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Mit Aktionen wie Regenbogenschnürsenkeln setzten Vereine und Verbände zuletzt vereinzelte Zeichen gegen Homophobie im Fußball

Der Weltfußballverband hat mehrere Sanktionen bis zu einem Stadionverbot verhängt, nachdem Fans bei internationalen Spielen diskriminierende Gesänge von sich gaben.

Die FIFA hat erneut mehrere nationale Fußballverbände wegen unsportlichen Betragens von Fans in Form beleidigender und diskriminierender Gesänge sanktioniert. Die Bestrafungen zu Vorrundenspielen zur Weltmeisterschaft 2018 sowie zu internationalen Freundschaftsspielen gab der Weltfußballverband am Freitag bekannt.

Auf der Grundlage der Spielberichte und weiterer Beweise, die durch das für die Vorrunde geschaffene Antidiskriminierungs-Beobachtungssystem erhoben wurden, eröffnete die FIFA gegen die Verbände von Chile, Paraguay, Peru, Mexiko, El Salvador, Honduras und Kroatien Verfahren.

Bei sechs Ländern geht es bei den Sanktionen um homophobe Sprechchöre. Chile wurde mit einer Sperre des Nationalstadions in Santiago für das nächste Vorrundenspiel zwischen Chile und Bolivien und einer Geldstrafe von 30.000 Schweizer Franken belegt. Das Spiel muss nun in einem anderen Stadion stattfinden. Eine weitere Stadionsperre zu einem Pflichtspiel wurde zunächst zur Bewährung ausgesetzt.

Erneute Bestrafung für Chile

Chile wurde dabei zum Verhängnis, dass die FIFA das Land bereits in einer ersten Sanktionsrunde im Januar wegen homophober Sprechchöre mit einer Geldstrafe von 70.000 Franken belegt hatte (queer.de berichtete). Damals ging es um insgesamt vier Spiele aus dem Oktober und November 2015, weitere homophobe Sprechchöre bei einem Spiel gegen Argentinien Ende März führten nun zu der Stadionsperre.

Geldstrafen zwischen 40.000 und 15.000 Franken verhängte die FIFA wegen homophober Gesänge und teils zusätzlicher Vorfälle zudem gegen Mexiko, Honduras, El Salvador, Paraguay und Peru. Im Januar waren wegen homophober Vorfälle Geldstrafen an Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Uruguay verhängt worden.

Konsequenterer Einsatz gegen "Puto"-Rufe

Die nächste Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 in Russland statt. Das Beobachtungssystem zum Fanverhalten ist Teil eines neuen "Good Practice Guide" gegen Diskriminierung (queer.de berichtete). Die Beobachtung wird von der FIFA koordiniert und zusammen mit dem Fare Network umgesetzt, das bei der Bekämpfung von Diskriminierung im Fußball und beim Einsatz neutraler Spielbeobachter über langjährige Erfahrung verfügt. Die Vorfälle und Maßnahmen werden online dokumentiert.

Die FIFA teilte den Inhalt der bemängelten Sprechchöre nicht näher mit. In den letzten Jahren waren Fans von Mannschaften aus Süd- und Mittelamerika vor allem mit "Puto"-Rufen aufgefallen (queer.de berichtete). 2014 hatte die FIFA den vor allem gegen den gegnerischen Torwart eingesetzten "Schwuchtel"-Ruf, der selbst bei TV-Übertragungen von WM-Spielen deutlich zu hören war und sich zu einer Tradion entwickelt hatte, allerdings noch nicht als problematisch eingestuft (queer.de berichtete).

Immerhin der mexikanische Fußballverband hatte im März eine Kampagne gegen die Sprechchöre gestartet (queer.de berichtete). Bei dem darauf folgenden Qualifikationsspiel gegen Kanada waren dennoch "Puto"-Rufe zu hören, die nun zu einer erneuten Geldstrafe führten.

In der neuen Disziplinarrunde wurde zugleich Kroatien damit bestraft, dass die nächsten beiden Vorrundenspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die Maßnahme, die auch eine Geldtrafe umfasst, bezieht sich auf "diskriminierende Äußerungen" in zwei Freundschaftsspielen gegen Israel und Ungarn; die Nachrichtenagentur AP spricht in diesem Zusammenhang von "faschistischen Slogans". Die FIFA betont in ihrer Pressemitteilung, dass der Landesverband bereits in der Vergangenheit mehrfach sanktioniert worden sei.

Youtube | "Puto"-Ruf mexikanischer Fans bei der WM 2014. Der Ausdruck kann "Schwuchtel" oder "Stricher" heißen. Die FIFA meinte damals noch, der Begriff werde "in diesem spezifischen Kontext nicht als beleidigend angesehen".


#1 Pascal GoskerAnonym
  • 30.05.2016, 14:06h
  • Richtig so!

    Das ist die einzige Sprache, die solche Leute verstehen. Da sollte es auch noch richtig saftige Geldbußen für jeden einzelnen geben...

    Homohass im Fußball muss genauso hart sanktioniert werden wie Rassismus.
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#2 hugo1970Profil
  • 30.05.2016, 20:09hPyrbaum
  • Nur Geldstrafen?, das ist ein Tropfen, nicht mehr, nicht wenniger.
    Sollche Landesverbände dürfen ein Jahr nicht mehr spielen, national und international!!!
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#3 userer
  • 30.05.2016, 20:16h
  • Chile
    70 % katholische Christen
    15 % evangelische Christen

    Paraguay
    80 % katholische Christen

    Peru
    81,3 % katholische Christen
    12,5 % evangelische Christen

    Mexiko
    82,7 % katholische Christen
    7,5 % evangelische Christen
    x % Zeugen Jehovas auf dem 3. Platz

    El Salvador
    50 % katholische Christen
    31 % evangelische Christen

    Honduras
    47 % katholische Christen
    41 % evangelische Christen

    Kroatien
    87,8 % katholische Christen

    (alle Angaben lt. Wikipedia)
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#4 RobinAnonym
  • 30.05.2016, 22:29h
  • 2 Jahre Stadionverbot für die Hetzer und saftige Geldstrafen für den Verein. Und wenn die Hetzer dann nach 2 Jahren Bedenkzeit wieder hetzen, lebenslanges Stadionverbot.

    Nur so bekommt man das in den Griff.
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#5 NilsAnonym
  • 30.05.2016, 23:04h
  • Antwort auf #1 von Pascal Gosker
  • ähm...wird es.... Steht in den Statuten der FIFA und aller angeschlossenen Kontientalverbänden (und damit aller Nationalverbände) auf einer Stufe und gehört auch zur Pflichtmeldung bei jedem (!) Fussballspiel in Deutschland. Bei jedem Spiel ist zwingend die Bestätigung des SR erforderlich, dass es zu keinen diskrimnierenden Vorfällen kam, sonst ist eine abschließende Spielberichtsübersendung nicht möglich. Im Übrigen kommen solche Vorfälle deutlich seltener vor als es dem Außenstehenden suggeriert wird und in weeeeiiit über 90% der Fälle gibt es auch Sanktionen bis runter zur untersten Ebene.
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#6 Miguel53deProfil