Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 30.05.2016, 18:14h           4      Teilen:   |

Unterstützung für Regenbogenfamilien

Schweiz: Nationalrat erlaubt Homo-Paaren die Stiefkindadoption

Artikelbild
Schwule und Lesben können in der Schweiz demnächst das Kind des Partners oder der Partnerin adoptieren (Bild: Kevin Prichard / flickr / cc by-sa 2.0)

Nach dem Ständerat stimmte am Montag auch der Nationalrat für eine umfassende Reform des Adoptionsrechts.

Die Abgeordnetenkammer des Schweizer Parlaments, der Nationalrat, hat sich am Montag mit 115 zu 65 Stimmen bei fünf Enthaltungen für eine umfassende Reform des Adoptionsrechts ausgesprochen, die unter anderem schwulen und lesbischen Paaren das Recht auf Stiefkindadoption geben soll. Zudem erhalten auch unverheiratete oder unverpartnerte Paare das Recht, das leibliche Kind des Partners zu adoptieren.

Im März hatte bereits der Ständerat, also die Kantonskammer des Parlaments, für die Änderungen im Adoptionsrecht gestimmt (queer.de berichtete). Mit der Reform wird zugleich das Mindestalter für Adoptionen von 35 Jahre auf 28 Jahre gesenkt und das Informationsrecht der Kinder über ihre leiblichen Eltern und eventuelle Geschwister gestärkt; ein Paar muss nicht mehr eine bestimmte Zeit lang verheiratet gewesen sein, sondern drei Jahre lang einen gemeinsamen Haushalt geführt haben.

In der Debatte zu einzelnen Bestandteilen der Vorlage, die nun noch einmal in den Ständerat geht, stimmten 127 Parlamentarier gegen einen Antrag der rechtspopulistischen SVP, homosexuellen Paaren die Adoption weiterhin zu enthalten. Das Recht auf Stiefkindadoption für unverheiratete Paare war umstrittener und wurde mit 95 zu 92 Stimmen nur knapp angenommen.

Fortsetzung nach Anzeige


Nur eingeschränktes Adoptionsrecht

Justizministerin Simonetta Sommaruga machte sich in der Debatte für Kinder aus Regenbogenfamilien stark
Justizministerin Simonetta Sommaruga machte sich in der Debatte für Kinder aus Regenbogenfamilien stark

Die Adoption fremder Kinder ist den gleichgeschlechtlichen Paaren weiterhin nicht erlaubt. Vor allem der SVP und Teilen der christdemokratischen CVP geht bereits die jetzige Initiative zu weit; sie sehen darin eine "Salamitaktik", um später homosexuellen Paaren ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht und eine Leihmutterschaft zu ermöglichen.

Bei der Reform gehe es nicht um das Kindeswohl, meinte der SVP-Abgeordnete Yves Nidegger in der Debatte, sondern "um ideologische Ziele der Erwachsenen". Die sozialdemokratische Justizministerin Simonetta Sommaruga betonte hingegen, dass die Stiefkindadoption sehr wohl den Kindern diene, die bereits in gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen. Eine fehlende rechtliche Absicherung durch das zweite Elternteil würde diese ungerecht bestrafen.

In Deutschland war die Stiefkindadoption bereits 2004 vom Bundestag beschlossen worden – damals gegen den erbitterten Widerstand von CDU und CSU (queer.de berichtete). Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2013 ist auch die Sukzessivadoption erlaubt – also die Adoption eines Kindes, das bereits vom Lebenspartner adoptiert worden war (queer.de berichtete). Die Höchstrichter argumentierten damals, dass auch Lebenspartnerschaften mit Kindern Familien seien, die unter dem Schutz des Grundgesetzes stünden.

Unter den deutschsprachigen Ländern am weitesten ist Österreich: Nach einer Entscheidung des höchsten Gerichtshofes vor gut einem Jahr sind eingetragene Lebenspartnern seit dem 1. Januar im Adoptionsrecht vollständig mit Hetero-Paaren gleichgesetellt (queer.de berichtete).

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 4 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 752             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: schweiz, adoption, stiefkindadoption, regenbogenfamilien
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Schweiz: Nationalrat erlaubt Homo-Paaren die Stiefkindadoption"


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
30.05.2016
21:49:31


(-1, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Und immer wieder diese konservativen, vor allem die religiösen, herschaftzeiten, Leute, denkt doch auch ein bißchen weiter, wenn wem ihr Eure kreuzchen bei den Wahlen schenkt!!!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
30.05.2016
22:36:20


(+3, 5 Votes)

Von Robin


Das ist zwar ein kleiner Fortschritt, aber nach wie vor ein nur eingeschränktes Adoptionsrecht. Das ist nicht nur diskriminierend gegenüber Schwulen und Lesben, sondern schadet vor allem auch Kindern.

Das Ziel muss auch in der Schweiz weiterhin die Volladoption sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
30.05.2016
23:30:27


(+2, 2 Votes)

Von Gutmensch
Aus St. Gallen (Schweiz)
Mitglied seit 25.05.2016


Vielleicht wird gegen dieses Gesetzt das Referendum ergriffen, es braucht nur 50000 Unterschriften. Dann kommt es zu einer Volksabstimmung.

Wahrscheinlicher ist aber, dass es schon bald zu einer Abstimmung über die Ehe mit allen Rechten kommt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
01.06.2016
12:44:11


(+4, 4 Votes)

Von AFD-Watch
Antwort zu Kommentar #3 von Gutmensch


Mit welcher Begründung will man überhaupt gegen die Stiefkindadoption argumentieren und sie verbieten?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
"Looking: The Movie" im Oktober im deutschen TV Coming-out einer werdenden Mutter Zwei schwule Männer in Berlin-Mitte niedergeschlagen Bettina Böttinger traut sich nach Greifswald
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt