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Prüderie in Münster: Die Deutsche Bahn weigerte sich, dieses "sexistische" Motiv für die Ausstellung "Homosexualität_en" zu plakatieren

Nach immenser Kritik macht der Konzern einen Rückzieher und lässt das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster für die Ausstellung werben.

Zwei Tage vor der Eröffnung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster darf dieses nun doch an Bahnhöfen für die Ausstellung "Homosexualität_en" werben. Das gab das Museum am Dienstag bekannt.

Das Fachreferat Media & Buch, das zuständig für die Motivgenehmigung bei der Deutschen Bahn AG ist, hatte das Plakat zu der Ausstellung zunächst abgelehnt, da das Motiv als "sexualisiertes" und "sexistisches" Bild den Richtlinien des Deutschen Werberates widersprechen würde (queer.de berichtete). Dabei war das gleiche Plakat ein Jahr zuvor in den zum Konzern gehörenden S-Bahn-Stationen in Berlin zu sehen.

Dort begleitete das Motiv – Heather Cassils aus Kanada bei einem "Body Modification Experiment" – die Gemeinschaftsschau des Deutschen-Historischen Museums und des Schwulen Museum*, die nun mit regionalen Veränderungen nach Münster zieht und dort bis 4. September zu sehen ist.

Aus einer Absage wurde eine Verspätung

"Wir haben gute Nachrichten: Die Deutsche Bahn Personenverkehr hat das Plakat zur Ausstellung 'Homosexualität_en' erneut geprüft und es heute für die Plakatierung an den Bahnhöfen freigegeben", schrieb das LWL-Museum am Dienstag Nachmittag auf Facebook. "Es wird dort zwar zu Ausstellungsbeginn nicht zu sehen sein, da wir die Kampagne nach der Absage durch die Bahn kurzfristig ändern mussten. Aber wir setzen derzeit alle Hebel in Bewegung, damit das Plakat an möglichst vielen Bahnhöfen zu sehen sein wird."

Zuvor hatte bereits die Firma Ströer, die für die Bahn die Plakate aufhängt, dem Museum angeboten, die Plakate an Ersatzflächen anzubringen. Das Museum hatte das Angebot angenommen; das Plakat ist teilweise auch in anderen Städten wie Düsseldorf und Köln zu sehen.

Nach etlicher Kritik in sozialen Netzwerken, Medienanfragen und einem Offenen Brief des Schwulen Museums* hatte sich die Bahn am Dienstag schließlich entschieden, ihre "Bedenken zurückzustellen". Noch wenige Stunden zuvor war der Konzern auf Twitter einer anderen Meinung gewesen:



Die Ausstellungseröffnung beginnt am Donnerstag um 20 Uhr im Foyer mit Musik der Band "Box in the Attic". Ab 20.30 Uhr präsentieren die Projektleiter, LWL-Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold und Dr. Birgit Bosold vom Schwulen Museum*, sowie die Kuratoren Dr. Dorothée Brill und Detlef Weitz eine Einführung in die Schau, die die in Berlin auf zwei Orte verteilte Ausstellung zusammenführt. Nach Schließung der Schauräume um 22.30 Uhr legt ein DJ im Foyer auf. Das Museum ist an diesem Tag bis 1 Uhr geöffnet.



#1 SebiAnonym
  • 10.05.2016, 19:29h
  • Dass die Deutsche Bahn ein Plakat als "sexistisch" ansieht, obwohl es gerade um den Kampf gegen Sexismus geht, zeigt nur, was da für unfähige Betonköpfe sitzen.

    Gut, dass die zahlreichen Proteste doch was gebracht haben. Da sieht man, dass Proteste eben doch sinnvoll sind.

    Aber peinlich genug für die Deutsche Bahn, dass das Motiv überhaupt zuerst abgelehnt wurde und es erst Proteste brauchte.
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#2 EhlaAnonym
#3 Carsten ACAnonym
  • 10.05.2016, 20:11h
  • Leider kein Einlenken aus Überzeugung, sondern weil der Imageschaden zu groß wurde...
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#4 IsaakAnonym
  • 11.05.2016, 02:13h
  • Antwort auf #2 von Ehla
  • Na, dann viel Erfolg. Das "Eheverbot" werden Sie aber ohne Zustimmung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (leider!) nur schwer kippen können - und das womöglich auf viele Jahre hinaus. Von daher würde ich raten, vorwiegend innerhalb dieser Gruppe zu lobbyieren.
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#5 heneAnonym
  • 11.05.2016, 06:40h
  • "Deutschen Bahn AG ist, hatte das Plakat zu der Ausstellung zunächst abgelehnt, da das Motiv als "sexualisiertes" und "sexistisches" Bild den Richtlinien des Deutschen Werberates widersprechen würde"

    Das ist doch haargenau die Umsetzung nach dem Gusto von Justizminister Heiko Maas. Mit einer undefinierten und schwammigen gesetzlichen Vorlage: "Sexistisch" soll die Privatwirtschaft selbst entscheiden was genehm sein soll oder nicht.
    Und da es nicht definierbar ist, schlagen die Unternehmen über die Strenge. Ist das Gleiche wie mit Facebook und "Hasskommentare".
    Es wird eine Privatfirma gezwungen zu entscheiden was der Regierung genehm ist und was nicht und in vorauseilenden Gehorsam wird rigoros zensiert, dass sich die Balken biegen.
    Ziel erreicht ohne ins Gesetz schreiben zu müssen, dass Zensur doch stattfindet.
    Das Recht wird auf die Firmen ausgelagert. Justizminister Maas als Totengräber unserer unabhängigen Justiz.
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#6 Sukram71Profil
  • 11.05.2016, 10:07h Bonn

  • Ich finde das Plakat hässlich und wollte es auch nicht massenhaft in meinen Bahnhöfen hängen haben.

    Und die Bahn darf als Eigentumin natürlich bestimmen, was dort hängt und was nicht.
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#7 hugo1970Profil
#8 Sukram71Profil
#9 Ulli_2mecsProfil
#10 trans_allianceProfil
  • 21.05.2016, 14:22h
  • Münster 05.Juni 2016

    Wir fordern eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Verbrechen die an Menschen aus den TTI Bereichen während der NS Zeit begangen wurden.

    Eine Protestaktion wie sie die Münchener Schwulengruppe 1988 auf dem Gelände der Kz Gedenkstätte Dachau durchgeführt hat, wird sich aufgrund fehlender personeller TTI Unterstützung aus NRW vor dem Museum am 5.Juni 2016 kaum umsetzen lassen.

    LGBTTIQ* Unterstützung für eine Protestaktion mit einer Gedenkminute für alle unsere Opfer wäre positiv.

    www.paulusdom.de/gotteshaus/seliger-clemens-august-graf-von-
    galen/worte-galens-gegen-die-ns-diktatur/


    Auszüge:

    "Keiner von uns ist sich sicher, und mag er sich bewusst sein, der treueste, gewissenhafteste Staatsbürger zu sein, mag er sich völliger Schuldlosigkeit bewusst sein, dass er nicht eines Tages aus seiner Wohnung geholt, seiner Freiheit beraubt, in den Kellern und Konzentrationslagern der Geheimen Staatspolizei eingesperrt wird."

    (Predigt 13. Juli 1941, Lamberti Münster)

    "Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, 'unproduktive' Mitmenschen zu töten und wenn es jetzt auch nur arme, wehrlose Geisteskranke trifft , dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an den unheilbar Kranken, den arbeitsunfähigen Krüppeln, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben."

    (Predigt 3. August 1941, St. Lamberti Münster)
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