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Seine Homosexualität ist nach wie vor umstritten: Der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen ("Die kleine Meerjungfrau") wäre dieser Tage 200 Jahre alt geworden.

Von Dennis Klein

Er ist eines der Aushängeschilder des kleinen Königreichs Dänemark: Die Homosexualität Hans Christian Andersens ist jedoch in seiner Heimat nach wie vor umstritten. Forscher gehen heute davon aus, dass der Autor von Märchen wie "Des Kaisers neue Kleider" oder "Die Prinzessin auf der Erbse" schwul oder bisexuell gewesen ist - er habe seine Neigungen zum gleichen Geschlecht aber nie ausgelebt.

Andersen erwischte keinen glücklichen Start ins Leben: Er wurde am 2. April 1805 als uneheliches Kind auf der dänischen Insel Funen geboren. Von Anfang an litt er an seinem Körper. Er galt nie als schöner Mensch: Sein Kopf war viel zu groß, seine Nase unförmig und seine schlacksigen Arme baumelten unwirsch von seinen Schultern herunter.

Ohne einen Pfennig in der Tasche machte sich der ungebildete Dorfjunge im Alter von 14 Jahren auf eigene Faust nach Kopenhagen auf, um dort eine Karriere als Schauspieler, Sänger und Tänzer zu starten. Die ersten Jahre in der Hauptstadt waren eine harte Probe: Er hatte zwar Engagements beim königlichen Theater, aber richtig leben konnte er nicht davon. Er versuchte sich als Autor, sämtliche Stücke wurden jedoch abgelehnt. 1822 fand Andersen schließlich in Jonas Collin einen Mäzen, der ihm eine formale Ausbildung zukommen ließ.

Hier traf er auch seine große Liebe. Collins Sohn Edvard, ein Geschäftsmann, war drei Jahre jünger als der aufstrebende Schüler. Die beiden hatten nie Sex, sie verband aber eine enge Freundschaft. Andersen vergötterte ihn geradezu. Als Edvard schließlich eine Frau heiratete, war das Herz des sensiblen Freundes gebrochen. So begann er, Märchen zu schreiben, um seinen Liebeskummer zu verbergen - und erlangte dadurch Weltruhm. Seinen Schmerz verarbeitete in seinem ersten Märchen "Die kleine Meerjungfrau". Diese entdeckt den menschlichen Prinzen und versucht mit aller Macht, ihm zu gehören. Allerdings ist das nur möglich, wenn sie dafür ihre Stimme hergibt - wie Autor Andersen kann sie dem Prinzen nie ihre Liebe gestehen. Als dieser schließlich eine schöne Prinzessin heiratet, ist das Leben der Meerjungfrau vorbei. Sie erhält noch die Chance, das Leben des Prinzen zu nehmen, um so ihr eigenes zu retten - bringt das aber nicht übers Herz.

Autor Jens Andersen untersuchte in seiner im Januar erschienenen Biografie die Sexualität des Märchenschreibers. Dieser habe definitiv "kein Interesse an Mädchen gehabt". Er habe lediglich für Frauen geschwärmt, die für ihn ohnehin unerreichbar waren. Sex hatte Andersen wahrscheinlich nie, allerdings versah er sein Tagebuch jedes Mal mit einem Kreuz, wenn er onanierte - was sehr oft vorkam.

In seinen Stücken gibt es viele autobiografische Elemente: So versuchte er sich vom Ekel über seinen deformierten Körper mit dem Märchen "Das hässliche Entlein" zu befreien. Hier verwandelt sich eine Ente, die von allen verspottet wird, in einem bewunderten Schwan. In "Des Kaisers neue Kleider" spielte er auf seine Angst vor der Entdeckung eines Geheimnisses an. Die kurze Geschichte handelt von Hochstaplern, die einem eitlen Kaiser vorgaukeln, wunderschöne Kleider herzustellen. Allerdings könnten diese nicht von dummen oder inkompetenten Menschen gesehen werden, so die Betrüger. Der Kaiser zieht die (nicht vorhandene) neue Garderobe zum Schein an - und tritt nackt vors Volk.

In seinen Geschichten identifizierte sich Andersen stets mit den Außenseitern. Viel Zeit verbrachte er mit Reisen durch Europa, Kleinasien und Afrika, in denen er stets die Antwort auf sein eigenes Unglücklichsein finden wollte. Andersen starb am 8. August 1875. Sein Schwarm Edvard Collin und dessen Frau wurden kurze Zeit später neben ihm beerdigt. Allerdings hielt die Nähe zwischen Edvard und Hans Christian selbst im Tod nicht lange: Die Collin-Familie bettete ihren Verwandten bald darauf in ein Familiengrab.

29. März 2005



#1 ÄhmAnonym
  • 04.04.2005, 02:37h
  • Schlecht recherchiert. HC Andersen ist schwul gewesen - das ist belegt. "Das hässliche Entlein" ist die dementsprechende Parabel dazu, die er verfasste.
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#2 GerdAnonym
  • 06.05.2005, 14:49h
  • Das ist doch ein Märchen, dass der schwul war. Viele Autoren haben sich die Finger wund geschrieben, aber einen Beweis hat keiner geliefert!
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