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Jugendliche LGBT aus Köln haben anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie mit versteckter Kamera getestet, wie stark die Solidarität ihnen gegenüber wirklich ist.

Mitten im Kölner Bermudadreieck auf der Schaafenstraße bettelte daher der junge Leon als vermeintlicher Obdachloser um Geld; in den Händen hielt er das Schild "Schwul und rausgeflogen". Eine versteckte Kamera hielt fest, wie die Passanten reagierten – einige kümmerten sich um den Jungen, während andere vorbeiliefen, ohne Leon eines Blickes zu würdigen.

So abwegig ist das Experiment nicht, wie etwa auch eine Studie unter LGBT im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vergangenes Jahr herausgefunden hatte. Demnach gaben rund zwei Drittel an, dass in ihrem engeren Familienkreis ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht ernst genommen worden sei. 17 Prozent der Befragten, sie seien nach ihrem Coming-out von Familienmitgliedern beleidigt, beschimpft oder lächerlich gemacht worden, drei Prozent berichteten sogar von körperlicher Gewalt (queer.de berichtete). In den USA ist die Lage wegen des löchrigeren sozialen Netzes noch schlimmer: Dort wird geschätzt, dass 40 Prozent der jugendlichen Obdachlosen LGBT sind.

Das Video ist ein Projekt des Kölner Jugendzentrums anyway. Die Aktivisten haben unter dem Motto "Coming-out, going-out" insgesamt sechs Videos zum Thema veröffentlicht. In einem fragen Aktivisten etwa Passanten, ob sie Transpersonen auf Bildern erkennen könnten:

Außerdem zeigten sie in einem Satirevideo, wie Homo-Hasser von "Besorgten Eltern" oder der AfD sexuelle Minderheiten sehen – nämlich als Opfer der bösen Homolobby:

Alle Videos der Reihe "Coming-out, going-out" gibt es hier. (cw)



#1 MarcAnonym
  • 17.05.2016, 16:04h
  • Das ist leider keineswegs so abwegig.

    Mich hat mal in Köln ein Junge angesprochen und mir Sex gegen Geld angeboten, weil er zuhause rausgeflogen ist.

    Als ich ihm dann 20 Euro gegeben habe und ihm empfohlen habe, er soll sich an entsprechende Stellen wenden (das anyway kannte ich damals leider noch nicht) hat er geweint, dass es noch Leute gibt, denen er nicht egal ist.

    Es ist ein Armutszeugnis für ein Land wie Deutschland, dass hier immer noch Jugendliche zuhause rausfliegen und auf der Straße landen - egal ob homo, hetero, bi, trans oder was auch immer.... Und daran haben die Hetzer aus Politik und Kirche Mitschuld.
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#2 panzernashorn
#3 Rosa SoliAnonym
  • 17.05.2016, 17:13h
  • Man muss dem "anyway" mal ein großes Kompliment machen. Die leisten eine tolle LGBT-Jugendarbeit!
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#4 hugo1970Profil
#5 Homonklin44Profil
  • 18.05.2016, 01:48hTauroa Point
  • Mag vielleicht daran liegen, dass da so viele Leute unterwegs waren, aber ich fand es jetzt bei dem Obdachlosen-Spiel recht positiv, dass ihm doch einige was geben wollten und einer ihn sogar auf ein Bier eingeladen hätte.
    Dass da auch keiner ankam, um ihn blöd anzupöbeln wegen schwul oder sonstwas, und einige Leute sich mit was Verständnis äußerten.

    Man hätte ja gern eine Mutter gehabt, die so reagiert wie die eine, die davon sprach, dass im Falle, wenn ihr Sohn ihr das mal sagen würde, die Mutterliebe drüber stünde.

    Dass welche deswegen zuhause als Junge schon rausgeschmissen werden, kann ich mir gut vorstellen. Gerade die ganz besonders Christlichen verstoßen ihre Kinder schon wegen weit geringeren Anlässen. Da reicht es, als Goth rumzulaufen, oder so beim Wichsen in Leder erwischt zu werden, ohne dass der erst schwul sein muss.
    Alles, was gegen deren krudes Bild vom anständigen Kirchgänger ist, läuft da potenziell drauf hinaus, die Gefahr eines Rauswurfs zu provozieren, wenn die nicht spuren und brave Christenmenschen werden. Und bei Moslem & Co wird's wohl nicht viel anders aussehen.

    Obdachlose Schwule haben es auch als Erwachsene schwer.
    Davon, dass einen ein barmherziger Samariter mit in seine Wohnung nimmt für eine Nacht oder zwei, mal duschen oder ne Stulle, träumt man umsonst. Wenn dir keiner den Schlafsack klaut, kannst noch dankbar sein.
    Und für halbe Döner, wenn's vom heimziehenden 'Partyvolk' mal einen ablegen.
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#6 JarJarProfil
  • 18.05.2016, 09:13hKiel
  • Ich hatte mal jemandem geholfen der bei seinem Freund raus geflogen ist und gerade neu in der Stadt war und niemanden kannte.
    Bei dem Schild bin ich mir nicht sicher ob ich es registriert hätte. Wenn der mich anspricht und sagt "Hey ich bin schwul und rausgeflogen" hätte ich vermutlich nichts gegeben sondern versucht zu helfen. Ihm ist ja nicht geholfen wenn er 10 Euro bekommt, dann ist er immer noch auf der Straße in der Nacht und ich kann auch die Bedenken der Dame verstehen die meinte sie wüsste ja nicht ob das echt wäre. Als ich im Garten gearbeitet hatte da kam auch mal nen verwahrloster Typ vorbei und meinte ob ich 2 Euro hätte, er hätte so ein Durst und wolle sich was zu trinken kaufen. Hab ihm kein Geld gegeben sondern ne Falsche Apfelschorle, in dem Fall wollte der vermutlich lieber Bier kaufen gehen.
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#7 Dennis34Anonym
  • 18.05.2016, 14:45h
  • Echt hübhscher schwuler-obdachsoler. :-) Ich würde den statt Geld eine Unterkunft geben und Lieb haben.
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