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  • 02.06.2016, 12:00h           44      Teilen:   |

Rückenstärkung zum CSD

Trudeau und Obama eröffnen Pride-Saison

Artikelbild
Feierlicher geht es kaum: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau legte selbst Hand an, um die Regenbogenflagge zu hissen

Der kanadische Premier hisste erstmals eine Regenbogenflagge auf dem Parlamentshügel. Auch der amerikanische Präsident würdigte die LGBT-Bewegung.

Der Himmel strahlte ebenso wie der Regierungschef: Am Mittwoch hat der kanadische Premierminister Justin Trudeau als erster Regierungschef die Regenbogenflagge auf dem Parlamentshügel in Ottawa gehisst.

"Das ist ein großer Tag für Kanada", sagte der 44-Jährige, "und das ist ein Teil einer langen Serie von Meilensteinen, die dieses Land über die Jahre erreicht hat. Es war nicht einfach, es lief nicht automatisch. Viele Menschen haben eine lange Zeit dafür gekämpft, diesen Tag zu ermöglichen. Und es ist absolut wundervoll, das in so einer signifikanten Art zu feiern, indem wir zum allerersten Mal die Regenbogenfahne auf dem Parliament Hill hissen."

Kanada sei vereint in der Verteidigung von Rechten und zeige nun Flagge für LGBT-Rechte. Es gebe aber noch viel zu tun. Trudeau verwies auf neue Gesetzesiniativen für Transpersonen (queer.de berichtete). Und er kündigte an, als erster Premier an Pride-Paraden im ganzen Land teilzunehmen – bisher war nur bekannt, dass er das für Juli in Toronto geplant hatte (queer.de berichtete).

Eine kurze Rede hielt auch Randy Boissonnault, einer von sechs offen schwulen oder lesbischen Abgeordneten des Parlaments. An der Flaggenhissung beteiligten sich führende Politiker aller Parteien.

Youtube | Justin Trudeau veröffentlichte ein Video der Flaggenhissung in sozialen Netzwerken
Fortsetzung nach Anzeige


Obama lobt den Kampf von LGBT-Generationen

Das U.S. Department of State verbreitete zur Pride-Proklamation ein Foto, auf dem Barack Obama während eines Regenbogens aus der Air Force One steigt
Das U.S. Department of State verbreitete zur Pride-Proklamation ein Foto, auf dem Barack Obama während eines Regenbogens aus der Air Force One steigt

Am Dienstag hatte bereits US-Präsident Barack Obama wie in allen seiner Amtsjahre – und nun zum letzten Mal im Dienst – den Juni zum "Lesbian, Gay, Bisexual, and Transgender Pride Month" erklärt.

In der Proklamation feiert der Präsident den "unermüdlichem Einsatz" von LGBT-Aktivisten und ihrer Verbündeten im "Kampf für Würde und Gleichberechtigung" und für eine "inklusive Gesellschaft": "Sie haben den Fortschritt angespornt, indem sie an die Herzen und den Verstand appelliert haben und eine gleiche Behandlung gefordert haben – in unseren Gesetzen, von unseren Gerichten und in unserer Politik."

Das Urteil des Supreme Court zur Öffnung der Ehe aus dem letzten Jahr sei ein historischer Sieg für die Bewegung gewesen und bestätige grundlegende Menschenrechte und schaffe neue Hoffnung. "LGBT-Personen verdienen das Wissen, dass ihr Land hinter ihnen steht", so Obama. Daher habe man viele Initiativen angestoßen, etwa zum Verbot von Homo-"Heilung" an Minderjährigen, und hoffe auf Unterstützung des Kongresses bei der weiteren Beseitigung von Diskriminierung. Das Land habe viele Fortschritte gemacht – vor allem aufgrund des Mutes und des Einsatzes von Millionen, die in diesem Monat mit Regenbogenflaggen bewaffnet "mutig nach vorne marschieren".

Kein Stolz in Deutschland

In Deutschland sind der Kampf gegen Homophobie und die Regenbogenflagge noch Neuland
In Deutschland sind der Kampf gegen Homophobie und die Regenbogenflagge noch Neuland

Aus Deutschland sind ähnliche klare Statements zur LGBT-Bewegung in den Pride-Monaten bislang unbekannt. Zwar beteiligen sich viele Politiker an CSDs im ganzen Land, als allerdings einige SPD-geführte Bundesministerien 2014 erstmals Regenbogenflaggen zum Berliner CSD aushingen, wurden sie vom Bundeskanzleramt zurückgepfiffen und die Flaggen vorzeitig abgenommen (queer.de berichtete).

Auch zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie vor wenigen Wochen zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend: Zwar veröffentlichte sie in ihrem Facebook-Kanal eine Grafik gegen Homophobie, bekam dabei aber nicht mal die Regenbogenflagge korrekt hin. Auf eine User-Diskussion verbreitete sie dann zudem Äußerungen von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, wonach die Ehe "das Zusammenleben von Mann und Frau" sei (queer.de berichtete). (nb)

Links zum Thema:
» Obamas Proklamation auf Deutsch
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Tags: kanada, justin trudeau, usa, barack obama, pride month, regenbogenflagge
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Reaktionen zu "Trudeau und Obama eröffnen Pride-Saison"


 44 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
02.06.2016
12:13:56


(+7, 13 Votes)

Von goddamn liberal


Amerika, Du hast es besser...

Das Land des rosa Winkels war und ist nicht zufällig das Land des rosa Winkels.

Wie wärs mal mit einem Steuerstreik?


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#2
02.06.2016
12:15:44


(-9, 15 Votes)

Von Johannes45


In Kanada wurde die Eheöffnung durch die Liberale Partei Kanadas geöffnet.

Die Liberalen als politische Kraft weltweit und auch bei uns in Deutschland mit der FDP sind daher eine gute Wahl für homosexuelle Wähler.

*
Link zu www.liberale.de

Trudeau als Parteivorsitzender ist ein sehr LGBT-freundlicher Premierminister so wie es Guido Westerwelle als Parteivorsitzender bei der FDP als offen homosexueller Politiker war.

Auch im Vereinigten Königreich ist es den Liberal Democrats gelungen, die Conservative Party von der Eheöffnung zu überzeugen.

---------------

Erfreulich ist in Kanada nunmehr zu lesen, dass die Konservative Partei Kanadas als Lehre aus der verlorenen letzten Unterhauswahl nunmehr auf ihrem letzten Parteitag Ihre Gegnerschaft gegen die Eheöffnung aus dem Parteiprogramm gestrichen hat und nicht mehr weiterverfolgen will.

Das sieht hingegen in den USA bei den konservativen Republikanern anders aus. Dort ist die Gegnerschaft zur Eheöffnung innerhalb der Republikaner noch wesentlicher Bestandteil Ihrer akutellen Politik.


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#3
02.06.2016
12:21:02


(+10, 12 Votes)

Von Sebi


Da kann man aus dem rückständigen, ewiggestrigen Deutschland nur neidvoll über den Teich (oder auch in manche unserer Nachbarländer) schauen...

Während dort die Regierungschefs zeigen, dass auch GLBTI Teil des Volkes sind, wird hierzulande munter weiter gehetzt und diskriminiert.


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#4
02.06.2016
12:26:28


(+7, 9 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #2 von Johannes45


Jo. Wir haben ja auch schon seit 2009 die Ehe für Alle, weil sich die FDP so toll dafür eingesetzt hat, gell?


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#5
02.06.2016
12:30:03


(+8, 10 Votes)

Von Heiner


"In Deutschland sind der Kampf gegen Homophobie und die Regenbogenflagge noch Neuland"

Fairerweise muss man dazu sagen, dass für unsere schwarz-rote Bundesregierung und für #Neuland-Angie alles Neuland ist, was über die 1950er hinausgeht.

Bei moderner Technik kann man diese Rückständigkeit noch belächeln (obwohl das massiv Arbeitsplätze kostet), aber spätestens bei Menschenrechten nicht mehr...


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#6
02.06.2016
12:32:32


(+11, 13 Votes)

Von Carsten AC


>>>>>>
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau legte selbst Hand an, um die Regenbogenflagge zu hissen
<<<<<<

In Deutschland diskutiert man noch, ob Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden oder in der Nähe von Schulen oder Kirchen hängen dürfen.

In Kanada hisst der Premierminister höchstpersönlich eine Regenbogenflagge.

Ein starkes Zeichen, dass in Deutschland unvorstellbar wäre.

Wir brauchen endlich einen Politikwechsel.


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#7
02.06.2016
12:50:33


(-7, 11 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #4 von UrsaMajor


@UrsaMajor
"Jo. Wir haben ja auch schon seit 2009 die Ehe für Alle, weil sich die FDP so toll dafür eingesetzt hat, gell?"

Das Thema Eheöffnung stand dorch erst ab dem Bundestagswahlkampf 2013 im Mittelpunkt der Wahlen und auch erst 2013 habe ich an den Wahlständen der Schwusos auf dem CSD beispielsweise das Versprechen bekommen, dass die SPD bei Regierungsbeteiligung die Ehe öffnen wird, dass wurde halt 2009 im Bundestagswahlkampf noch nicht bei der SPD oder bei der FDP versprochen.

Von 2009 bis 2013 stand immer noch der Ausbau des Lebenspartnerschaftsinstitut im Mittelpunkt der deutschen Bundespolitik; wie dies sich auch an den Urteilen des BVerfG in jenen Jahren zur Einkommenssteuer, zur Grunderwerbssteuer, zur Erbschaftssteuer und zur Beamtenversorgung der Bundesbeamten, Soldaten und Entwicklungshelfer zeigte. Diese Urteile des BVerfG hat dann die Schwarz/Gelbe Koalition vorbildlich umgesetzt und zudem die Magnus-Hirschfeldt-Stiftung geschaffen.

DU vergißt wie immer in deiner Agitation gegen die LIBERALEN Parteien, die historischen Abläufen bei den Bundestagswahlen und was dort jeweils in den Wahlkämpfen versprochen wurde.

Weder SPD noch FDP hatten bereits im Bundestagswahlkampf 2009 die Eheöffnung im Parteiprogrammm; im Wahlkampf 2013 war dies dann aber bei beiden Parteien und auch bei der Linkspartei der Fall, die zuvor auch am Ausbau der Lebenspartnerschaft arbeitete. NUR die Grünen waren schneller, sie forderten bereits 2009 und davor die Eheöffnung.

WIE immer vergisst Du die zeitlichen Zusammenhänge und wer hier Wahlversprechen BRICHT !!!

Die FDP hatte so wie die Linkspartei oder die SPD im Wahlkampf 2009 noch nicht die Eheöffnung im Wahlkampf drin; nur die Grünen hatten dies.

Im Wahlkampf 2013 dann aber hatten SPD, Linkspartei und FDP die Eheöffnung drin und GENAU dies ist der VORWURF an die SPD, dass sie in DIESER Legislaturperiode ihr Wahlversprechen gebrochen hat; das hat die FDP 2009-2013 nicht gemacht, weil es im Wahlkampf 2009 weder bei der FDP noch bei der Linkspartei noch bei der SPD dieses Wahlversprechen gab.


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#8
02.06.2016
12:53:49


(+6, 10 Votes)

Von ghftefd


Merkel und Gabriel kommen aus einer alten Generation.

Trudeau aus der neuen Generation.

Es ist trotzdem keine Entschuldigung dafür, dass in Deutschland LGBT-Menschen immer noch derart diskriminiert werden. Es ist mehr als peinlich, wie weit Deutschland in Sachen LGBT-Rechte und -Anerkennung international zurückgefallen ist. Das haben wir in erster Linie der LGBT-feindlichen Haltung der Union sowie der Tatsache zu verdanken, dass sich die SPD in LGBT-Angelegenheiten dem Diskriminierungskurs der Union völlig unterworfen hat. Die SPD ist eine feige Partei, die im Zweifel lieber für den eigenen Machterhalt als für die Einhaltung des Gleichheitsgrundsatzes kämpft.


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#9
02.06.2016
13:11:54


(-9, 11 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #8 von ghftefd


@ghftedfd
" Das haben wir in erster Linie der LGBT-feindlichen Haltung der Union sowie der Tatsache zu verdanken, dass sich die SPD in LGBT-Angelegenheiten dem Diskriminierungskurs der Union völlig unterworfen hat. Die SPD ist eine feige Partei, die im Zweifel lieber für den eigenen Machterhalt als für die Einhaltung des Gleichheitsgrundsatzes kämpft."

--> Das hast Du richtig beschrieben.

Nur der FDP und den Grünen traue ich es zu, die CDU hier umzustimmen und die Eheöffnung bei einer Koalition dann durchzusetzen oder zumindest eine FREIE Abstimmung im Bundestag durchzusetzen. UND wie bereits geschrieben: zwischen 2009 und 2013 ging es noch um den Ausbau des Lebenspartnerschaftsrechtes, wie dies durch die damals dann veröffentlichten Urteile des BVerfG zur Lebenspartnerschaft sich zeigte.

Die SPD hingegen hat in dieser (!!!) Legislaturperiode TOTAL VERSAGT !!!!

Wer SPD wählt, riskiert die Fortsetzung des STILLSTANDES bei der Eheöffnung.

NUR wer Grüne oder FDP wählt, hat HIER eine Chance auf Veränderung und auf Eheöffnung.

Wer die Linkspartei wählt, hingegen wählt zwar eine Partei mit dem Anspruch auf Eheöffnung, aber gleichzeitig verschenkt er/sie die Stimme, weil die Linkspartei weiterhin auf Fundamentalopposition setzt, wie die Parteitagsrede am Wochenede von Katja Kipping wiedereinmal gezeigt hat. Eine Stimme an die Linkspartei ist verschenkt.

Daher FDP oder Grüne wählen: diese beiden Parteien wollen die Eheöffnung und diesen beiden Parteien traue ich es zu, die CDU umzustimmen.


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#10
02.06.2016
13:14:15


(+5, 9 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #7 von Johannes45


Schon klar. Weshalb hätte Deine tolle FDP sich 2009 auch irgendwie dieses Themas annehmen sollen, wo es doch erst seit 2001 auf der europäischen Agenda stand? Kann man doch nach 8 Jahren wirklich nicht erwarten.

"Das erste Land der Welt, welches die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubte, waren die Niederlande im Jahr 2001."

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe#Hi
storische_Entwicklung_und_Initiativen_zur_Einf.C3.
BChrung


Damals reichte es bei uns gerade mal für die Einführung der ELP. Deine FDP hat damals dagegen gestimmt.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Lebenspartnerschaftsgesetz#V
erabschiedung_des_Lebenspartnerschaftsgesetzes


So weit zu den historischen Abläufen.
Aber ich agitiere ja immer nur.


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