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Queere Vermieter bzw. Mieter sind nicht zwangsläufig besser als heterosexuelle. Diese Erfahrung wird gerade mal wieder in Rostock gemacht, wo sich zwei Parteien unversöhnlich und bald vor Gericht gegenüber stehen.

Nicht alle Tage dürfte es jedoch vorkommen, dass sich ein solcher Zoff in einem stadtbekannten Regenbogenhaus ereignet und es sich beim Vermieter um den Schwulen- und Lesbenverein rat+tat handelt. "Mietstreit im Regenbogenhaus eskaliert", berichtet heute sogar die "Ostsee-Zeitung" über den bizarren Fall in der Leonhardstraße 20.

Wer die Guten und wer die Bösen sind, lässt sich für Außenstehende schwer nachvollziehen. Die Mieter, ein schwules Paar in den Dreißigern, fühlen sich jedenfalls von rat+tat gemobbt. "Der neue Vorstand versucht, uns hier rauszuekeln. Wir werden schikaniert und gestalkt", beschweren sie sich in der Lokalzeitung. Auch dürften sie den von ihnen erst nutzbar gemachten Garten nicht mehr betreten. Über ein kaputtes Bad, Lärm im Treppenhaus und eine zu hohe Nebenkostenabrechnung ist das schwule Paar ebenfalls sauer.

Der Vorstand von rat-tat will sich wegen des laufendes Rechtsstreits nicht zum Fall äußern. Die Nerven scheinen jedenfalls auf beiden Seiten blank zu liegen. So berichtet die "Ostsee-Zeitung" auch von einer Strafanzeige wegen Beleidigung, weil die Mieter dem Verein auf Facebook "Stasimachenschaften" vorgeworfen haben sollen.

Nach einer gütlichen Einigung sieht es derzeit nicht aus. Potentiellen Nachmietern empfehlen wir, sich mit dem Vereinsvorstand vielleicht regelmäßig zum Bier zu treffen, um über Probleme im Regenbogenhaus zu reden, bevor sie sich hochschaukeln. Im Erdgeschoss befindet sich ja praktischerweise die Szenekneipe "planbar". (mize)



#1 hugo1970Profil
#2 giliatt 2Anonym
  • 06.06.2016, 02:58h
  • Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete? Die Wasser-Prawda?

    Zum Ende der DDR befand sich das Hauptquartier der Rostocker Schwulenverbandes in der Strandstraße in einem völlig zerramsten Mietshaus. Der Vorstand von rat & tat hatte damals die Nutzung von Räumlichkeiten im zweiten Geschoss des leerstehenden Hauses erstritten. Damals half ich mit der Einrichtung. Ich besorgte 10 Tische und 60 Stühle, Tischdecken und Geschirr aus Beständen aufgegebener Gaststätten. Der Vereinsvorstand bestand aus sehr netten Kerlen. Meine Teilnahme jedoch an der Einweihungsfeier wurde getrübt durch das Gekreische einzlelner Mitglieder anno 1990: "Der ist nicht aus Rostock! Der ist kein Mitglied!" Nee, war ich nicht, kam hundert Kilometer südlich aus Mecklenburg.

    Nun hatte ich gratis das gesamte Mobiliar geliefert. Als Teilnehmer der Einweihungsfeier wäre ich in den Genuss einer Bockwurst und eines Getränks gekommen. Das war mir natürlich völlig Wurst. Völlig Bockwurst. Eingeladen war ich doch nicht.

    Hernach ist der Verein mehrfach umgezogen. Der Vorstand war wirklich lieb und kumpabel. Mitglieder hatten hingegen schon seltsame Ansichten: Ein Mann postulierte in einer Versammlung: "Wir müssen uns als Schwule erkennbar zeigen und einen gelben Anstercker tragen." (Ja, denke mal an den Judenstern, dachte ich damals).

    Rostock hatte damals zum Ende der DDR wohl die größte Schwulengemeinde (12.000 ?) hier im Norden.
    Aber zerstritten erschien sie mir damals schon.
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