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  • 03.06.2016, 10:31h           12      Teilen:   |

Neue Ministerin setzt Zeichen

Nordirland: Schwule Männer sollen wieder Blut spenden dürfen

Artikelbild

Gesundheitsministerin Michelle O'Neill kündigte Richtlinienänderungen zum 1. September an. Spender müssen ein Jahr lang enthaltsam gelebt haben.

Ein 1981 eingeführtes Blutspendeverbot für schwule Männer in Nordirland wird zum 1. September abgeschafft. Wie Gesundheitsministerin Michelle O'Neill (Sinn Féin) am Donnerstag mitteilte, dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, demnächst Blut spenden, wenn sie mindestens ein Jahr lang enthaltsam gelebt haben.

Nordirland orientiert sich damit an den Regelungen, die im Rest Großbritanniens schon seit 2011 in Kraft sind. Ob jemand Kondome nutzt oder wie häufig er mit wem Sex hat, spielt bei der Richtlinie keine Rolle. Ein Richter des Obersten Gerichtshof des Vereinigten Königreichs hatte bereits 2013 auf die Klage eines Betroffenen hin gegen das Verbot in Nordirland geurteilt; er unterstellte dem damalige Gesundheitsminister Edwin Poots (DUP) eine "Befangenheit, die über religiöse Überzeugungen hinaus in den Bereich der Vorurteile geht". Auch müsse er das regionale Parlament über die Frage entscheiden lassen.

Ein Berufungsgericht in Belfast urteilte allerdings in diesem Jahr, dass es keine Grundlage für die Aussagen über Poots gegeben habe und die Entscheidung über das Verbot allein beim Gesundheitsministerium liege. Mit zwei Stimmen zu einer entschied das Gericht, dass das Verbot nicht gegen die Gesetze des Landes oder der EU verstoßen.

Weitere Klagen vor diversen Gerichten sind allerdings anhängig. LGBT- und HIV-Organisationen lobten O'Neill dafür, dass sie bereits acht Tage nach Amtsübernahme ein Zeichen für die Community gesetzt habe. Die Einjahresfrist sei letztlich aber auch diskriminierend und stigmatisierend.

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Weiter Verbot in Deutschland

Die Fristenlösung hatte sich zuletzt in vielen Ländern, darunter den USA, Frankreich und den Niederlanden, als Kompromiss durchgesetzt. Andere Länder schafften die Ungleichbehandlung zwischen schwulen und heterosexuellen Männern ganz ab und achten auf Eigenaussagen zum Risikoverhalten, während in weiteren Ländern, darunter Deutschland, weiterhin ein komplettes Blutspendeverbot gilt.

Bislang behandeln mit Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien nur sechs der 28 EU-Staaten homo-, bi- und heterosexuelle Männer gleich. Der Europäische Gerichtshof hatte im letzten Jahr entschieden, dass ein genereller Ausschluss von Männern, die Sex mit Männern haben, rechtens sein kann, wenn es in der Gruppe eine höhere Infektionsrate gebe und die Tests auf HIV nicht zuverlässig seien – was derzeit noch für einen Zeitraum kurz nach der Infektion gelte (queer.de berichtete).

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Tags: blutspende, nordirland, großbritannien
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Reaktionen zu "Nordirland: Schwule Männer sollen wieder Blut spenden dürfen"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
03.06.2016
10:41:34


(+4, 6 Votes)

Von ggfrtt


1 Jahr ohne Sex... kein Problem *hust*


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#2
03.06.2016
11:00:01


(+4, 4 Votes)

Von panzernashorn
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Wie soll denn dieser Schwachsinn "bewiesen" werden?

Müssen spendewillige schwule Männer dann vorher 1 Jahr lang in Arrest unter Aufsicht, während die Heten quer Beet durch die Gegend huren dürfen?

Welch ein hanebüchener Unsinn!

Eine absolute Sicherheit gibt es im Leben nun mal nicht; es stellt sich nur die Möglichkeit, die Blutproben zu untersuchen - und zwar von allen.


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#3
03.06.2016
11:19:54


(-2, 6 Votes)

Von seb1983
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Antwort zu Kommentar #1 von ggfrtt


Das wird bei einigen Heteros durchaus vorkommen die zu geizig sind ein paar Euros springen zu lassen, aber bei Schwulen wirds schwer


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#4
03.06.2016
12:58:36


(+3, 3 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #2 von panzernashorn


>"Müssen spendewillige schwule Männer dann vorher 1 Jahr lang in Arrest unter Aufsicht,"

auch die anderen ausschlusskriterien (i.v. drogengebrauch, sexkontakte in ländern mit hoher prävalenzrate usw.) können nicht überprüft werden. man verlässt sich hier auf freiwillige angaben der spender_innen, und das ist eigentlich auch sinnvoll, um risiken zumindest zu vermindern.

>"während die Heten quer Beet durch die Gegend huren dürfen?"

und auch auf die gefahr hin, das hier zum hundertsten mal zu schreiben: "quer beet durch die gegend huren" ist nicht wirklich so entscheidend für das infektionsrisiko. ein erheblicher teil der neuinfektionen spielt sich innerhalb vermeintlich monogamer beziehungen ab. die frage ist vor allem, ob man sich dabei schützt oder nicht.

bitte lasst uns nicht auch noch hier im forum den unsinn wiederholen, hiv-infektionen seien eine frage des "lebensstils". das sind sie nicht. die moralische abwertung von promiskuität, die auch in deinem beitrag anklingt, trägt zur prävention nichts bei (zur emanzipation übrigens auch nicht).

>"es stellt sich nur die Möglichkeit, die Blutproben zu untersuchen - und zwar von allen."

seufz. das geschieht natürlich. problem ist das sogenannte diagnostische fenster, innerhalb dessen zwar erreger im blut sind, aber noch nicht sicher genug nachgewiesen werden können. testen ist relativ teuer (je genauer, desto teurer) und eben nicht hunderprozentig sicher. nach meinem kenntnisstand ist die heutige testsicherheit aber so hoch und die diagnostischen fenster so klein, dass eine einjährige enthaltsamkeitsphase als willkürlich und übertrieben erscheint.


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#5
03.06.2016
13:55:32


(0, 4 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #4 von ursus


""auch die anderen ausschlusskriterien (i.v. drogengebrauch, sexkontakte in ländern mit hoher prävalenzrate usw.) können nicht überprüft werden. man verlässt sich hier auf freiwillige angaben der spender_innen, und das ist eigentlich auch sinnvoll, um risiken zumindest zu vermindern.""..

Da stellt sich dann zusätzlich die Frage, ob diese Ausschlußkriterien dann auch bei Heten umgesetzt werden würden ?

Wenn dann in einen Fragekatalog die Frage nach einem Urlaub im vergangenem Jahr in ein Land mit hoher Prävalenz gestellt wird, führte das dann auch zum Ausschluß des Spendewilligen ?

Oder wird dann dort den Heten unterstellt, verantwortlich zu handeln ?
Gar unterstellt, der Hetero-Ehemann wird schon im Urlaub keine Seitensprünge begangen haben, während man Schwulen Männern generell lasterhaftes Verhalten unterstellt, und sie dann ausschließt, weil sie einen Urlaub in einem Afrikanischem Land gemacht haben ?

Ich habe dort große Zweifel..


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#6
03.06.2016
16:07:39


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Schwachsinn bleibt ein Schwachsinn, haben heteros keinen sex, oder was?


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#7
03.06.2016
16:19:50


(+3, 3 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


>"Da stellt sich dann zusätzlich die Frage, ob diese Ausschlußkriterien dann auch bei Heten umgesetzt werden würden ?"

ja, werden sie. sonst könnte man alle anderen fragen streichen außer der nach schwulem sex.

>"Ich habe dort große Zweifel.."

die annahme, dass all diese fragen nur tarnen sollen, dass man in wirklichkeit ausschließlich schwule spender rausfiltert, erfordert ein maß an misstrauen, das ich nicht aufbringe.


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#8
03.06.2016
16:34:43


(+3, 3 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


>"Gar unterstellt, der Hetero-Ehemann wird schon im Urlaub keine Seitensprünge begangen haben, während man Schwulen Männern generell lasterhaftes Verhalten unterstellt, und sie dann ausschließt, weil sie einen Urlaub in einem Afrikanischem Land gemacht haben ?"

soweit ich weiß, wird nicht einfach nach auslandsaufenthalten gefragt, sondern konkret nach sexuellen kontakten in bestimmten ländern. weshalb man die angaben von heterosexuellen männern oder frauen, die einen solchen kontakt angeben, fahrlässig ignorieren sollte, dazu fällt mir keine sinnvolle begründung ein. blutspendedienste haben kein besonderes interesse an skandalen.

ausnahme ist das bse-risiko (gefragt wird/wurde nach einem längeren aufenthalt in großbritannien in einem bestimmten zeitfenster), aber da ergibt eine unterscheidung von homo und hetero noch weniger sinn, weil es eben nicht um sex geht.


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#9
04.06.2016
00:19:41


(0, 4 Votes)

Von giliatt 2


Die ganze Spenderkiste - Blut, Organe, Knochenmark - darf man nicht aus dem "Diskriminierungs-Sichtwinkel" betrachten.

Das Primat hat die medizinische Meinung.

Quatsch ist, dass Homos generell ausgeschlossen werden. Zahlenmässig gibt es mehr Heten, die unkontrolliert kondomlos herumvögeln, als Schwule. Die rammelsüchtigen Heten werden aber nicht eingestuft als Angehörige einer RISIKOGRUPPE. Man unterstellt Homos, Infektschleudern zu sein.

Alle Mumpitz: Wer will Spender sein?
Reden wir nicht von Spendern, die daraus Gewinn ziehen. Eine bezahlte Vollblutspende bringt 15 bis 40 Euro, mithin gut über 1000 Plücken pro Jahr. Eine nette Nebeneinnahme für einen heterosexuellen Junkie, der gegen Freier-Gebühr auch mal die Beine breit macht für einen schwulen Fick. Ebenso sieht das der schwule Bahnhofsstricher.Auch er kann sich aus diesem Erlös einen Schuss finanzieren.

Ein nicht unerheblicher Teil spendet aber gratis. Aus Überzeugung. Um zu helfen.

Die Separierung der Spendenwilligen darf also nicht lauten:
Schwuler oder Herte??
SONDERN:
Gesund? Oder bedenklich?

Nun zurück zum vorgenannten "Primat der Medizin":
Bei der Knochenmarkspende mit ihrer sehr geringen Trefferquote müssen hohe, allerhöchste Maßstäbe angesetzt werden, denn in der Behandlung des Patienten wird sein alle Infektionen abwehrendes Immunsystem auf Null heruntergefahren. Schon ein simpler Schnupfen könnte tötlich sein in diesem abwehrlosen Stadium. Ebenso schlimm, weil tötlich, wäre ein vordem beim Spender unerkanntes, nun vom Spender übertragenes Virus vom Range z.Bsp.
Hepatitis oder HIV.
Man muss es also den ÄRZTEN überlassen, zu bewerten, wie hoch das Risiko ist, und nicht dem Europäischen Gerichtshof. Und der Patient sollte in erster Linie involviert sein und sagen dürfen:
"Ja, das Risiko gehe ich ein. Nach langer Suche gibt es weltweit nur diesen einzigen Knochenmarhspender. Das ist meine Chance. Ich kämpfe."
Der Mensch kämpft um sein Leben.

Ich Schwuchtel habe auch um sein Leben gekämpftt. Das Hamburger Abendblatt rief vor etwa 25 Jahren auf zu einerAktion, einen Knochenmarkspender für einen kleinen Jungen zu finden, der an Leukämie erkrankt war. Treffpunkt sollte der JUNGFERNSTIEG sein. Hundert Leute hatten sich dort bei den DRK-Zelten nicht eingefunden, sondern circa zehntausend oder einhunderttausend. Wir wurden nicht nach unseren sexuellen Präferenzen befragt. Blut wurde uns abgenommen. Wir wurden ERST-Typisiert.

Der kleine Junge ist später gestorben an Leukämie. Aber ich war typisiert und stand fortan als Knochenmarkspender weltweit zur Verfügung, um einen seltenen einzigen Treffer der Übereinstimmung zu landen.

Nach deutschem Recht darf ich kein Knochenmark spenden.


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#10
04.06.2016
00:54:37


(+3, 3 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #9 von giliatt 2


>"Die rammelsüchtigen Heten werden aber nicht eingestuft als Angehörige einer RISIKOGRUPPE"

einfach mal informieren, dann empören.

in älteren fragebögen werden auch heterosexuelle beiderlei geschlechts nach "wechselnden Intimpartnern" gefragt. das würde man nicht fragen, wenn es für die risikobewertung keine rolle spielen würde. und im "einheitlichen blut- und plasma­spender­frage­bogen" des paul-ehrlich-instituts von 2015 heißt es:

"Hatten Sie in den letzten 4 Monaten Sexualverkehr
- mit einer neuen Partnerin / einem neuen Partner?
- mit einer Person, die eine schwere Infektionskrankheit (z.B. AIDS oder Hepatitis) hat oder haben könnte?
- für den Sie Geld oder andere Leistungen
(Unterkunft, Drogen) bezahlt haben?
- Nur für Frauen: mit einem bisexuellen Mann?
- Haben Sie schon einmal Geld oder andere Leistungen für Sexualverkehr erhalten?
- Nur für Männer: Hatten Sie schon einmal Sexualverkehr mit einem anderen Mann?"

Link zu www.pei.de

auch hier frage ich mich wieder, was die abwertende bezeichnung "rammelsüchtig" in dieser diskussion verloren hat.


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