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| Eurovision Song Contest
  • 10.05.2016, 08:41h           14      Teilen:   |

Vor erstem Halbfinale

Droht Disqualifikation? Russische ESC-Jury sorgt für Skandal

Artikelbild
Ein Ausschnitt aus dem Video zeigt den niederländischen ESC-Beitrag von Douwe Bob, der der Jury offenkundig gut gefällt

Eine Jurorin veröffentlichte ein Periscope-Video vom streng geheimen Abstimmungsprozess.

Der Eurovision Song Contest ist um einen Skandal reicher. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) gab in der Nacht zum Dienstag bekannt, dass sie einen Vorfall mit der russischen Jury untersuchen und am Nachmittag dazu eine nähere Stellungnahme abgeben werde.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein Mitglied der Jury mit einem Handy Videoaufnahmen vom Abstimmungsprozess bei Periscope veröffentlicht hatte. Die Jurys aller Teilnehmerländer, in diesem Jahr 42, stimmen zum Finale und den beiden Vorentscheidungen immer einen Tag vor dem TV-Publikum ab, anhand der Auftritte bei einer Generalprobe. Dieses sogenannte "Jury Rehearsal" exakt 24 Stunden vor der eigentlichen Show ist eine von insgesamt drei Proben; es bekommen nur zahlende Zuschauer in der Arena zu sehen sowie per Videoübertragung Journalisten im ESC-Pressezentrum und die Jurys.

Das nun veröffentlichte fast siebenminütige Video zeigt u.a. Teile dieser Fernsehaufnahmen des niederländischen Beitrags – bereits das ist ein Verstoß gegen die Regeln: Während private Aufnahmen aus der Arena erlaubt sind und offizielle Probenvideos erstellt werden, ist die Verbreitung der genauen Choreographie des TV-Bildes vor den Shows strengstens verboten. Auf den Monitoren im ESC-Pressezentrum werden etwa entsprechende Warnungen eingeblendet, Verstöße können zum Verlust der Akkreditierung führen.

Fortsetzung nach Anzeige


Vorläufiges Wahlgeheimnis verletzt

Das russische Jury-Drama bietet aber noch einen weiteren Verstoß gegen die Regeln: Die Ergebnisse dürfen nicht vor der Veröffentlichung durch die EBU nach dem Finale am Samstag bekannt werden. Die zunächst geheime Wahl soll sowohl Druck auf die Jurys zum Finale verhindern als auch eine Beeinflussung des Televotings aller Shows. Das Video hält aber die Reaktion der fünf Jurymitglieder zu einzelnen Songs fest, auch sieht man Notizen wie ein Plus oder Minus auf dem offiziellen Wertungszettel.



Das Video der Sängerin und Schauspielerin Anastasia Stotskaja könnte nun zur Disqualifikation des russischen Jury-Ergebnisses führen oder zu anderen Schritten – das Regelbuch zum ESC verweist an dieser Stelle auf weitere, nicht öffentliche Regelungswerke. Dann könnte auch eine neue umstrittene Regelung zum Tragen kommen, wonach in diesen Fällen nicht allein das Televoting zu 100 Prozent zum Tragen kommt, sondern ein Mittelwert aus den Jurybewertungen anderer Länder als Ersatz genommen wird.

Grund ist das neue Abstimmungsprozedere der Show: Beim Finale geben die Punktevergeber aus den einzelnen Ländern nur das Juryergebnis bekannt, während das Televoting danach zusammengezählt von den Moderatoren verkündet wird . Die zugleich eingekürzte Prozedur soll eine Spannung bis zum letzten Moment ermöglichen.

Russland gilt in diesem Jahr bei den Wettbüros als Favorit, mit einer Disqualifikation des Beitrags wird nicht gerechnet. In den letzten Jahren waren mehrfach Jury-Wertungen wegen statistischer Auffälligkeiten für ungültig erklärt worden, 2015 etwa aus Montenegro und Mazedonien. Weitere Konsequenzen für die Länder hatte das nicht zur Folge.

Abseits von Strafen durch die EBU könnte das Jury-Video aus Russland erneut eine allgemeine Diskussion über den Sinn und Zweck von Jurys entfachen, deren Arbeit sich dem Video nach offensichtlich kaum von einer ESC-Party und Fan-Diskussion unterscheiden lässt – ein Juror scheint zwischenzeitlich gar zu telefonieren, statt die Übertragung zu verfolgen.

Der Show selbst – das erste Halbfinale aus Stockholm wird heute ab 21 Uhr auf Einsfestival ausgestrahlt – kann die zusätzliche PR freilich kaum schaden. Erst am Montag machte man weltweit Schlagzeilen mit der Meldung, dass der amerikanische Popstar Justin Timberlake als Pausenprogramm während des Finales auftreten wird (queer.de berichtete). (nb)

Youtube | Das inzwischen bei Periscope gelöschte Video bei Youtube

 Update  18.30h: EBU disqualifiziert Jurorin

Nach "konstruktiven Gesprächen" zwischen der EBU und dem russischen Sender RTR sowie nach Rücksprache mit den unabhängigen Beratern von PwC wurde die Abstimmung der Jurorin, die das Video erstellt hatte, für ungültig erklärt. Die Stimmen der anderen vier Juroren seien gültig, so die EBU in einem Statement; das russische Fernsehen kann für das Finale am Samstag eine neue fünfte Person bestimmen.

Laut EBU sei das Streamen der Jury-Beratungen kein Regelverstoß, solange dadurch keine Ergebnisse publik würden – es sei aber nicht im Sinne des Geistes des Wettbewerbs. Das Statement der Rundfunkunion hält auch fest, dass die TV-Aufnahmen der Dress Rehearsals nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Es ist unklar, ob sich das nur auf das Jury-Video bezieht – am Nachmittag war auch ein kompletter Mitschnitt des russischen Beitrags aus einer Generalprobe auf Youtube aufgetaucht.

Youtube | Der nächste Regelverstoß: Jemand hat das nur für Jurys und Presse bestimmte Livebild vom Auftritt Sergei Lasarews aus einer Generalprobe bei Youtube online gestellt
Mehr zum Thema:
» Preview: Das sind alle Teilnehmer des ersten Halbfinales
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Tags: eurovision, russland, jury, periscope
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Reaktionen zu "Droht Disqualifikation? Russische ESC-Jury sorgt für Skandal"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
10.05.2016
10:07:25


(+4, 6 Votes)

Von Hinnerk


Das wird wahrscheinlich nur Mini-Konsequenzen haben. Nur mal pro forma ein erhobener Zeigefinger.

Die EBU ist ja offenbar viel zu feige, um es sich mit Russland zu verscherzen (aus welchem Grund auch immer). So ist ja auch die in vorauseilendem Gehorsam erlassene Relativierung des Gebrauchs von Regenbogenflaggen zu erklären.

Da Russland ja leider als einer der Favoriten gilt (was hoffentlich verhindert wird), hat man schon jetzt entsprechende Regeln erlassen, damit man dann, falls der ESC in Russland stattfindet und dort Regenbogenflaggen verboten sind, sagen kann, das sei regelkonform und dass es diese Regelung schon vor Russlands Sieg gab...


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#2
10.05.2016
10:11:57


(+5, 5 Votes)

Von Heiner


Das ist garantiert kein Versehen aus Ahnungslosigkeit, sondern das wird ganz genau geplant gewesen sein.

Einige Staaten (darunter auch Russland) arbeiten ja mit allen möglichen Tricks, um den ESC zu gewinnen, weil das mit viel Geld und Prestige verbunden ist. Da werden Mitbewerber diskreditiert, böse Gerüchte gestreut, etc.

Und mit diesem Video will man wohl das Abstimmungsverhalten der Zuschauer beeinflussen.


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#3
10.05.2016
11:16:46


(+3, 3 Votes)

Von Carsten AC


Das beweist nur wieder mal die Absurdität der Jury-Votings.

Wieso soll eine Handvoll Menschen genausoviel Einfluss auf das Ergebnis haben wie Millionen Zuschauer (50%)?!

Und auch die Manipulationsgefahr steigt, da man viel leichter eine Handvoll Jurymitglieder (oder auch nur einzelne, was das Ergebnis auch bereits signifikant verändert) beeinflussen, manipulieren oder gar bestechen kann, als Millionen von Zuschauern.


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#4
10.05.2016
12:32:55


(+4, 4 Votes)

Von 23w4fdvsc


Daran sieht man, dass man das Voting beim ESC nicht ernst nehmen kann. Jury und Bevölkerung voten oft nicht nach Songqualität, sondern nach Nationalität oder anderen vom Song unabhängigen Kriterien.

Es ist aber besonders peinlich, wenn eine aus offiziell "music professionals" bestehende Jury, wie bspw. die aus Russland, tatsächlich vor Unprofessionalität glänzt. An einer Stelle sagt ein russicher Juror: "Meine Frau ist Armenierin, also werd ich für Armenien voten." Das sagt doch schon alles darüber aus, wie in der Vergangenheit die Voting-Ergebnisse vieler Jurys zustande gekommen sind. Allein damit hat sich die russische Jury schon selbst disqualifiziert. Aber natürlich hat sich die russische Jury auch dadurch qualifiziert, dass sie Aufnahmen gemacht und veröffentlicht hat, was nicht erlaubt ist.

Man kann den ESC nicht ernst nehmen. Es ist nur eine Spaßveranstaltung, bei der es erst an letzter Stelle um musikalische Qualität geht.


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#5
10.05.2016
14:04:20


(+4, 4 Votes)

Von ESCESCESC


Auch interessant, dass eine "professionelle" Jury die Darbietungen auf einem so mickrigen TV mit klapprigen Lautsprechern verfolgen soll, während Kollegen von ihnen immer wieder wie aufgescheuchte Hühner durchs Bild latschen, die Leakerin mehr mit illegalem Filmen beschäftigt ist als mit ihrem Job und der russische Prachthetero sich an den Titten einer Sängerin ergötzt.

Was ist das alles widerlich in diesem Putin-Russland.


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#6
10.05.2016
14:25:31


(+2, 4 Votes)

Von ESC-Maniac


Hier gibt es nur eine Lösung: die russische Jury ist zu disqualifizieren! Da wäre nämlich ein erhobener Zeigefinger eindeutig zu wenig! Ich hoffe, daß sich dieser Skandal auf das russische Ergebnis nicht nur heute Abend, sondern auch am Samstag im Finale auswirkt!


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#7
10.05.2016
14:57:35


(+6, 6 Votes)

Von Pascal Gosker
Antwort zu Kommentar #3 von Carsten AC


Auch von mir aus kann man die Jury-Votings gerne abschaffen.

Ich erinnere mich noch gut an das Jahr, wo Conchita Wurst gewann: damals haben die deutschen Zuschauer ihr die 12 Punkte für den ersten Platz gegeben und die deutsche Jury 0 Punkte. Weshalb sie dann letztlich aus Deutschland nur eine mittlere Wertung bekam.

Und dann später kamen von der Jury die absurdesten Erklärungen, warum sie Conchita (die ja letztlich mit einem der größten Abstände aller Zeiten gewonnen hatte) nur 0 Punkte gegeben haben. Da hieß es dann z.B. man hätte das ja eigentlich auch toll gefunden, aber diesem Act null Chancen auf internationaler Ebene gegeben.

Das beweist nur, wie ahnungslos solche angeblichen "Experten" sind. Erstens sollen die nicht spekulieren, wie andere Staaten abstimmen und die dann nachäffen, sondern das wählen, was sie selbst am besten finden. Und zweitens lagen sie ja offenbar komplett daneben, was international ankommt oder nicht - während die Zuschauer das bessere Gespür hatten.

Bei so einer Diskrepanz zwischen Jury und Publikum ist es nicht vertretbar, dass die Jurywertung von einer Handvoll Möchtegern-Experten genauso viel zählt, wie Millionen Zuschauerstimmen. Wer hat da noch Lust mit abzustimmen?

Von der größeren Beeinflussungs-/ Manipulationsgefahr einer Handvoll (noch dazu vom jeweiligen Land bestimmten) Personen (die gerade in Staaten wie Russland und Aserbaidschan gerne mal den "Empfehlungen" ihres Staates folgen, weil ihre Karrieren daran hängen) gegenüber Millionen Zuschauern mal ganz abgesehen...


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#8
10.05.2016
15:07:36


(-1, 5 Votes)

Von LoreleyTV
Antwort zu Kommentar #2 von Heiner


Sie scheinen eine sehr triviale Person zu sein,mein Herr! Beachten Sie doch mit welchen Mitteln Deutschland die Fußballweltmeisterschaft ins Land geholt hat und die ganzen Bestechungsaffären bei der FiFa .
Die Schlagerindustrie wird erfreut darüber sein, dass es Länder und" Künstler"gibt, die solch eine billige Tingel-Tangel Veranstaltung durchführen.
Korruption gibt es immer und überall,denn Geld regiert die Welt,lieber User "Heiner"!


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#9
10.05.2016
15:08:30


(+7, 7 Votes)

Von Regenbogen
Antwort zu Kommentar #4 von 23w4fdvsc


***********
Man kann den ESC nicht ernst nehmen. Es ist nur eine Spaßveranstaltung, bei der es erst an letzter Stelle um musikalische Qualität geht.
************

Vor allem ist der ESC eine hochpolitische Angelegenheit, die von vielen Staaten extrem ernst genommen wird (weil eben auch viel Geld und Reputation im Spiel ist).

Deswegen ist dieses schwammige Statement zu Regenbogen-Flaggen, die man nur "unpolitisch" schwenken darf, auch so lächerlich:

Erstens ist jedes Schwenken oder auch nur Zeigen einer Flagge automatisch und unvermeidbar ein Statement, das auch eine politische Dimension hat.

Und zweitens sind Länderflaggen ja wohl viel politischer als eine (länderunabhängige) Regenbogenflagge, die für Vielfalt und Liebe steht.


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#10
10.05.2016
15:19:51


(+2, 4 Votes)

Von Respekt
Antwort zu Kommentar #8 von LoreleyTV


>>> Sie scheinen eine sehr triviale Person zu sein,mein Herr! <<<

Ehe man hier schreibt, sollte man erst mal Anstand lernen und andere nicht beleidigen. Wenn Sie das nicht zuhause gelernt haben, müssen sie das halt anderweitig lernen.

Ohne Beleidigungen kann man dann auch gerne argumentativ diskutieren.

>>> Beachten Sie doch mit welchen Mitteln Deutschland die Fußballweltmeisterschaft ins Land geholt hat und die ganzen Bestechungsaffären bei der FiFa . <<<

Aber nur weil es im Fußball und bei anderen Sportevents (bis hin zu Olympia) nur um Bestechung geht, muss das ja nicht im Kulturbereich genauso laufen.

Bzw. sollten wir alle dafür eintreten, dass es da nicht genauso läuft. Z.B. durch Abschaffung der bestechungsanfälligen Jurys.


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