Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?26093

Human Rights Watch fordert die japanische Regierung auf, mehr gegen Mobbing von sexuellen Minderheiten zu unternehmen

  • 10. Mai 2016, 13:40h
    Noch kein Kommentar
    Tokio

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat in einem ausführlichen Bericht kritisiert, dass in Japan nicht genug gegen Mobbing und Diskriminierung von schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Schülern unternommen werde.

Für den Bericht, der am Freitag in Tokio vorgestellt worden ist, waren Dutzende junge LGBT in allen Teilen Japans interviewt worden. Dabei sei deutlich geworden, dass "Gesetzeslücken, eine nicht ausreichende Lehrerfortbildung und eine schlechte Umsetzung bestehender Richtlinien" die Lage verschärften. Von den Befragten gaben fast neun von zehn LGBT an, während ihrer Schulzeit von Mitschülern homo- oder transphob beschimpft worden zu sein – fast ein Drittel berichtete von derartigen Ausbrüchen seitens der Lehrer.

Das von der Regierung geförderte Konzept von "Harmonie" an Schulen verhindere ebenfalls ein Vorgehen gegen Mobbing. LGBT-Schülern werde vorgeworfen, die Harmonie zu stören, wenn sie sich über Mobbing beschweren. Durch die strengen geschlechtsspezifischen Verhaltens- und Bekleidungsregeln an Schulen würden transsexuelle Jugendliche weiter ausgeschlossen.

"Wenn Schüler anders waren, wurden sie gemobbt. Sie fühlten sich isoliert, weil sie sich nicht in Schulbüchern oder generell im Unterricht wiedergefunden haben", erklärte HRW-Aktivist Kyle Knight bei einer Pressekonferenz in Tokio.

Die Menschenrechtler riefen die japanische Regierung auf, endlich ein umfassendes Konzept gegen Mobbing vorzulegen – bislang habe die Regierung nicht ausreichend die spezifische Problematik von Mobbing gegen LGBT angesprochen. In den letzten Jahren habe es zwar Fortschritte gegeben, dennoch sei die "Mobbing-Epidemie" im Land noch nicht beendet worden. (dk)

Youtube | Video zum Bericht der Human Rights Watch