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Zentrumssprecher Fabrizio Marrazzo nach und während des Angriffs durch Rechtsextremisten. Diese fühlten sich so sicher, dass sie sich dabei unmaskiert filmten.

Zehn Aktivisten der Partei "Forza Nuova" drangen in die Räumlichkeiten ein und beschimpften einen Mitarbeiter.

Zwei Tage nach der Verabschiedung eines Gesetzes zur Einführung einer Lebenspartnerschaft für schwule und lesbische Paare im italienischen Abgeordnetenhaus haben Rechtsextreme am Freitag dem LGBT-Zentrum von Rom einen einschüchternden Besuch abgestattet.

Gegen 22:20 Uhr befand sich nur der Sprecher des Gay Centers, Fabrizio Marrazzo, in den Räumlichkeiten, als die zehn Aktivisten der rechtsextremen Partei "Forza Nuova" das Gebäude betraten. "Sie haben mich umrundet und beschimpft und mir dann einen Zettel gezeigt, auf dem stand: 'Lebenspartnerschaft – Perversion wird nie Gesetz'".

Dazu habe er sich anhören müssen, dass die "wahre Familie" aus "Vater, Mutter und Sohn" bestehe, und fragen lassen müssen, ob er ein "Perverser" sei, so Marrazzo. Die Rechtsextremen filmten mit einem Smartphone, wie Alessio Costantini, Chef und Stadtrats-Kandidat der Partei in Rom, den mit Parteilogo verzierten Zettel an die Eingangstür heftete – das Video veröffentlichten sie später in sozialen Netzwerken.

Zentrum fordert Verurteilung der Tat


Der angebrachte homophobe Zettel trägt das Logo der rechtsextremen Kleinpartei

Die ganze Aktion dauerte nur wenige Momente. "Das war wie eine Halluzination", so Marrazzo, der noch während des ungebetenen Besuchs die Polizei rufen konnte. Die kurz darauf geflüchteten Rechtsextremen hätten auch eine Flagge mitgehen lassen. "Es ist absurd, dass eine Partei, die bei Wahlen antritt, eine Organisation wie das Gay Center in dieser Weise attackieren kann", meinte der Überfallene. "Die Politik inklusive Mitte-Rechts muss das Geschehene verurteilen. Es darf keine Partei geben, die zu Hass aufwiegelt."

Die Rechtsextremen brüsten sich auf Facebook damit, nach dem Zentrum noch einem Büro der Demokratischen Partei einen Besuch abgestattet zu haben. Inzwischen ermittelt die Polizei, die Zeitung "La Repubblica" hat den Angriff aufgegriffen und Teile des Videos veröffentlicht. Das Gay Center hat für Samstag zu einer Pressekonferenz eingeladen.

"Forza Nuova" ("Neue Kraft") ist eine rechtsextreme Kleinstpartei, die auf europäischer Ebene in der rechtsextremen "Allianz für Frieden und Freiheit" u.a. mit der NPD verbunden ist. Bei den Wahlen 2013 erhielt sie 0,26 Prozent der Stimmen, was je nach Kammer rund 81.500 und 89.800 Stimmen entsprach. Der größte Erfolg waren 1,23 Prozent und ein Sitz bei der Europawahl 2004.

Zum Parteiprogramm gehören die Abschaffung des Kapitalismus, eine Anti-Immigrationspolitik und eine Abschaffung von Abtreibungsmöglichkeiten. Die Partei, die mehrfach einen "Family Pride" als eine Art Gegen-CSD zelebrierte, bekämpft auch LGBT-Rechte und druckte etwa Plakate mit dem Aufdruck "Italien braucht Kinder, keine Schwulen".

Youtube | Der Zentrums-Angreifer Alessio Constantini bei einem von der Partei organisierten "Family Day" 2014

Spaltende Debatte ohne Ende

Erst Mitte Januar hatten Rechtsextreme einen homophoben Spruch an die Wand des Gay Centers angebracht (queer.de berichtete) – mitten in der Zeit, als Befürworter und Gegner des Gesetzes zur Lebenspartnerschaft Massendemonstrationen im ganzen Land abhielten.

Nach langen Debatten mit vielen homophoben Tönen in und außerhalb des Parlaments hatte die Renzi-Regierung das Gesetz am Mittwoch nach einer quälenden Periode im Senat rasch durch die zweite Kammer des Parlaments gebracht, es kann damit nach der Unterzeichnung durch den Präsidenten in Kraft treten und erkennt erstmals schwule und lesbische Paare rechtlich an (queer.de berichtete).

Sie erhalten fast die gleichen Rechte wie Eheleute, aber keinerlei Recht auf die Adoption eines Kindes – eine ursprünglich vorgesehene Stiefkindadoption war auch innerhalb der Regierungskoalition umstritten. Der verabschiedete Kompromiss ging einigen Parlamentarieren aus diversen Parteien allerdings immer noch zu weit: Sie kündigten inzwischen eine Initiative für ein Referendum an, um die Lebenspartnerschaft wieder abzuschaffen. Organisieren soll es Massimo Gandolfini, Leiter der italienischen "Demo für alle". Er war erst vor wenigen Wochen für seine Verdienste zu einer Privataudienz in den Vatikan geladen worden. (nb)



#1 hugo1970Profil
  • 14.05.2016, 08:35hPyrbaum
  • "wahre Familie"

    Hm, "wahre familie", meines Errachtens die ganzen nazi mittläufer kommen aus zerrütteten familien! Und warum verwenden die hetzer immer die Gleichung "queer = gegen Familie" und tun dann so als würden sie die Familien unterstützen? Ein Schelm, der was böses denkt!
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#2 hugo1970Profil
  • 14.05.2016, 08:39hPyrbaum
  • Tja, Italien kann man gleichzeitig in einem Atemzug wie auch Deutschland die väter und nachvolger des faschismus nennen!
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#3 ChicoAnonym
#4 SebiAnonym
  • 14.05.2016, 09:30h
  • Der konservative Rollback nimmt in ganz Europa immer mehr Fahrt auf.

    Und die Ewiggestrigen (die leider auch immer mehr jüngere sind) nehmen sich immer mehr raus.

    Wenn man die nicht rechtzeitig stoppt, wird es immer schlimmer werden...
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#5 Tommy0607Profil
  • 14.05.2016, 10:59hEtzbach
  • Solche "Vereine" sind menschen unwürdig .
    DIE sind genauso wir die Afd bei uns :
    Rassistisch und Homophob!
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#6 2001Anonym
#7 hugo1970Profil
#8 hugo1970Profil
  • 14.05.2016, 11:21hPyrbaum
  • Antwort auf #4 von Sebi
  • Und warum immer mehr jüngere (die Behauptund wird sogar stimmen)?
    Ich könnt mir vorstellen das die Eltern vor allem in der heutigen Zeit immer wenniger Zeit haben für Ihre Sprösslinge (keine Bange, bin nicht zum konservativen mutiert), und diese Jugendlichen sehnen sich nach mehr Wärme. Und deshalb plädier ich ja für, Ganztagsbetreuung im Bildungswesen. Natürlich muß diese Ganztgagbetreuung bezahlt werden und da sind doch unsere reichen mitmenschen (in Form einer zusätzlichen Steuer) aufgefordert ihren Geldbeutel zu öffnen um allen die beste Bildung zu ermöglichen.
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#9 ChicoAnonym
  • 14.05.2016, 12:04h
  • Antwort auf #7 von hugo1970
  • "Nenn mir Gründe, die zeigen, das ich Unrecht habe."

    Du verurteilst pauschal Deutsche und Italiener als "Väter und Nachfolger des Faschismus". Sowas nennt man Rassismus. Dass man mit sowas im Unrecht ist, muss man nicht weiter erklären.
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#10 aristovar