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Verfolgung im "sicheren" Land

Marokko: Sechs Monate Haft für schwules Paar


Aus Marokko werden immer wieder Verhaftungen und Bestrafungen von Homosexuellen bekannt (Bild: memnativ / flickr / by-sa 2.0)

Die Männer waren von der Polizei beim Sex erwischt worden.

Ein Gericht in Marokko hat am Mittwoch in erster Instanz zwei junge Männer wegen homosexueller Handlungen zu je sechs Monaten Haft verurteilt. Die Männer waren am 27. Mai beim Sex in einem Auto in einem abgelegenen Gebiet der Stadt Guelmim erwischt worden.

Paragraf 489 des Strafgesetzbuches untersagt "unanständige oder unnatürliche Akte zwischen Personen des gleichen Geschlechts" und sieht als Strafmaß sechs Monate bis drei Jahre Haft vor. Die LGBT-Organisation "Collectif Aswat" berichtet, kein Anwalt habe die Männer verteidigen wollen. Sie haben Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Verurteilungen wegen des Gesetzes sind eher sporadisch, kommen aber – bei Inländern wie bei Touristen – vor. Im Februar sorgte in sozialen Netzwerken ein Video für Wirbel, das zwei Männer zeigt, die von einer aufgebrachten Meute beim Sex gestört und mit Schlägen und Messerstichen verletzt werden. Die Polizei verhaftete anschließend die Angegriffenen. Ein Gericht erließ später eine Bewährungsstrafe gegen den einen Mann und eine viermonatige Haftstrafe gegen den anderen; das Berufungsgericht setzte ihn vier Wochen später auf freien Fuß (queer.de berichtete).

Im Mai hatte der Bundestag entschieden, dass Marokko, Algerien und Tunesien im Asylrecht als "sichere Herkunftsstaaten" gelten und dabei auch Bedenken über die Sicherheit von LGBT hinweggewischt – in Marokko würde Homosexualität "in den meisten Fällen […] faktisch geduldet", meinte die Bundesregierung etwa (queer.de berichtete). Organisationen wie der LSVD hatten diese Einstufung kritisiert (queer.de berichtete). Am 17. Juni entscheidet der Bundesrat über die Vorlage aus dem Bundestag; das grün-schwarze Baden-Württemberg könnte hier die entscheidende Stimme ausmachen. (nb)



#1 ClaasAnonym
  • 03.06.2016, 14:40h
  • Aber laut Union und SPD ist das doch ein angeblich "sicheres Herkunftsland"...

    Entweder haben Union und SPD keine Ahnung und sind völlig uninformiert; oder sie lügen bewusst.

    So oder so sind die damit nicht fähig, solche Entscheidungen, wo es um Menschenleben geht, zu fällen.
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#2 HeinerAnonym
#3 AlexAnonym
  • 03.06.2016, 16:02h
  • Antwort auf #1 von Claas

  • Es war einmal eine sozialdemokratische Partei; die kümmerte sich um das Wohl von Menschen und nicht darum, wie man selbst als Politiker möglichst viel absahnt und wie man dafür mit populistischen Maßnahmen seine Macht erhält. Diese Partei nannte sich SPD.

    Wie gesagt: es war einmal....
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