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  • 31.05.2016, 13:57h           3      Teilen:   |

Pop-Diplomatie

Moskau: Elton John traf HIV- und LGBT-Aktivisten

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Elton John am Montag mit den Aktivisten. 2013 hatte bereits US-Präsident Barack Obama eine Reise nach St. Petersburg genutzt, um sich mit Vertretern der Zivilgesellschaft zu treffen (Bericht) (Bild: Parni Plus)

Der Popsänger nutzte seinen Tourstopp in Russland, um die Medienaufmerksamkeit auch auf verdrängte Themen zu richten.

Der britische Popstar Elton John hat sich am Montag vor einem Konzert in Moskau mit Vertretern von HIV-Organisationen getroffen. Bei dem gezielt von einigen Journalisten begleiteten Treffen ließ er sich unter anderem über die Probleme von Betroffenen und der Präventionsarbeit berichten.

Themen waren unter anderem eine mangelnde und oft aussetzende Versorgung mit der Kombinationstherapie, ein Adoptionsverbot für HIV-Positive, das Gesetz gegen "internationale Agenten" oder die Ignoranz von Politikern gegenüber einem Angebot zur Versorgung Drogenabhängiger mit sauberen Spritzen – über die gemeinsame Nutzung durch Drogenabhängige sollen in Russland 60 Prozent der Neuinfektionen geschehen. Insgesamt ist die Lage schlecht: In 20 Regionen Russlands sind über ein Prozent der Beölkerung HIV-positiv.



Eugene Pisemsky (im Bild rechts) vom Szene-Präventionsprojekt "Parni Plus" berichtete zudem von den Auswirkungen des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" auf die Prävention und auf die Community. Diese habe mit massiver Diskriminierung und Stigmatisierung zu kämpfen und sei kaum über HIV aufgeklärt, während in Moskau jeder fünfte Schwule mit dem Virus infiziert sei, oft ohne es zu wissen.

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Kein Putin-Treffen, kein CSD

Elton John am Montag Abend bei dem Konzert in Moskau. - Quelle: Elton John AIDS Foundation
Elton John am Montag Abend bei dem Konzert in Moskau. (Bild: Elton John AIDS Foundation)

Der Tourstopp von Elton John in Russland mit Konzerten in St. Petersburg und Moskau hatte vorab für Wirbel gesorgt, weil ein Treffen des Popstars mit Präsident Wladimir Putin zu LGBT-Themen im Gespräch war. Erst letzte Woche wurde ein entsprechendes Gespräch in Moskau mit Verweis auf den Terminkalender des Präsidenten vom Kreml abgesagt (queer.de berichtete).

Ein für letztes Wochenende geplanter CSD in Moskau mit vorab zu erwartenden negativen weltweiten Schlagzeilen könnte auch ein Grund für die Absage gewesen sein – die Demonstration war im elften Jahr in Folge verboten worden (queer.de berichtete). In den letzten Jahren hatten die Aktivisten das Verbot immer ignoriert und waren für einige Stunden festgenommen und von Gegendemonstranten teilweise verprügelt worden. Nachdem eine Teilnahme am verbotenen CSD im letzten Jahr allerdings zu Haftstrafen für drei LGBT-Aktivisten geführt hatte (queer.de berichtete), hielten sich Organisator Nikolai Aleksejew und seine Mitstreiter in diesem Jahr an das Verbot.

Bei dem Konzert am Montagabend in Moskau sagte John unter großem Applaus, er hoffe weiter, mit Putin über die wichtigen Probleme von LGBT und Menschen mit HIV sprechen zu können. Er lobte die Aids-Aktivistin Swetlana Medwedewa und betonte, im Kampf gegen HIV sei ein "mitfühlender Dialog" gefragt. Er hoffe, bald wieder in Russland zu sein, auch um an einer Aids-freien Zukunft des Landes mitzuarbeiten.

Das Gespräch mit Putin hatte John im letzten Sommer in einem Interview mit der BBC gefordert. Er war daraufhin zunächst einem Scherzanruf russischer TV-Komiker zum Opfer gefallen (queer.de berichtete), erhielt dann aber doch noch einen Anruf von Putin mit einem Angebot zu einem Treffen (queer.de berichtete). Das BBC-Interview hatte John von Kiew aus gegeben, wo er sich gegenüber Wirtschaftsvertretern und Präsident Petro Poroschenko für LGBT-Rechte einsetzte (queer.de berichtete). (nb)

Links zum Thema:
» Elton John AIDS Foundation
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Tags: russland, elton john, hiv, homo-propaganda, wladimir putin
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 Russland
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Reaktionen zu "Moskau: Elton John traf HIV- und LGBT-Aktivisten"


 3 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
31.05.2016
19:54:04


(+6, 6 Votes)

Von ursus


wie schön, dass herr john das thema hiv nicht hinten runterfallen lässt. ich bin positiv überrascht.


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#2
31.05.2016
20:14:18


(+5, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Alle Menschen und ich meine ALLE, die gegen jedwelche Menschenrechte argumentieren und polemisieren, die sollten sich abgrundtief schämen!!!!
Mir fehlen die Worte, wenn ich lesen muß, das Menschen geprügelt werden, gemobbt werden, oder sogar mit dem Tod bedroht werden, nur weil sie für eine bessere Welt eintreten.


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#3
31.05.2016
22:04:38


(+2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von ursus


""wie schön, dass herr john das thema hiv nicht hinten runterfallen lässt. ich bin positiv überrascht.""..

Das hat er noch nie gemacht..

Er hat vor langer Zeit eine eigene Stiftung ins Leben gerufen, spendet und sammelt Millionen für die Forschung und Betreuung :

Link:
ejaf.org/


Mit dem Curser über die Karte gehen und dann die Seiten anklicken..


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