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Gregor Gysi, ein langjähriger "straight ally" der LGBT-Bewegung, war von 2005 bis 2015 Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag

Der Linkspolitiker ist am 4. Juni Keynote Speaker auf der Sticks & Stones in Berlin. Im Interview mit queer.de verrät er seinen Traumjob.

Von Dennis Klein

Ein Politiker der Linkspartei als Hauptredner bei einer "kapitalistischen" Karrieremesse – passt das überhaupt zusammen?

Ich lebe im Kapitalismus. Wo soll ich denn hingehen, wenn ich an etwas Nicht-Kapitalistischem nicht mehr teilnehmen will? Außerdem: Ich bin Mitglied des politischen Beirats des Bundesverbands des Mittelständischen Wirtschaftens. Immer versuche ich, Menschen im Denken zu beeinflussen, auch dort.

Was wollen Sie als Keynote Speaker den Besuchern der Sticks & Stones mit auf den Weg geben?

Wenn die Situation in Europa und in Deutschland nicht unbeherrschbar werden soll, müssen wir weltweit Frieden herstellen, den Hungertod, Not und Elend überwinden, also gerechter verteilen.


Die Sticks & Stones am 3. und 4. Juni im Berliner Postbahnhof findet in diesem Jahr zum siebten Mal statt

Was sind Ihre Tipps für junge Menschen, die gerade auf der Suche nach einem Job sind?

Sie müssen so gut wie möglich ausgebildet, qualifiziert sein. Sie müssen sich organisieren, um wirksam gegen ihre prekäre Beschäftigung – Minijobs, befristete Arbeitsverhältnisse, erzwungene Teilzeit, Leiharbeit – vorzugehen.

In der Arbeitswelt gibt es immer noch Diskriminierung. Was kann und was muss der Staat dagegen tun? Welche weiteren Reformen sind Ihrer Meinung nach auf dem Arbeitsmarkt notwendig?

Die Bundesregierung muss die Gesetze ändern, zum Beispiel das Betriebsverfassungsgesetz und das Arbeitsrecht. Befristete Arbeitsverhältnisse dürfen nur noch mit Sachgrund zugelassen werden. Die Gewerkschaften müssen nicht nur für gleichen Lohn in gleicher Arbeitszeit für gleiche Arbeit, sondern auch für gleichwertige Arbeit insbesondere für Frauen kämpfen.

Wenn Sie heute nochmal von vorn anfangen würden – welche berufliche Richtung würden Sie einschlagen?

Eindeutig: Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Das hängt auch mit meinen Erfahrungen in der Politik zusammen.

Infos zu Messe

Sticks & Stones Karrieremesse. Edition #7. Freitag und Samstag, 3. und 4. Juni 2016. Ort: Postbahnhof am Ostbahnhof Berlin. Zeit: jeweils 10-18 Uhr. Gregor Gysi wird am Samtag um 13.30 Uhr reden. Online sind derzeit noch Freikarten erhältlich. An der Kasse kostet ein Ticket 20 Euro.


#1 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 28.05.2016, 09:31h
  • Ich sehe da keine queer-spezifischen Antworten.

    Ein bisschen mehr Mühe hätten Sie sich hier schon geben können, lieber Herr Gysi.

    Schade drum - verpasste Chance.
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#2 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 28.05.2016, 12:16h
  • Wer meinen Kommentar #1 negativ bewertet hat, möge doch bitte mal erklären, inwiefern es bei einem Interview mit einem queeren Magazin sinnvoll ist, speziell die Frage nach der Diskriminierung nur mit allgemeinem Partei-Sprech zu beantworten und ansonsten überhaupt nicht konkret darauf einzugehen.

    Herrn Gysi sollte bewusst gewesen sein, WEM er da ein Interview gibt, und da wäre m.E. schon ein bißchen mehr zu erwarten gewesen. Dieses Interview könnte in jedem beliebigen Medium stehen - der Queerbezug fehlt komplett.

    Als Wähler der Linkspartei erwarte ich eben von einem der klügsten Köpfe dieses "Vereins" ein bisschen mehr.

    Deshalb bleibe ich dabei: Chance vertan.
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#3 Gay WorkerAnonym
  • 28.05.2016, 12:31h
  • Antwort auf #1 von UrsaMajor
  • Ich sehe da lauter Antworten, die die Lebensrechte der überwältigenden Mehrheit queerer Menschen, die lohnabhängig sind, gerade in ihrer Mehrfachunterdrückung unmittelbar und existenziell betreffen. Und über die andere politische Kräfte, die sich zwar "gay-friendly" geben, aber als Regierende - im Namen der Profit- und Konkurrenzlogik und des Niederkonkurrierens anderer arbeitender (auch LGBTIQ*-) Menschen in anderen Ländern und Teilen der Welt - massiv unser aller soziale Rechte angegriffen und zudem Militarisierung und Krieg zu verantworten haben, lieber nicht sprechen wollen. Und das, obwohl sich Sozialkahlschlag und neoliberale Politik sowie globale Ausbeutungsverhältnisse zu Lasten der ärmeren Teile der Welt auf Menschen, die zusätzlich Diskriminierung und nicht selten Gewalt auf Grund ihrer sexuellen Orientierung/Identität ausgesetzt sind, besonders brutal auswirken.

    Eben dieser neoliberalen Politik und aus ihr folgenden sozialen Verwerfungen sowie Krieg und globaler Zerstörung verdanken wir ja auch, in ganz Europa und weltweit, das Erstarken rechter bis neofaschistischer Kräfte. Was sich auf die Lebensqualität von LGBTIQ*-Menschen ebenfalls direkt auswirkt und zunehmend brandgefährlich wird.

    Sehr gut, dass mal jemand über die Lebensfragen spricht, die - abgesehen von einer kleinen privilegierten Schicht, die natürlich auch medial deutlich überrepräsentiert ist und überall alles auf ihre beschränkte Privilegien-Agenda à la TimmJohannesMatthäus verengen will - die allermeisten queeren Menschen betreffen! Viele andere, die sich "gay-friendly" gerieren, reden bekanntlich nur über das, was nicht den Interessen der ökonomisch derzeit Herrschenden (Konzerne, Banken, Milliardäre, Kriegsindustrie) zuwiderläuft.
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#4 seb1983
  • 28.05.2016, 16:41h
  • Antwort auf #3 von Gay Worker
  • Weltweit Frieden herstellen, den Hungertod, Not und Elend überwinden, also gerechter verteilen.

    Nett ja. Das könnte allerdings auch bei der Miss World Wahl ins Mikro geträllert werden.
    Wie er auch nur halbwegs in die Nähe davon kommen will kann er leider nicht sagen.

    Gysi hatte immer den Vorteil dass er nie in konkret Politik machen musste und es als Wirtschaftsminister in Berlin nicht lange ausgehalten hat.
    Wie man in den Snowden Papieren nachlesen konnte hat er hinter verschlossenen Türen beim US Botschafter dann auch etwas realistischere Töne von sich gegeben.
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#5 Partei gesuchtAnonym
  • 29.05.2016, 00:05h
  • Noch vor der jüngsten Krisenwelle des globalen Kapitalismus (auch als "Flüchtlingskrise" verklärt):

    "Einer Studie zufolge denken mehr als 60 Prozent der Bürger, dass in Deutschland keine echte Demokratie herrscht. Schuld sei der starke Einfluss der Wirtschaft auf die Politik, die mehr zu sagen habe als der Wähler.
    [...]
    Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap, die im Auftrag des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin vorgenommen wurde.
    [...]
    37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden seien."

    www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-02/studie-fu-ber
    lin-linksextremismus-demokratie-skepsis
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#6 niccinicciAnonym
  • 29.05.2016, 19:00h
  • Als Mensch bestimmt ein prima Typ, aber stimmt, die Antworten würde auch jede Blondine bei der Miss-Wahl geben können und da es immer nur eine Protestpartei bleiben wird, völlig undenkbar, als Global Player mitspielen zu können. Naja, von der SED-Diktatur-Nachfolgepartei ganz zu schweigen. Wird irgendwann die FPD-Karriere einschlagen.
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#7 giliatt 2Anonym
  • 30.05.2016, 00:58h
  • Ich (60) muss schmunzeln: "Klein Gregor" wäre gerne Facharzt für Neurologie und Psychiatrie geworden?

    Mein Vater, Gynäkologe, hatte damals - gut 60 Jahre zurück - eine sehr eindeutige Meinung über seine Studienkollegen und auch Dozenten dieser Fachrichtung: "Die haben alle einen an der Dattel".

    In meinen Augen ist Dr. Gysi ein Schleimer und Schwätzer.
    Schön reden kann er. Wollte der gelernte Kuhbusen-Entsafter, der Melker, der nach "Abi-mit-Berufsausbildung" Jura studierte, nicht mal Wirtschafts-Senator von Berlin werden?

    Er wurde es sogar, schmiss aber das Amt hin, als festgestellt wurde, dass er seine als Abgeordneter dienstlich erflogenen Bonus-Meilen für private Flüge eingelöste.

    Will er nach Wiedegeburt nicht erneut Anwalt werden?
    Gerichtlich festgestellt wurde, dass seine nachgewiesene Stasi-Mitarbeit öffentlich genannt werden darf. Abstriche bezüglich des Tatbestandes des Mandantenverrats im Fall Robert Havemann und anderer Fälle machte das Gericht.

    Nun präsentiert er sich als Schirmherr/in des CSD in Stuttgart. OMG.

    Seine Parteigenossin Wagenknecht wurde gestern mit einer Torte belohnt. Sie hält sich für die Re-Inkarnation von Rosa Luxemburg. Doch Rosa würde sich im Grab herumdrehen, sofern sie denn eines hätte (liegt in der Asservatenkammer seit rund hundert Jahren).

    Das Gefasel von Gysi trifft nicht annähernd die heutige Situation.
    Fakt ist, dass sich der STAAT nicht über Gebühr einmischen darf in die Wirtschaft, wie es die zottelige Nahles tut.Mindestlohn ruiniert nämlich Kleinunternehmer und Mittelstand.

    Bei der letzten Wahl hingen Plakate an den Lichtmasten: Die SED-PDS-Linke buhlte um Wählerstimmen mit dem Satz:
    REICHTUM FÜR ALLE !
    Da hätte Karl Marx, den die linken Radieschenkommunisten für ihren Thesenschreiber halten, sehr wohl das Kotzen bekommen, denn er wies in der Auseinandersetzung mit Lassalles Theorie vom unverkürzten Arbeitsertrag die Unsinnigkeit nach.

    Ich fordere:
    Eine Torte für Gysi. Quack!

    All meine Bäckerkolleginnen und -kollegen dieser Welt werden mir diesen Missbrauch eines künstlerisch gestalteten Lebensmittels hoffentlich verzeihen.
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#8 DankeAnonym
  • 30.05.2016, 07:17h
  • Antwort auf #7 von giliatt 2
  • Gut das Ihr Vater Gynäkologe bei seiner undifferenzierten, pauschalisierenden, diffamierenden, "pegidahaften" Meinung geworden ist. Hat der Menschheit einen unfähigen Neurologen erspart. Danke.
    Wenn Sie schon nicht den Beruf von Ihrem Vater übernommen haben, so doch allerdings ganz offensichtlich die diffamierende Gesinnung.
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#9 BanksterAnonym
  • 30.05.2016, 07:27h
  • Antwort auf #7 von giliatt 2
  • Der Staat muss sich noch viel mehr Einmischen. Soviele Torten werden Sie nicht herstellen können, um eine erneute Finanzkrise wie 2008 zu bezahlen. Und diese ist leider erneut möglich bei unserer deregulierten Finanzindustrie und der geringen Eigenkapitalquote der Banken.
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#10 SolidaritätAnonym