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  • 17.05.2016, 11:42h           7      Teilen:   |

Tiflis

Georgien: Festnahmen bei IDAHOT-Protest

Artikelbild
Insgesamt gab es am Dienstag mehrere Proteste in Tiflis, so auch mit einem Hocker in Regenbogenfarben vor dem Hotel Radisson Blu, der Gewalt durch die Kirche anprangern soll

Zehn LGBT-Aktivisten wurden verhaftet, als sie die Mauer des Patriarchen angemalt haben sollen. In Tiflis findet ein von ihm unterstützer Weltkongress von Homo-Hassern statt.

In der georgischen Hauptstadt Tiflis ist es am Dienstag bei einem Protest zur Festnahme von zehn LGBT-Aktivisten gekommen. Diese sollen am Dienstsitz des Patriarchen Ilia II. den Spruch "All Love is Equal" in bunten Farben angebracht haben, sich widersprechenden Medienberichten zufolge entweder an die Mauer oder auf die Straße davor.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP könnten die Aktivisten, die sich derzeit auf einer Wache befinden, mit Vandalismus und Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt werden. Foto- und Videoaufnahmen der Aktion und der Festnahmen sind bislang nicht aufgetaucht. In TV-Nachrichten dominieren derzeit Bilder von einem Interview, das Finanzminister Tamaz Mechiauri aus einem Auto heraus zu dem Vorfall gab und in dem er Homosexuelle empört als Perverse bezeichnete.

Am Morgen hatte es zugleich einen kleinen LGBT-Protest vor dem Hotel Radisson Blu gegeben, in dem seit zwei Tagen der "Weltkongress der Familien" stattfindet. Die Polizei beendete den Gegenprotest sofort, nahm aber niemanden fest. Auch vor der Polizeiwache, zu der die Festgenommenen gebracht wurden, läuft zur Zeit ein kleiner, bislang ungestörter Protest.

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Geschürte Gewalt

Medienberichten zufolge waren LGBT-Organisationen in den letzten Tagen alle geplanten Veranstaltungen in der Innenstadt aus angeblichen Sicherheitsgründen vorab verboten worden. Am 17. Mai 2013 war es in Tiflis zu Krawallen gekommen, als Aktivisten einen Protest zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie durchführten. Eine aufgebrachte Menge hatte einen Bus mit den Aktivisten angegriffen und mehrere Menschen verletzt (queer.de berichtete).



Die Kirche hatte die Gegenproteste mit geschürt, vier Priester wurden später sogar angeklagt, weil sie die Gewalt angefeuert haben sollen. Das Foto eines Priesters, der mit einem Hocker in Richtung der Krawalle geht, machte in nationalen Medien eine Karriere – der Protest am Dienstag vor dem Radisson Blu mit einem Hocker in Regenbogenfarben erinnerte daran.



Das Oberhaupt der Georgisch-Orthodoxen Apostelkirche, Patriarch Ilia II., gilt als lautstarker Gegner von LGBT-Rechten. Homosexualität sei "anormal und eine Krankheit", sagte er im Vorfeld des IDAHOT-Protests 2013, dessen Verbot er forderte.

Ilia II. ist der Starredner des "Weltkongresses der Familie", der derzeit in Tiflis stattfindet. Zu der jährlichen Veranstaltung reisen Anti-LGBT-Aktivisten aus aller Welt an, Redner umfassen diesmal unter anderem Gabriele Kuby, die schon auf früheren Kongressen etwa im Kreml teilgenommen hatte, etliche Aktivisten aus den USA (darunter von der "National Organization for Marriage" und von der "Alliance Defending Freedom") sowie vom mit der "Initiative Familienschutz" verbundenen Portal "Citizen Go". Auch Vertreter aus Russland, Polen oder Italien sind anwesend, aus Frankreich wurde die Front-National-Abgeordnete Marion Maréchal-Le Pen angekündigt.

IDAHOT weltweit

Am Dienstag wird auf der ganzen Welt der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie mit Kundgebungen und Veranstaltungen begangen – allein in Deutschland in über 50 Städten (queer.de berichtete). In den letzten Jahren war es dabei immer wieder zu einzelnen Gewalttaten und Verhaftungen gekommen, darunter mehrfach in St. Petersburg. In diesem Jahr hatten die Behörden einen RainbowFlash in der russischen Metropole erstmals vorab verboten, Aktivisten konnten dennoch am Dienstag einen friedlichen Luftballon-Protest ungestört abhalten. (nb)

 Update  21.00h: Festgenommene freigelassen, Angriff auf Aktivisten
Bis zum Nachmittag wurden alle Aktivisten freigelassen, sieben von ihnen sollen sich am 20. Mai vor Gericht verantworten. Sie wurden Berichten zufolge von Zivilpolizisten festgenommen. Am Abend zuvor war bei einem Aktivisten von LGBT Georgia eingebrochen und ein Laptop und Smartphone entwendet worden, der anwesende Aktivist wurde dabei verletzt.

Am Nachmittag hatte es noch einen LGBT-Protest vor dem Innenministerium gegeben, bei dem Aktivisten einen mit einer Regenbogenflagge verkleideten Sarg trugen. Einen größere Demonstration hielt zugleich die orthoxode Kirche ab, die den 17. Mai inzwischen zum Tag der Stärke der Familie erklärt hat. Einen ausführlichen Bericht über die Geschehnisse des Tages bietet das Portal "Democracy & Freedom Watch.

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Tags: georgien, idaho
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Reaktionen zu "Georgien: Festnahmen bei IDAHOT-Protest"


 7 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
17.05.2016
12:33:25


(+10, 12 Votes)

Von Robin


Typisch Georgien:
Homohasser aller Länder dürfen sich da treffen und aufs übelste hetzen und Lügen verbreiten.

Aber wenn andere ihre Grundrechte nutzen wollen um dies zu kritisieren, werden sie "ausgeschaltet".

Und Minister bezeichnen dann auch noch Homosexuelle als "Perverse"... Dabei sind die es doch, die menschenverachtendes, scheinheiliges, perverses Gedankengut verbreiten.

Und Georgien will in die EU... NEVER. Die EU braucht nicht noch mehr Homohasser...


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#2
17.05.2016
12:56:38


(+4, 8 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #1 von Robin


Man merkt, dass Georgien zwischen Russland und der Türkei liegt...

Und da gehört Georgien auch hin, aber definitiv nicht nach Europa.

Nicht nur, weil sie total vom Hass zerfressen sind, sondern auch weil Grundrechte und demokratische Grundprinzipien dort nichts wert sind.


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#3
17.05.2016
13:09:08
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Luca


Den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit Minderheiten umgeht.


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#4
17.05.2016
18:30:13


(+9, 11 Votes)

Von Finn


Wieder mal sind es die Religioten, die Hass schüren und Menschen unterdrücken...

"Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
(Albert Einstein)


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#5
17.05.2016
19:54:09


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Die Kirche hatte die Gegenproteste mit geschürt, vier Priester wurden später sogar angeklagt, weil sie die Gewalt angefeuert haben sollen. Das Foto eines Priesters, der mit einem Hocker in Richtung der Krawalle geht, machte in nationalen Medien eine Karriere der Protest am Dienstag vor dem Radisson Blu mit einem Hocker in Regenbogenfarben erinnerte daran."

So, meine christlichen religiotischen queer.de kommentatoren, ist der christliche religiotische glaube besser als der moslemische?


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#6
17.05.2016
19:57:40


(+1, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von Luca


Das merkt man auch immer mehr in westlichen Ländern und an forderster Front deutschland


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#7
19.05.2016
11:06:21


(0, 2 Votes)

Von Oliver51
Antwort zu Kommentar #1 von Robin


Georgien ist in vielen Dingen vielleicht europäischer als andere Länder der EU, die zurück in den Nationalismus verfallen. Nur weil ein paar Ewig-Gestrige auch ewig-gestrig denken, trifft das nicht auf die Mehrheit zu. Die Alternative zur EU, nämlich das Nichtstun oder die Tore zuzuhalten wäre Georgien in die Arme Russlands zu treiben, und damit alle Homosexuellen zu Straftätern zu machen bzw. zu diskriminieren.


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