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  • 24.05.2016, 15:52h           13      Teilen:   |

Witali Milonow

Russlands homophobster Politiker vor Duma-Einzug

Artikelbild
Die homophobe Rhetorik von Witali Milonow beschäftigt russische LGBT-Aktivisten bereits seit Jahren

Der St. Petersburger Stadtverordnete Witali Milonow hat die Vorwahlen um einen Wahlkreis zur Parlamentswahl im September gewonnen.

Von Norbert Blech

Der umstrittene russische Politiker Witali Milonow könnte bei den Wahlen zum Unterhaus am 18. September erstmals in die Staatsduma einziehen. Medienberichten zufolge erzielte der 44-Jährige einen Sieg bei den am Sonntag abgehaltenen Vorwahlen seiner Partei für einen Wahlbezirk im Süden von St. Petersburg. Das offizielle Ergebnis wird erst in wenigen Tagen veröffentlicht.

Die Putin-Partei "Einiges Russland" führte zur Bestimmung der Kandidaten für die Wahlkreise eine Art "Primary"-System durch, bei der nicht nur Parteimitglieder, sondern die Bevölkerung über die Kandidaten abstimmen konnten. In St. Petersburg betrug die Wahlbeteiligung 4,7 Prozent, in anderen Regionen bis zu 17 Prozent. Nach einigen Duma-Wahlen, bei denen früher nur die Parteienstimme zählte, machen die mit relativer Mehrheit bestimmten Direktmandate im September die Hälfte der Sitze aus – in den meisten Regionen und auch in St. Petersburg dürften sich dabei die Kandidaten von "Einiges Russland" durchsetzen. 2011 erzielte die Partei hier 35,4 Prozent, die zweitplatzierte Partei kam auf 23,7 Prozent.

Milonow gilt als der bekannteste Gewinner der Vorwahlen. Der 42-Jährige, der seine politische Karriere in den Neunzigern als Christdemokrat begonnen hatte, ist 2007 erstmals in den Stadtrat von St. Petersburg eingezogen und 2011 wiedergewählt worden. Der frühere Baptist, der 1998 zur russisch-orthodoxen Kirche konvertiert war, gilt als der homosexuellenfeindlichste Politiker Russlands. So verfasste er als Vorsitzender des Rechtsausschusses das regional bereits 2012 in Kraft getretene Gesetz gegen Homo-"Propaganda", das als Vorbild für die landesweite Gesetzgebung gilt.

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Rhetorischer Haudegen mit Schlägertrupp

Milonow am Rande einer Demo zum 1. Mai in St. Petersburg, bei der er LGBT-Teilnehmer beschimpfte und von Polizisten forderte, diese festzunehmen - Quelle: Screenshot NevexTV / Youtube
Milonow am Rande einer Demo zum 1. Mai in St. Petersburg, bei der er LGBT-Teilnehmer beschimpfte und von Polizisten forderte, diese festzunehmen (Bild: Screenshot NevexTV / Youtube)

Milonow, der im letzten Jahr von Putin mit dem "Verdienstorden für das Vaterland" zweiten Grades für seine "aktive gesetzgeberische Arbeit und viele Jahre ehrlicher Arbeit" ausgezeichnet wurde, hatte immer wieder durch geradezu absurde homophob motivierte Gesetzesvorschläge und Initiativen von sich Reden gemacht. So forderte er Einreiseverbote für Conchita Wurst ebenso wie für LGBT-Aktivisten aus Amerika. Außerdem zeigte er Madonna und Lady Gaga wegen angeblicher Verstöße gegen das "Propaganda"-Gesetz an, nachdem sie sich bei Konzerten vor Ort für LGBT-Rechte eingesetzt hatten. Von Apple verlangte er einen Patch, um den "Schmutz" homosexueller Emojis aus seinem iPhone entfernen zu können.

Viele dieser Aktionen wirkten eher kontraproduktiv und wurden von Öffentlichkeit und Medien durchaus belächelt. Dennoch hinterlassen Milonows konstante – und rechtlich wie in der Partei folgenlose – Äußerungen über Homosexuelle, die er als "pervers" oder "krank" beschimpft, eine Wirkung. 2014 hatte er sogar LGBT aufgefordert, das Land zu verlassen. Sein Vorgehen gegen das Online-Projekt "Kinder 404" für LGBT-Jugendliche führte zu Verfahren von Staatsanwaltschaften und Medienaufsicht gegen das Projekt und seine Gründerin.

Mehrfach hatte Milonow in St. Petersburg zudem die Einrichtung einer Art Sittenpolizei gefordert, um die Stadt unter anderem von Schwulen und Lesben zu "befreien": Er wünsche sich einen "beispielhaften Bezirk" ohne Drogensüchtige, Prostituierte und Homosexuelle, sagte er im letzten Herbst. 2014 hatte er ein Gesetz eingebracht, um die Homo-Clubs der Stadt bei "Ausschweifungen" schließen zu lassen – es sah auch verpflichtene Livestreams von Überwachungskameras vor, damit besorgte Bürger Verstöße den Behörden direkt melden können (queer.de berichtete).

Der Abgeordnete tauchte selbst mehrfach vor Homo-Clubs und LGBT-Veranstaltungen auf, manchmal begleitet von minderjährigen Parteimitgliedern, um vermeintliche Verstöße gegen das "Propaganda"-Gesetz feststellen zu können, manchmal begleitet von der Polizei – und manchmal begleitet von Gewalttätern, die die Besucher der Veranstaltung attackierten (queer.de berichtete).

Milonow hatte zuletzt immer wieder beklagt, dass es trotz des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" gerade in St. Petersburg zu etlichen erlaubten Demonstrationen von LGBT-Aktivisten gekommen sei. Anfang des Jahres erließ das St. Petersburger Parlament eine Vorlage an die Staatsduma, mit der Demonstrationen verboten werden sollten, die der "Bewerbung unkonventioneller sexueller Beziehungen" dienen oder "Familienwerte leugnen" (queer.de berichtete). Diesen verbissenen Kampf gegen LGBT-Rechte könnte Milonow nun demnächst selbst in der Duma anführen.

Youtube | Im letzten Jahr hielt eine BBC-Doku von Reggie Yates fest, wie Milonow das Queerfest in St. Petersburg stören wollte und Teilnehmer beleidigte
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Tags: russland, witali milonow, st. petersburg
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Reaktionen zu "Russlands homophobster Politiker vor Duma-Einzug"


 13 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
24.05.2016
17:43:33


(+6, 6 Votes)

Von Jasper


Der ist dermaßen vom Hass zerfressen, dass er auch anderen das Leben zur Hölle machen will.


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#2
24.05.2016
19:08:49


(+4, 4 Votes)

Von niccinicci


Wahrscheinlich die totale Schrankschwester, die auf diese Art und Weise ablenken kann. Kann einem nur leid tun, so von Hass zerfressen zu sein.


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#3
24.05.2016
19:53:36


(+5, 11 Votes)
 
#4
24.05.2016
20:52:44


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Schön langsam, aber sicher muß ich halt akzeptieren, das die Völker, gepaart aus dummheit, egoismus, angst den gesellschaftlichen status zu verlieren, angst auf alles neue und nicht gewohntes, ihre Schlächter selbst wählen.


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#5
24.05.2016
20:54:32


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von niccinicci


Mit so einem menschlichen Monster Mitleid zu haben?, ne, garantiert nicht. Mitleid hab ich mit seinen Opfern!!!!


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#6
24.05.2016
23:51:57
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Ehka


Sind die Haare von Witali Milonow blondiert?

Weil der Bart ist rot, aber die Haare sind blond. Weil beim Menschen haben immer alle Körperhaare die gleiche Haarfarbe.
Siehe Bild auf queer.de oben.

Nicht dass man dann gleich homosexuell ist. Aber der sieht doch wie eine Schrankschwester aus, was mich auch nicht wundern würde.

Haben doch Studien ergeben, dass homophobe Menschen oft selbst unterdrückt homosexuell sind!


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#7
25.05.2016
00:17:19


(+3, 3 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Was für eine widerwärtige, ekelerregende Kreatur - Monster trifft den Sachverhalt wohl deutlicher.

Kommt sich dabei selber wie die Creme-de-la-creme vor und merkt noch nicht einmal ansatzweise, wie primitiv und lächerlich er wirkt.

Solche Leute gehören in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie und niemals in politische oder überhaupt leitende Ämter.

*kotz* *würg*


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#8
25.05.2016
09:03:13
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von J-eye
Antwort zu Kommentar #6 von Ehka


Dass der Kerl eine Schrankschwester ist finde ich ja auch plausibel.

Das mit der Körperbehaarung ist aber Quatsch. Natürlich können Kopfhaar und Barthaar unterschiedliche Farben haben. Ist bei mir auch so: Blondes Haar und roter Bart. Liegt daran, dass es unterschiedliche Haartypen sind (angefangen bei der Beschaffenheit: dick, dünn, weich, kurz,...) und dass die Färbung der beiden durch unterschiedliche Gene codiert ist.


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#9
25.05.2016
12:42:20


(+6, 6 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #6 von Ehka


>"Weil beim Menschen haben immer alle Körperhaare die gleiche Haarfarbe."

da solltest du mal genauer hingucken. es gibt männer, die von natur aus allein im bart schon vier verschiedene farben haben. dass der bart eine andere farbe hat als das kopfhaar ist total verbreitet.


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#10
25.05.2016
13:05:17


(+6, 6 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #9 von ursus


Es ist halt einfacher, sich ein Pauschalurteil zu bilden, statt genauer hinzugucken.


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