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  • 19.05.2016, 13:36h           4      Teilen:   |

"Zeichen für Offenheit und Vielfalt setzen"

Sachsen: Pfarrer gründen Forum für tolerante Kirche

Artikelbild
In der Leipziger Peterskirche findet Ende August ein "Forumstag" der Initiatoren der Reformbewegung statt (Bild: flickr / domjisch / cc by 2.0)

In der evangelischen Landeskirche Sachsen brodelt es: Rund ein Dutzend Pfarrer wollen sich mit einem neuen Forum konservativen Tendenzen entgegensetzen und für eine LGBT-freundliche Kirche kämpfen.

Elf evangelische Pfarrer der sächsischen Landeskirche haben gemeinsam mit Gemeindemitgliedern das landesweite "Forum für Gemeinschaft und Theologie" gegründet, das sich für eine tolerante und weltoffene Kirche einsetzen soll. Die Mitglieder wollen sich insbesondere über die Website www.frommundfrei.de vernetzen.

Wie die Organisatoren am Mittwoch bekannt gaben, wollen sie eine breite öffentliche Diskussion über die Richtung der Kirche anstoßen – und sich auch dafür einsetzen, dass Homosexuelle in der erzkonservativen Landeskirche gleichbehandelt werden. Die Gründungsmitglieder stammen aus Leipzig, Dresden, Meißen, Wurzen, Stollberg und Schmannewitz.

"Die sächsische Landeskirche wirkt in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend isoliert und regressiv", beklagte der Sprecher der Initiative, der Leipziger Pfarrer Christoph Maier. "Wir wollen ein klares und lautes Zeichen setzen für eine aufklärende Theologie, für Offenheit und Vielfalt unserer Kirche und gegen Diskriminierung z. B. von gleichgeschlechtlich liebenden Pfarrerinnen und Pfarrern".

Die Initiatoren wollen das Forum am 27. August von 10 bis 17 Uhr bei einer Veranstaltung in der Leipziger Peterskirche vorstellen (mehr Infos hier).

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Gegengewicht zur "Bekenntnis-Initiative"

Die Pfarrer wollen damit ein Gegengewicht zum 2012 gegründeten konservativen Bündnis "Sächsische Bekenntnis-Initiative" setzen, das sich besonders dafür einsetzt, dass Homosexuelle innerkirchlich nicht anerkannt werden. Das Bündnis konnte 2015 mit Carsten Rentzing einen konservativen Landesbischof durchsetzen. Der heute 48-Jährige erklärte sofort nach seinem Amtsantritt, dass "die homosexuelle Lebensweise nicht dem Willen Gottes entspricht" (queer.de berichtete).

Bei der Anerkennung von Homosexuellen gehört die sächsische Kirche zu den Schlusslichtern unter den 20 deutschen Landeskirchen. So ist eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren derzeit nicht möglich – nur Württemberg ist ähnlich restriktiv, die anderen 18 Landeskirchen haben sich Homo-Paaren inzwischen geöffnet, vier Landeskirchen bieten sogar einen Trauungsgottesdienst für Schwule und Lesben an.

Auch homosexuelle Pfarrer müssen im Freistaat mit großen Einschränkungen leben: Sie dürfen etwa nach einem Beschluss von 2012 nur mit ihrem Partner im selben Pfarrhaus leben, wenn sie eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind und der gesamte Kirchenvorstand dem zugestimmt hat – eine Hürde, die heterosexuelle Pfarrer nicht überwinden müssen (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: evangelische kirche, sachsen, leipzig
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Reaktionen zu "Sachsen: Pfarrer gründen Forum für tolerante Kirche"


 4 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
19.05.2016
17:56:19


(+2, 6 Votes)

Von mats


"Bekenntnis-Initiative"... soso! Ach, wie schön, dass es so viel auserwählte Menschen gibt, die täglich von Jesus persönlich eine Liste übermittelt kriegen was und was nicht "dem Willen Gottes entspricht". So, wie dieser Auserwählte hier:

Youtube-Video:


Wozu bekennt sich die "Bekenntnis-Initiative"? Zu Anmaßung, Selbstüberhöhung, Pharisäertum.

Doch die Hybris bröckelt... Gott sei Dank!


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#2
19.05.2016
18:20:24


(-2, 6 Votes)

Von Johannes45


[...] "Bei der Anerkennung von Homosexuellen gehört die sächsische Kirche zu den Schlusslichtern unter den 20 deutschen Landeskirchen. So ist eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren derzeit nicht möglich nur Württemberg ist ähnlich restriktiv, die anderen 18 Landeskirchen haben sich Homo-Paaren inzwischen geöffnet, vier Landeskirchen bieten sogar einen Trauungsgottesdienst für Schwule und Lesben an." [...]

--Genauso ist es.

Die Landeskirche Sachsen und Württemberg bereiten als die letzten zwei verbliebenen Landeskirchen in der EKD Probleme. In allen 18 anderen Landeskirchen schaut es erfreulicherweise anders im Jahre 2016 aus.

Aber vielleicht wirkt sich der Beschluss in der Landeskirche Baden zur Zulassung von Trauungen doch noch positiv auf die benachbarte Landeskirche Württemberg aus.

Und auch dieses Forum der Pfarrer in Sachsen ist sehr zu begrüßen, dem sollten sich möglichst viele Pfarrer in Sachsen anschließen.


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#3
21.05.2016
03:16:32


(+1, 5 Votes)

Von ich selbst


Der deutsche Reformator Martin Luther hat das "allgemeine Priestertum aller Gläubigen" betont. Seitdem kann, wer ohne Vormundschaft frei und verantwortlich sein Verhältnis gestalten will zu den Himmelsmächten, auch seinen "Gottesdienst" selber kultisch ausformen. Nichts mehr zu sagen von oben herab haben einem mündigen Menschen die Priester / Pfarrer, er ist geistig ebenbürtig.

Weiter gefragt kann werden, ob überhaupt noch im Christentum religiös etwas Adäquates zu finden ist für uns Deutsche oder ob wir anknüpfen können an das, was unsere Ahnen verband mit dem Reich der Himmel.


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#4
21.05.2016
10:53:05


(-1, 3 Votes)

Von GeorgG
Aus Berlin
Mitglied seit 13.05.2016
Antwort zu Kommentar #3 von ich selbst


Für Martin Luther war Jesus alles entscheidend.
Er verdammte alle, die nicht an Jesus glaubten und viel damit sogar hinter Paulus zurück, der offen für das jüdische Volk war.
Wer daran anknüpfen will, was unsere Ahnen mit dem Reich des Himmels verband, kann das tun, aber er sollte sich dabei nicht auf Martin Luther berufen (eher noch auf Zwingli, der die griechischen Philosophen bewunderte und sich darauf freute, diese nach seinem Tod im Himmel zu treffen.)

Interessant, besonders für Schwule, auch die Neuheidnischen Religionen, besonders Asatru, das in Island als eine der Staatsreligionen anerkannt ist.


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