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Volker Beck bat "mit meinen Stärken und Schwächen, mit meiner Erfahrung, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Bindungskraft und auch meinen Fehlern" um ein neues Mandat (Bild: Angelika Kohlmeier)

Die Kreismitgliederversammlung der Kölner Grünen möchte beide Politiker 2017 in den Bundestag schicken. Beck bewarb sich nur ums "Zweite Votum" für einen Männerplatz.

Die Landesliste der NRW-Grünen für die Bundestagswahl 2017 wird erst im Dezember beschlossen, doch am Samstag gab es eine wichtige Vorentscheidung. Von der Kölner Kreismitgliederversammlung erhielt der NRW-Landesvorsitzende Sven Lehmann das "Erste Votum" für einen sogenannten Männerplatz auf der Landesliste. Für Volker Beck gab es das "Zweite Votum" für einen folgenden Männerplatz, um das er sich selbst beworben hatte. Das "Erste Votum" für einen Frauenplatz erhielt Katharina Dröge.

Sowohl Lehmann wie Beck erhielten klare Mehrheiten: Während der Landesvorsitzende mit 83,5 Prozent der Stimmen nominiert wurde, erhielt der langjährige Bundestagsabgeordnete die Unterstützung von 74 Prozent der anwesenden Parteimitglieder.

Für Beck ist die Entscheidung drei Monate nach dem Drogenskandal ein Achtungserfolg, aber noch lange kein sicheres Mandat. Derzeit sind die NRW-Grünen mit 13 Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten, zwei kommen aus Köln. Da die Landesliste mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt werden muss, sind die Männerplätze begrenzt. Zudem wollen sich möglichst alle Regionen aus Nordrhein-Westfalen auf den sicheren Plätzen wiederfinden.

"Ein zuverlässiger Anwalt für Minderheiten"


Der Landesvorsitzende Sven Lehmann ist der männliche Favorit der Kölner Grünen für die Bundestagswahl 2017 (Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW)

In seinem Bewerbungsschreiben (PDF) hatte sich Beck als Anwalt von Minderheiten präsentiert und sich demütig gezeigt: "Ich bitte Euch um Euer Votum für den 19. Deutschen Bundestag, mit meinen Stärken und Schwächen, mit meiner Erfahrung, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Bindungskraft und auch meinen Fehlern", hieß es darin.

Beck schrieb weiter: "Diese Bewerbung ist mein Angebot an Euch, weiter für Euch im Bundestag zu kämpfen, um auch jenen eine Stimme zu geben, die sonst kaum oder nicht gehört werden: Roma, LGBTTI und Migrant*innen genauso wie Jüd*innen, Muslimas und Muslime. Sicher bin ich nicht der einzige, wohl aber ein zuverlässiger Anwalt für Minderheiten. Viele Menschen aus diesen Minoritäten vertrauen mir. Dies ist mir auch Ermutigung, Euch um Eure Unterstützung zu bitten."

Erst in der vergangenene Woche hatten über 60 Promis, darunter Manfred Bruns, Georgette Dee, Hella von Sinnen, Lea Rosh und Günter Wallraff, in einem öffentlichen Appell die Grünen zu einer erneuten Nominierung Becks aufgefordert (queer.de berichtete).

In seiner Bewerbung (PDF) hatte auch Sven Lehmann den Kampf gegen Homophobie herausgestellt. "Wir Grüne müssen Kurs halten – und wieder offensiver werden. Es reicht nicht, das Erreichte zu verteidigen. Wir müssen Vielfalt, Offenheit und gleiche Rechte stärken", schrieb der Landesvorsitzende. "Der Kampf um die Ehe für alle muss in der nächsten Legislatur erfolgreich beendet werden, doch damit ist es längst nicht getan. Wir brauchen einen bundesweiten Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie mit konsequenten Antidiskriminierungsmaßnahmen, moderne Familienverträge und gleiche Rechte für Regenbogenfamilien und deren Kinder."

Nominiert wurde von den Kölner Grünen am Samstag auch Lehmanns langjähriger Lebenspartner. Der Landtagsabgeordnete Arndt Klocke erhielt das "Erste Votum" für einen Männerplatz auf der grünen Landesliste zur Landtagswahl am 14. Mai 2017. (mize)

Wöchentliche Umfrage

» Wird Volker Beck im Bundestag gebraucht?
    Ergebnis der Umfrage vom 30.05.2016 bis 06.06.2016


#1 FelixAnonym
  • 04.06.2016, 17:10h
  • Volker Beck gehört eindeutig auf Platz 1. Keiner der Mitbewerber kann so große Erfolge im Kampf um die Gleichberechtigung vorweisen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MarcAnonym
#3 HeinerAnonym
  • 04.06.2016, 18:41h
  • Volker Beck stellt Religion über das Grundgesetz.

    Beispiel 1:

    Er befürwortet medizinisch nicht notwendige Beschneidungen an Kindern, die nur aus religiösen Motiven vorgenommen werden.

    Das verstößt gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit (Art. 2(2)) und wie jeder chirurgische Eingriff ist das mit Risiken verbunden, die man nur eingehen sollte, wenn es eine medizinische Indikation dafür gibt (also eine Vorhautverengung).

    Übrigens: Wer da Religion über das Grundgesetz stellt, darf dann konsequenterweise auch nichts gegen die Klitoris-Beschneidungen von Mädchen aus religiösen Gründen sagen.

    Beispiel 2:

    Auch das Schächten aus religiösen Gründen wird von Volker Beck befürwortet. Das verstößt gegen das Grundgesetz (Art. 20a) und das Tierschutzgesetz.

    Wenn man schon Tiere zum Verzehr tötet, sollte das wenigstens möglichst schnell und schmerzfrei gehen. Aber nicht als Tierquälerei.

    FAZIT:

    Da Volker Beck die demokratische Trennung von Staat und Kirche ablehnt und Religion über Recht und Gesetz (sogar über das Grundgesetz) stellt, ist er für mich unwählbar.

    Ebenso wie jeder andere, der das genauso sieht.

    Die Maßstäbe, die ich an andere Politiker anlege, gelten auch für schwule Kandidaten.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Leider wahrAnonym
#5 Johannes45Anonym
  • 04.06.2016, 20:50h
  • Sehr gute Entscheidung, das Sven Lehmann vor Volker Beck das Erste Votum erhalten hat.

    Lehmann hat es verdient vor Volker Beck für den Bundestag nominiert zu werden. Lehmann ist unbelastet, hat keine Skandale und als offen homosexueller, verpartnerte Mann ist er ein sehr achtbarer LGBT-Vertreter aus Köln. Das finde ich gut.

    Wichtig ist auch, das Kai Gehring aus Essen, Ruhrgebiet, einen guten sicheren Listenplatz vor Volker Beck erhält.

    Meine Wunschliste der Grünen in NRW ist:

    Platz 1) Sven Lehmann
    Platz 2) Kai Gehring
    Platz 3) Volker Beck
    Platz 4) Ursula Schauws

    Derzeit schaut es gut für die Kandidaten der Grünen aus: laut Umfagen liegen sie derzeit bei den Meinungsumfragen bei 11 bis 13 Prozent; bei der Bundestagswahl erreichten die Grünen nur am Ende 8,4 Prozent.

    Den Grünen kann ich nur raten: Lasst Euch auf keinen Steuerwahlkampf ein, da verliert Ihr nur die gut bezahlten Latte macchiato trinkenden Lehrer, Beamten und Angestellten, die umweltbewusst sind, aber sich ungern ihr Einkommen durch Steuererhöhungen "verkleinern" lassen: der Bundestagswahlkampf um das Ehegattensplitting hat den Grünen bei den letzten Wahlen 2013 massiv geschadet.
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#6 Dont_talk_aboutProfil
  • 04.06.2016, 22:36hFrankfurt
  • Antwort auf #5 von Johannes45
  • Es ist zu hoffen, dass es das nun endgültig war mit der Karriere des Herrn Beck. Alle Regionen von NRW sollten im Bundestag vertreten sein. Es gab vor Beck große Kämpfer für Minderheiten und es wird auch nach Beck große Kämpfer für Minderheiten geben
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#7 Anon MüllerAnonym
  • 05.06.2016, 00:14h
  • "Da die Landesliste mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt werden muss, sind die Männerplätze begrenzt."

    Nur der Vollständigkeit halber: Die Frauenplätze sind dadurch übrigens in gleichem Maße begrenzt.
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#8 HyperXAnonym
  • 05.06.2016, 00:15h
  • Ketzerische Frage: Was spräche in Zeiten von Genderfluidität eigentlich dagegen, dass sich Volker Beck auf einen Frauenplatz bewirbt? ;)
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RerunProfil
#10 ollinaieProfil