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Courtney Wilson und Taylor Guerrero in einem auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten Bild

Ein Polizist hatte das Paar in einem Supermarkt in Hawaii attackiert, weil sich die beiden Frauen geküsst und Händchen gehalten hatten.

Zwei lesbische Frauen erhalten 80.000 US-Dollar (71.000 Euro) von der Stadt Honolulu, weil das Paar vergangenes Jahr von einem Beamten aus offenbar homophoben Motiven tätlich angegriffen und festgenommen worden war. Beide Seiten haben sich in Schlichtungsgesprächen auf diese Summe geeinigt. Im Juli muss noch der Stadtrat von Honolulu der Einigung zustimmen, damit das Geld ausgezahlt werden kann und der Rechtsstreit beendet ist.

Der Vorfall ereignete sich im März 2015, als Courtney Wilson und Taylor Guerrero aus Los Angeles einen romantischen Urlaub in Hawaii machen wollten. Kurz nach ihrer Ankunft kauften sie in einem Supermarkt ein und verhielten sich eigenen Aussagen zufolge wie verliebte Turteltäubchen – bis sie von einem uniformierten Polizisten angesprochen wurden. Der Beamte beschwerte sich, dass die beiden sich nicht öffentlich umarmen und küssen sollten, und verlangte, sie müssten den Austausch von Zärtlichkeiten im Supermarkt unterlassen.

Als die Frauen kurze Zeit später zahlen wollten, forderte der Polizist das Paar auf, aus der Schlange an der Kasse herauszutreten, weil sie Hausfriedensbruch begangen hätten. Daraufhin wollte eine der Frauen auf ihrem Mobiltelefon den Notruf wählen. Der Beamte soll die Frau aber gewalttätig an dem Anruf gehindert und sogar ins Gesicht geschlagen haben. Mit Hilfe der Angestellten habe er beide zu Boden gezwungen und mit Kabelbindern gefesselt. Sie wurden schließlich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verhaftet.

Youtube | Bericht in den Lokalnachrichten nach der Attacke

Polizist wollte nicht, dass seine Kinder "so etwas" sehen

Die Verhafteten erklärten später in Interviews, der Polizist hätte sie aus Homophobie attackiert. In seinem Polizeibericht schrieb der Beamte nach dem Vorfall, dass der Austausch von Zärtlichkeiten ihn schockiert habe: "Ich würde nicht gutheißen, wenn meine Kinder so etwas sehen."

Der Vorfall, erklärten die beiden Frauen, habe ihren Urlaub ruiniert: Nach drei Tage in Untersuchungshaft mussten sie ihr gesamtes Geld für die Kaution aufbringen, so dass sie sich kein Hotel leisten konnten und auf der Straße leben mussten. Sie durften außerdem fünf Monate lang die Insel nicht verlassen, bis die Staatsanwaltschaft schließlich die Klage fallen ließ.

Der Fall war undurchsichtig, da die Behauptungen, was sich im Supermarkt zugetragen habe, weit auseinander gingen: Die lesbischen Frauen sagten, sie hätten sich lediglich auf die Wange geküsst, während der Beamte Zungenküsse gesehen haben will. Außerdem erklärte der Polizist, er habe die Frauen nicht geschlagen, obwohl eine von ihnen später sichtbare Verletzungen am Gesicht hatte. Hinzu kommt, dass aus unbekannten Gründen die Bilder der Überwachungskameras verschwunden sind.

Das Paar lebt inzwischen getrennt; die beiden Frauen sind aber eigenen Aussagen zufolge noch immer befreundet. Sie erklärten gegenüber lokalen Medien, dass für sie die Sache nun beendet sei: "Ich bin froh, dass es vorbei ist. Aber eigentlich wollten wir erreichen, dass der Polizist bestraft wird." Nach der Übereinkunft übernehmen die Polizeidirektion und der Beamte jedoch keinerlei Schuld. Der Polizist wurde in einer internen Untersuchung von jeder Schuld freigesprochen und ist inzwischen in Rente. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 23.05.2016, 16:06h
  • Richtig so.

    Es kann nicht sein, dass irgendwelche Polizisten ihre Privatmeinung über Recht und Gesetz stellen.

    Gerade die Polizei sollte mit gutem Beispiel voran gehen.

    Und auch gut, dass es eine saftige Entschädigung gibt. Nur schade, dass das die Stadt (also letztlich der Steuerzahler) bezahlen muss. Das hätte der Polizist zahlen müssen...
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#2 RobinAnonym
  • 23.05.2016, 21:50h
  • Leicht verdientes Geld, da könnte man ein Geschäftsmodell draus machen. Zweimal im Jahr macht 160.000 $ steuerfrei p.a.
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#3 Roland FAnonym
#4 Miguel53deProfil
#5 userer
  • 25.05.2016, 10:24h
  • Antwort auf #4 von Miguel53de
  • Auf solch menschlichen Abschaum wie #2 reagiert man am besten mit Ignorieren, sonst fühlt er/sie sich am Ende noch als gleichwertige/r Gesprächspartner/in - auch wenn das natürlich eine abwegige Vorstellung ist.
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