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"Kein Gender an Schulen" – Plakat bei einem Protest gegen die Einführung einer Lebenspartnerschaft für schwule und lesbische Paare in Rom im letzten Sommer

Der von der rechtspopulistischen Lega Nord dominierte Regionalrat stimmte dafür, dass Eltern demnächst Vorkommnisse der "Gender-Ideologie" an Schulen melden können.

Der Regionalrat der italienischen Provinz Lombardei hat am Dienstag eine Resolution beschlossen, mit der eine neue Anlaufstelle für Familien eingerichtet werden soll. Per Hotline oder eMail-Kontakt sollen sich daran Eltern wenden können, die befürchten, dass ihr Kind in der Schule oder bei kulturellen Veranstaltungen durch eine "Gender-Ideologie indoktriniert" werde.

Man habe einen "wichtigen und konkreten Schritt umgesetzt, um die Familie zu unterstützen, gerade die mit kleinen Kindern", sagte Kulturministerin Cristina Cappellini von der rechtspopulistischen Lega Nord. Die "natürliche Familie" werde angegriffen durch die "ideologische Indoktinierung mit der Gender-Ideologie, die bereits an Kindern getestet wurde". Als Beispiel nannte die Politikerin den "ideologischen Zorn", der zur Einführung von Lebenspartnerschaften in Italien geführt habe, "in einer autoritären Art und Weise durch die Zentralregierung". Letztlich gehe es der Lombardei um die "Verteidigung der Familie als fundamentalen Kern unserer Gemeinden und unserer Gesellschaft".

Die neue Hotline, deren Betrieb durch "Experten" nun zunächst ausgeschrieben wird, soll Eltern unterstützen, ihr Erziehungsrecht durchzusetzen. Cappellini wählte als Beispiel, dass eine Schule ohne das Wissen der Eltern ein Buch einsetze, "das einen an die Idee gewöhnt, zwei Väter oder zwei Mütter zu haben". Gegen diese "Gehirnwäsche", die sich als Anti-Diskriminierung verkaufe, könnten Eltern sich nun Rat holen.

Homophobie als Regierungshandeln


Protest der Regionalregierung gegen die Einführung der Unioni Civili

Bei den Regionalwahlen 2013 hatte die Lega Nord in der Lombardei 49 von 80 Sitze erobert. Unter dem von der Partei gestellten Präsidenten Roberto Maroni zeigte die Regionalregierung immer wieder Flagge gegen LGBT-Rechte. Als Ende Januar etwa Hunderttausende für die Einführung von Lebenspartnerschaften auf die Straße gingen, ließ sie Lichter in ihrem Sitz im Pirelli-Hochhaus von Mailand so brennen, dass der Schriftzug "Family Day" erschien (queer.de berichtete) – unter dem Begriff folgte eine Woche später der Gegenprotest in Rom (queer.de berichtete).

Maroni nahm selbst als Redner auf einem Homo-Gegner und -"Heiler"-Kongress Anfang 2015 in der Stadt teil, für die die Regionalregierung den Veranstaltungsort ebenso zur Verfügung stellte wie für Plakate ihr Logo und das der "Expo".

Vorbild für die AfD?


Lega-Nord-Chef Matteo Salvini mit Donald Trump bei einem Treffen im April – in italienischen Medien ist heute ein großes Thema, dass sich der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat von ihm distanziert und behauptet, ihn nie getroffen zu haben

Im ganzen Land profiliert sich die Lega Nord, die zunehmend rechtsextrem und fremdenfeindlich agiert, als homofeindliche Partei – die Einführung von Lebenspartnerschaften wollte sie durch hunderte Zusatzanträge im Senat um Monate verzögern und letztlich ganz verhindern. Ihr Parteichef Matteo Salvini sitzt als Abgeordneter im Europaparlament, wo die Lega Nord eine gemeinsame Fraktion unter anderem mit dem französischen Front National und der österreichischen FPÖ bildet. Vor wenigen Wochen war auch der AfD-Abgeordnete Marcus Pretzell in die Fraktion gewechselt.

Auch die deutsche Partei kämpft gegen eine vermeintliche "Gender-Ideologie" an. Mit dem plakativen Schlagwort hatten zunächst vor allem fundamentalistische Christen alles betitelt und bekämpft, was ihnen zuwiderläuft: Von der Emanzipation von Frauen über die Rechte Homo- und Transsexueller bis hin zu Sexualkundeunterricht.

Die LGBT-Organisation Arcigay beklagte in einer Pressemitteilung die neueste Lega-Nord-Initiative: Mit der Schaffung eines vermeintlichen ideologischen Gespenstes würden Kinder und Erwachsene überhaupt erst verängstigt. Letztlich schaffe man erst Probleme, die man angeblich lösen und in Wirklichkeit nur für Propaganda und PR einsetzen wolle. Die Regierung solle besser gegen Mobbing und Diskriminierung vorgehen. (nb)



#1 hugo1970Profil
#2 Idioten-WatchAnonym
  • 01.06.2016, 20:04h
  • Und? Haben die Idioten auch schon dran gedacht, eine Hotline einzurichten, damit gemeldet werden kann, wenn ein gewisser türkischer Despot angeblich beleidigt wird?
    Sollen die doch ruhig die Hotline einrichten. Viel Spaß mit den vielen Scherzanrufen, wenn die sich schon selbst so zum Gespött anbieten. Das lädt ja geradezu zu Telefonstreichen ein...
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#3 hugo1970Profil
  • 01.06.2016, 20:16hPyrbaum
  • Es ist leider so, das sich die Völker, die schlimmsten Schlächter selbst wählen.
    Wenn es andere Menschen nicht auch betreffe, würde ich sagen, die verdienen es nicht besser.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 01.06.2016, 20:40h
  • Ein großes Kompliment an Judith Butler u.a.!

    Eine solche Hysterie hat zuletzt nur der Antikommunismus erzeugt, etwa im Italien und Westdeutschland der Nachkriegszeit.

    Einen besseren Beleg für die Wirksamkeit einer Theorie als die altbekannten bellenden betroffenen Hunde kann es gar nicht geben.

    www.youtube.com/watch?v=VPg3LdI4sQk

    Und die Hunde, die um ihre Schwänze bangen, bellen in allen Sprachen.
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#5 NickAnonym
  • 01.06.2016, 21:35h

  • Wieso um alles in der Welt werden Neonazis noch immer als "Rechtspopulisten" verharmlost? Das ist irgenwie in letzter Zeit so etwas was mich echt nervt, als ob es etwas besser machen würde wenn man diese Terroristen verharmlost!
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#6 EhkaAnonym
  • 02.06.2016, 00:07h

  • Wir müssen halt um unsere Rechte kämpfen!

    Weil die Homophoben lassen auch alles stehen und liegen, um gegen Homosexuellenrechte zu protestieren!

    Am Samstag 4. Juni, 16-21 h ist am Breitscheitplatz Berlin eine Kündgebung gegen das Eheverbot in Deutschland!!!

    Nicht immer nur "posten" sondern auch hingehen!
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#7 goddamn liberalAnonym
#8 NickAnonym
  • 02.06.2016, 11:51h
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal

  • Eben.

    Naja, mancher Ptovinzpoßitiker der selbst ernannten "Volksparteien" hat wohl auch Angst vorm Imageschaden, jedoch ist es dann quatsch die drei affen zu spielen.

    Diese Art der Verharmlosung gab es ja schon eonmal - mit 50 Millionen Opfern am Ende.
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#9 HerrschaftAnonym
  • 02.06.2016, 11:56h
  • "Obgleich der gesellschaftliche Herstellungscharakter von Geschlecht offensichtlich ist, sind die ideologischen Strukturen sowohl in der Familie als auch insgesamt in der Gesellschaft mittlerweile so fest, dass der Herstellungsprozess aus dem Blick gerät. Gender-Ideologie ist so wirksam, dass kaum noch die Frage nach den gesellschaftlichen Herstellungsbedingungen und der Bedeutung von Geschlecht in der modernen bürgerlichen Gesellschaft gestellt werden kann - wissenschaftliche Erkenntnis scheitert hier an ideologischen Staatsapparaten. Ein häufig in diesem Zusammenhang gebrauchtes Stichwort ist "Natürlichkeit". Ob auf einen "Gott" oder auf eine "Natur" zurückgeführt, ist es gesellschaftlich herrschende Ideologie, dass der Säugling, das neu geborene Kind, doch ganz klar und ersichtlich ein Geschlecht einfach habe. Weder die Erwartungshaltung noch die Abstraktionen, die mit Chromosomen-Perspektiven verbunden sind, noch die den Ultraschallbildern und ihrer Interpretation zu Grunde liegenden mathematischen Algorithmen und Erzählungen medizinischer Fachleute etcetera werden ernsthaft gesellschaftlich diskutiert."

    www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/geschlecht-machen-ge
    nder-ideologie-in-deutschland/13497620.html
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#10 userer
  • 02.06.2016, 13:16h
  • Die katholische Kirche setzt ihren politischen Arm immer unverfrorener und offener ein, um weltliche Gesetze zu brechen.

    Hallo römisch-katholische Foristen, es ist schon längst höchste Zeit, eure Finanzhilfe für eure dreisten Menschenrechtsverletzer zu stoppen!
    www.kirchenaustritt.de
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