuler Sexualität allerdings stark abgenommen. "

    Und das ist auch gut so! Im Jahre 2016 gibt es keine Notwendigkeit mehr, seine Sexualität in frei zugänglichen Seegebieten oder in stinkenden Toiletten auszuleben. Wer das dennoch tut, will dabei einen Kick bekommen - auf Kosten seiner Mitmenschen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 MarekAnonym
  • 09.05.2016, 18:15h
  • Tja, mit Nacktheit hatten selbsternannte Moralapostel schon immer ein Problem.

    Vermutlich weil es sie mehr erregt, als sie wahrhaben wollen...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Taurus82Profil
  • 09.05.2016, 18:28hWerder (Havel)
  • Antwort auf #1 von nordlichtlein
  • Das können wir sehr gern tun und dabei viele Milliarden von (unter anderem auch) schwulen, lesbischen und transsexuellen Steuergeldern sparen die für den Solidarpakt drauf gehen würden. Ich freue mich darauf :)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Erik der RoteAnonym
  • 09.05.2016, 18:43h
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • Ach wiking. Wo bleibt denn das sonst uebliche "den finde ich voll suess" oder "den wuerde ich ich nicht von der Bettkante stossen"?

    Ist immer wieder schoen, wenn z.B. Johannes sich an Alias-Namen stoesst. Oder eben wiking angebliche Polit-Naehe entdeckt haben will.

    Man weiss doch Bescheid, woher das kommt.

    "Liberalitas bavaria..." Und "schwaebische Langmuetigkeit". Ja klar. Seehofers Frauen und Bruederles Blicke in tiefe Ausschnitte...

    Angesichts dieser schwaebischen Aktion wirklich nicht mal mehr witzig, der wiking. Aber durchschaubar.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hugo1970Profil
#10 GudGuyAnonym